Beyerdynamic T1 2. Generation Test: TESLA-Kopfhörer

TESLA hier TESLA da – Beyerdynamic hat seit einigen Jahren gefallen an der Treibertechnologie gefunden. Somit wundert es auch nicht, dass der Beyerdynamic T1 2. Generation wieder mit TESLA-Wandlern ausgestattet ist, um dem Widerstand des neuen 600-Ohm-Kopfhörers Stand zuhalten.



Verarbeitung

Beyerdynamic-T1-2-Generation-Test halboffener Over-Ear-Kopfhörer mit TESLA-Wandlern

In Sachen Optik und Verarbeitung orientiert sich der Beyerdynamic T1 2. Generation sichtlich an seinem Vorgängermodell. Man anderen Worten: Die Materialwahl und Umsetzung des halboffenen Kopfhörers ist wieder einmal grandios.

Der Beyerdynamic-Kopfhörer scheint für die Ewigkeit gemacht zu sein. Sein Leder-Kopfband, die saubere Schienenführung und die robusten Ohrschalen sprechen für sich.

Bei den Ohrpolstern greift Beyerdynamic auf einen Veloursmantel mit Memory-Schaumstoff-Füllung zurück. Das Material soll Wärme und Feuchtigkeit von den Ohren ableiten. Geschwitzt haben wir zumindest auch nach längerem Tragen nicht.


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Tragekomfort

Beyerdynamic-T1-2nd Edition Kopfhörer mit Velours-Polstern und Memory-Schaumstoff

Auf dem Kopf fühlt sich der Beyerdynamic T1 2. Generation wieder einmal fantastisch an. Der halboffene Kopfhörer umschließt die Ohren komplett. Er sitzt fest auf dem Kopf, um nicht zu verrutschen, aber auch nicht zu straff, dass er drückt.

Das Velours-Material mit Memory-Schaumstoff-Polsterung sitzt angenehm auf den Ohren und passt sich ihrer Form entsprechend an. Lediglich das gepolsterte Kabel kann manchmal etwas stören. Bei geschickter Positionierung kriegst Du aber auch davon nichts mehr mit.

Durch die halboffene Bauweise des Beyerdynamic-Kopfhörers sollte in der Theorie eine gewisse Grundabschirmung von Umgebungsgeräuschen vorhanden sein. Beim Beyerdynamic T1 2. Generation Test bekamen wir davon allerdings nicht allzu viel mit. Der Kopfhörer erinnerte uns eher an ein offenes Modell, bei dem Geräusche leicht nach innen und außen gelangen. Für den audiophilen Musikabend zuhause sollte das aber kein Nachteil sein.



Funktion

Beyerdynamic-T1-2-Generation-Test mit abnehmbarem Kabel und verschraubbaren Klinkensteckern

Im Gegensatz zum TESLA-Kopfhörer der Generation 1 ist das Kabel jetzt endlich abnehmbar. Zwei 3,5-mm-Klinken gehen direkt in den Kopfhörer und werden für den sichern Halt daran verschraubt. Auf der anderen Seite endet ein 6,3-mm-Klinkenstecker – wie immer vom deutschen Stecker-Spezialisten Neutrik.

OCC-7N-Kupfer für die Signalleiter und der Textilmantel des Kabels unterstreichen den Premium-Charakter des Beyerdynamic T1 2. Generation. Alternativ lässt sich das Kabel gegen eine 4-polige-XLR-Variante austauschen. Im Lieferumfang liegt diese allerdings nicht mit bei.

Technik

Beyerdynamic-T1-2-Generation-Test 4 TESLA-Treiber Detailansicht

Technisch basiert der Beyerdynamic T1 2. Generation, wie sollte es auch anders sein, wieder auf der TESLA-Technologie. TESLA ist die physikalische Einheit für die magnetische Flussdichte und beschreibt die Magnetfeldstärke, mit der die Schwingspule betrieben wird.

