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Aperion Audio Verus III Grand Tower Test der Standlautsprecher

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Aperion Audio Verus III Grand Tower Test der Standlautsprecher

Aperion Audio ist in den USA für Lautsprecher mit aufwendigen Konstruktionen, patentierten Techniken und erlesenen Materialien bekannt. Jetzt kommt die Marke erstmals nach Deutschland aus deren Portfolio wir das Flaggschiffmodell Aperion Audio Verus III Grand Tower im Test vorstellen.

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Aperion Audio Verus III Grand Tower Test

Aperion Audio Verus III Grand Tower Testbericht der Lautsprecher in Kirsche Furnier

Als Tester zahlreicher Standlautsprecher bringt man eine gewisse Routine mit, Lautsprecher aus- und wieder einzupacken. Generell gilt: Vier Hände sind besser als zwei. Die US-Amerikaner von Aperion Audio haben sich dazu ein paar Gedanken gemacht und liefern eine praktische Lösung ihre Lautsprecher auch alleine aufzustellen. Der Trick: Die Aperion Verus III Grand Tower stehen im Karton überkopf.

Als Erstes packe ich den Unboxing Guide und die Accessoire-Box aus. Dann schraube ich die mitgelieferten Traversenschienen und Gummifüße an. Alternativ liegen den Aperion-Lautsprechern auch Spikes mit bei. Jetzt den Karton auf den Kopf gestellt und vorsichtig abgenommen – schon sind die „Grand Tower“ einsatzbereit.

Auf der Front haftet ein perforierter Lautsprechergrill. Der schützt beim Auspacken vor versehentlichem Eindrücken der Membranen und später vor verspielten Kinderhänden. Ich nehme die magnetische Abdeckung allerdings ab und lege die fünf Membranen frei.

Aperion Audio Verus III Grand Tower Traversen Gummifüße Spikes

D’Appolito-Lautsprecher

Aperion Verus III Grand Tower Mitteltöner mit Kevlar-Membran in D'Appolito-Anordnung

Die Aperion Verus III Grand Tower gibt es in den Farbvarianten Hochglanz Piano-Schwarz und in glänzendem Kirschbaumfurnier – letztere Ausführung steht bei uns im Hörraum und verleiht dem Lautsprecher, auch aufgrund der hervorragenden Verarbeitung, einen sehr hochwertigen Eindruck. Allein von der Optik hätte ich die Standlautsprecher ein paar Preisklassen höher eingestuft.

An oberster Stelle steht ein 13-cm-Treiber, der zwei Etagen tiefer noch einmal zum Einsatz kommt. Das Mitteltöner-Doppelpack besteht aus steifen Kevlar-Membranen, die für einen warmen Klang mit dynamischem Ansprechverhalten sorgen sollen.

Die aufgesetzten Phasennasen aus Aluminium brechen Schallwellen kontrolliert auf, während lange Schwingspulen für eine große Belastbarkeit sorgen. Bei einer Frequenz von 2,6 Kilohertz (kHz) übergeben sie an den mittig eingeschlossenen Hochtöner. Damit haben wir es hier mit einer D’Appolito-Treiberanordnung zu tun, die allgemein für eine Breite Klangabstrahlung steht.

Der Hochtöner läuft bei Aperion Audio auch unter dem Namen „Axially Stabilized Radiator“ (ASR) und beschreibt die Fixierung der Membran auf einer Ebene mit der Schwingspule. Die patentierte Technik – mittlerweile in der zweiten Auflage – soll ein unerwünschtes Mitschwingen der Membran in der Nähe der Resonanzfrequenz verhindern und so Phasenauslöschungen minimieren.

Für eine gleichmäßige Schallabstrahlung mit breiter Streuung sorgt der umliegende Waveguide. Laut Datenblatt erreicht der ASR-Hochtöner eine obere Grenzfrequenz von 30 kHz bei +/- 3 dB.

Aperion Audio Verus III Axially Stabilized Radiator ASR-Hochtöner

Treble-Mod-Equalizer

Aperion Audio Verus III Grand Tower Treble-Mod Equalizer über Bi-Wiring-Terminal

In besonders großen Räumen mit minimalistischer Einrichtung und vielen schallharten Flächen neigen Lautsprecher häufig dazu, überpräsent aufzuspielen. Die Aperion Verus III Grand Tower bringen dagegen einen Workaround mit.

Über dem Anschlussfeld für Bi-Wiring-Verkabelung sitzt ein passives Treble-Filter, das eine Reduzierung der Höhen um – 3 dB erlaubt. Die Treble-Mod-Funktion wird per Steckverbindung aktiviert und dient als effektive Raumkorrektur in besonders lebendigen Räumen.