Auch der neueste TESLA-Kopfhörer von Beyerdynamic kommt wieder mit einem extrem hohen Widerstand von 600 Ohm daher. Der vergleichsweise hohe Spannungsbedarf wird durch die TESLA-Wandler ausgeglichen. Dies sorgt im Endeffekt für Lautstärkepegel, die sonst nur niederohmige Kopfhörer liefern.

Dennoch klingt der Beyerdynamic T1 2. Generation an einem einfachen Kopfhörerverstärker im ersten Moment etwas leiser. Dies lässt sich aber in der Regel mit entsprechender Pegeljustage einfach ausgleichen. Mobilplayer stoßen dafür recht schnell an ihre Grenzen. Ein hochwertiger Kopfhörerverstärker sei also in jedem Fall empfohlen.

Da TESLA-Kopfhörer im Allgemeinen etwas detailverliebt sind, hat Beyerdynamic in der 2. Generation eine Membran-Bedämpfung gegen störende Resonanzen angebracht. Auch die Geometrie der Treiber wurde optimiert und das Gewebematerial gegen ein noch schwingungsfreieres ausgetauscht.

Sound

Beyerdynamic-T1-2-Generation bohrumschließender halboffenen Kopfhörer

Der Beyerdynamic T1 2. Generation ist nach wie vor ein Kopfhörer der sauberen Wiedergabe und analytischen Sorte. Damit das Ganze nicht zu langweilig klingt, lieferte uns der T1 2. Gen. einen anspringenden direkten Klang. Einzelinstrumente standen fast greifbar vor uns, unabhängig von Einzel-Performance oder voller Rock-Band-Besetzung.

Im Mittenbereich hat der neue Beyerdynamic-Kopfhörer etwas an Musikalität zugelegt. Grundtöne klingen jetzt etwas plastischer, was der allgemeinen Klangcharakteristik zugutekommt.

Die Liebe zum Detail hat sich der Beyerdynamic T1 2. Generation hingegen beibehalten. Und so klangen Konsonaten-starke Gesangseinlagen mitunter etwas vordergründig. Grazile Instrumente wurden dafür sehr fein aufgelöst und waren auch noch in der Tiefe des Raumes gut zu entdecken.

Positiv fiel uns die Bass-Leistung des Beyerdynamic T1 2nd Edition auf. Tiefe Frequenzen waren nicht zu aufdringlich aber dafür hörbar vorhanden. Die TESLA-Treiber brachten den Bass stets auf den Punkt und sorgten somit für eine sehr dynamische Wiedergabe.

In puncto Pegelfestigkeit steht der Beyerdynamic T1 2. Generation dem Einser in nichts nach. Mit einem entsprechenden Kopfhörerverstärker ließ sich die Lautstärke immer weiter aufdrehen, ohne dass der Kopfhörer auch nur den Ansatz von Verzerrungen zeigen wollte.

Zusammengefasst

War der Beyerdynamic T1 bereits ein Paradebeispiel für deutsche Kopfhörer-Ingenieurskunst, legt die Neuauflage noch einmal eine Schippe drauf. Grundsound und -Eigenschaften der 1. Generation wurden weitestgehend beibehalten und abschnittsweise optimiert. Der Beyerdynamic T1 2. Generation wirkt jetzt noch musikalischer und darf sich wieder zurecht Premium-TESLA-Kopfhörer nennen.



Beyerdynamic T1 2. Generation Test

9.2 Punkte
Vorteile
- ausgezeichnete Passform

- musikalischer Klang

- abnehmbares Kabel

- sehr gute Verarbeitung
Nachteile
- etwas heller Klang
Preis
Der Beyerdynamic T1 2. Generation ist für einen Preis von 990,- Euro erhältlich.
Verarbeitung9.5
Tragekomfort10
Zubehör9
Sound9
Preis8.5


Veröffentlicht am: 14. September 2015 / Autor: Torsten Pless / Fotos: MODERNHIFI
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