Unterhalb des D’Appolito-Systems reihen sich zwei großgewachsene 16,5-cm-Bässe in einer eigenen Kammer auf. Ebenfalls aus Kevlar-Material und mit langhubiger Auslenkung schließen sie die 3-Wege-Bassreflex-Lautsprecher bei einer unteren Grenzfrequenz von beachtlichen 45 Hertz (+/- 3 dB) ab.

Aperion Verus III 16,5-cm-Tieftöner mit Kevlar-Membran

Zwei nach hinten gerichtete Bassports unterstützen das Klangvolumen in den unteren Lagen. Bei Bedarf lassen sie sich mit beiliegenden Schaumstoffstopfen verschließen, falls die Bassintensität bei wandnaher Lautsprecheraufstellung zu mächtig ausfällt.

Das glänzende Auftreten der Aperion Audio Verus III Grand Tower mit ihren leicht geschwungenen Kurven gegen stehende Wellen zieht sich auch im Inneren fort. Die auf der Frequenzweiche angebrachten Bauteile sind mit Aperion-eigenen Kabeln mit Flachsteckern versehen, um mögliche Komponenten-Upgrades zu erleichtern.

Mit Liebe fürs Detail: Die Entwickler haben es sich nicht nehmen lassen, die Leiterplatte der Frequenzweiche im Aperion-Rot einzufärben.

Aperion Audio Verus III Grand Tower Bassreflex-System

Aperion Verus III Hörtest

Aperion Audio Verus III Grand Tower Review

Für den Test der Aperion Audio Verus III Grand Tower platziere ich sie ohne Schaumstoffeinlagen mit 80 cm Wandabstand im Raum und winkel die Lautsprecher leicht auf den Hörplatz ein. Dank D’Appolito-Anordnung und Waveguides strahlen die beiden weit geöffnet in den Raum herein, wobei es häufig zur Klangloslösung von den Lautsprechern kommt – perfekt für den Familienabend oder als Grundlage für ein Mehrkanalsystem.

Blues, Rock- und Popmusik wirken sehr lebendig. Während Schlagzeugbecken in „The Wall“ von Pink Floyd fein auflösen, klingen die Bassdrums absolut trocken. Auch Snare-Drums kommen präzise, ohne Überspitzungen. Trommelschläge klingen rund und warm aus.

Bei Sprache in Filmdialogen und Gesangsstimmen kommt eine leichte Präferenz der Lautsprecher zu S-Lauten und Konsonanten zum Vorschein, die je nach Genre die Emotionalität der Wiedergabe sogar verstärkt. Ist etwas weniger Präsenz gewünscht, hilft der Griff zum Treble-Filter am Lautsprecher, der den Hochtonbereich um 3 Dezibel zurückregelt.

Grundsätzlich bevorzuge ich den offenen Klangcharakter der Aperion Verus III Grand Tower in Ausgangsstellung mit seiner frischen und lebendigen Art. Selbst bei konzertähnlichen Lautstärken zeigen die Lautsprecher keine Anzeichen, zu verzerren. Bei überproduzierten Musiktiteln mit scharfen S-Lauten kann das integrierte Filter dagegen hilfreich sein.

Neben der Detailfreudigkeit gefallen die Aperion-Lautsprecher mit ihrer straffen und kräftigen Basswiedergabe, die Basssaiten knorrig herüberbringen und sehr gute Druckimpulse unterhalb der Tiefmitten erlauben.

Kontrollierte Tiefbässe ohne Dröhnen – das zeichnet die Aperion Verus III Grand Tower aus und macht wilde Verfolgungsjagden und heftige Explosionen wie in „The Dark Knight“ und „Blade Runner“ zum Erlebnis im Heimkino.

Zusammengefasst

Aperion Audio Verus III Grand Tower Standlautsprecher

Wer hier einen US-typischen Lautsprecher mit scharfen Höhen und knallenden Bässen vermutet, wird enttäuscht. Statt Badewanne liefern die Aperion Verus III Grand Tower einen ausgeglichenen Frequenzverlauf mit homogenem Klang. Für die gebotene Verarbeitung, das attraktive Design und die technischen Eigenentwicklungen verlangt manch anderer den doppelten Preis. Für mich eines der Lautsprecher-Highlights in diesem Jahr.

Die Lautsprecher gibt es exklusiv im Ladengeschäft des deutschen Direktvertriebs HifiPilot in Eisingen zu hören. Weitere Informationen liefert die Website.

Aperion Audio Verus III Grand Tower Preis: 2.498 Euro (Paar)
Weitere Informationen: Aperion Audio

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Aperion Audio Verus III Grand Tower Review

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung10
Funktion / Zubehör9
Klang9.5
Preis / Leistung9.5

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