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Auna TT Classic BK Retro Plattenspieler mit USB-Anschluss

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Schallplatten digitalisieren mit dem Auna TT Classic

Um schnell und einfach Deine Schallplatten zu digitalisieren, musst Du kein studierter Tonmeister sein und brauchst auch keine High-End-Anlage. Günstige Plattenspieler mit USB-Ausgang wie den Auna TT Classic gibt es schon für rund 100 Euro und liefern bereits sehr gute Ergebnisse. In diesem Tutorial zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Lieblingsplatten mit wenigen Klicks in den Rechner bekommst.

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Schallplatten digitalisieren

Auna TT Classic BK Retro Schallplatten digitalisieren

Oft schlummern in der eigenen LP-Sammlung noch ein paar Schätze, die nirgends sonst aufzufinden sind, im digitalen Orbit nicht verfügbar. Dann und wann ersteht man günstig ein Kleinod und möchte es auch unterwegs anhören. Oder die aufwendig „remasterte“ Version ist übermäßig komprimiert und klingt überhaupt nicht mehr nach dem Original.

All das können Gründe sein, sein Vinyl in eine digitale Form zu bannen. Doch nicht jeder verfügt über das finanzielle Polster, zu diesem Zweck einen Plattenspieler der Oberklasse mit Deluxe-Nadel und einen High-End-Wandler anzuschaffen.

Spielt man also nicht mit dem Gedanken, das White Album der Beatles in seiner ’68er Erstpressung zu 192-kHz-FLACS zu verwandeln, tut es vielleicht auch eine Quick&Dirty-Variante.

Hierfür gibt es zahlreiche LP-Spieler mit USB-Port, welche direkt mit dem Rechner verbunden werden und den Ton mittels verbautem A/D-Wandler abgreifen. Wir haben uns ein Produkt von ChalTec ins Haus kommen lassen. Der Auna TT Classic-Plattenspieler bietet genau dieses Feature und ist für knapp unter 100 € erhältlich. Schauen wir uns doch einmal an, wie praktikabel eine solche Variante ist.

Auna TT Classic

Auna TT Classic BK Retro Headshell

Der Aufbau und Anschluss des Auna TT Classic ist denkbar einfach. Er kommt bereits vormontiert und eingestellt. Eine Feinjustierung von Tonabnehmer und Auflagegewicht ist prinzipiell möglich. Wie das richtig funktioniert, kannst du in unserem Artikel „Plattenspieler einstellen leicht gemacht“ nachlesen.

Nun muss nur noch ein geeigneter Aufstellort gefunden werden – am besten in unmittelbare Nähe des Rechners. Hier solltest du auf keinen Fall vergessen, einen Platz in der Steckdosenleiste für das Netzteil freizuhalten. Dieses ist, wie das USB-A- auf USB-B-Kabel bereits im Lieferumfang enthalten.

Ansonsten enthält die Verpackung lediglich einen Quickstart-Guide und eine CD. Neben der üblichen Cinch-Verbindung verfügt der Auna TT Classic über ein Paar Lautsprecher, welche in den vorderen beiden Füßen verbaut sind. So kann während des Überspielvorgangs mitgehört werden, ohne umständlich ein Kabel zur Anlage ziehen zu müssen.

Zur Lautstärkeregelung gibt es einen Poti direkt neben dem Tonarm. Die Wiedergabe ist in den drei Geschwindigkeitsstufen 33, 45 und 78 RPM möglich. Ist der Plattenspieler via USB mit dem Rechner verbunden und eingeschaltet, wird das Gerät sofort erkannt. Zwar wird in der Kompatibilitäts-Liste lediglich Windows aufgeführt, doch in unserem Beispiel gab es auch am Mac keinerlei Probleme.

Audacity

Auna TT Classic BK Retro Anschlüsse mit USB

Die auf CD enthaltene Software Audacity ist als Freeware erhältlich und funktioniert auf den gängigen Plattformen (Windows, OS-X, Linux) gleichermaßen. Auf CD wird nur die Windows-Version mitgeliefert, doch in einer alten Version, sodass du auch als Windows-Nutzer am besten die aktuellste Version von der Website http://www.audacityteam.org herunterlädst.

Ist dieser Schritt geschafft, kann das Programm auch direkt gestartet werden. Die Oberfläche ist übersichtlich gestaltet. Die nötigsten Bedienelemente und Einstellungen findest du direkt im Programmfenster auf einen Blick, ohne dich durch zahlreiche Menüs wühlen zu müssen.

Signalquelle wählen

Audacity Source Selection

Als Erstes solltest du die Signalquelle auswählen. Diese ist unter OS-X mit „USB Microphone“ bezeichnet. Die Einstellung findest du links oben als Dropdown-Menü. Der Eingang wird durch ein Mikrofon symbolisiert, der Ausgang durch einen Lautsprecher.

Als Nächstes gilt es, den Pegel einzustellen. Hierfür suchst du zunächst eine laute Passage auf der Platte und spielst sie ab. Ganz oben gibt es mittig eine Aussteuerungsanzeige, welche zunächst nichts anzeigt.

Um sie zu aktivieren, genügt ein einfacher Klick darauf. Nun solltest du einen Pegel-Ausschlag sehen und kannst mit dem entsprechenden Schieberegler (der mit dem Mikrofon) die Aufnahme-Lautstärke einstellen.

Achte darauf, dass sich dieser bei einem lauten Stück Musik maximal bis in den orangefarbenen, tendenziell jedoch eher im gelben Bereich (Markierung: -3) bewegt. Somit lässt du der Musik etwas Luft nach oben, um einer Übersteuerung vorzubeugen.

Auf den Pegel achten

Audacity Gain Setting

Ist dies geschafft, kann die Aufnahme mit dem Auna TT Classic beginnen. Du musst nichts weiter machen, lediglich den roten Aufnahmeknopf drücken und die Platte starten. Eine Spur wird von Audacity jedes Mal angelegt, sobald du die Aufnahme aktivierst. Daher ist es ratsam, eine Platte in einem Aufnahmezyklus durchlaufen zu lassen.

Stoppst du nach jeder Seite oder gar jedem einzelnen Titel, hast du eine Vielzahl an Einzelspuren, die du beim Gegenhören immer wieder stumm bzw. auf Solo schalten musst. Diese Arbeitsschritte kosten Zeit und manchmal auch Nerven, da man so leicht die Übersicht verliert.

Wenn nun die Aufnahme läuft, kannst du entweder das Zimmer verlassen und andere Dinge erledigen, oder andächtig dabei sitzen und der Pegel-Anzeige beim Wippen zusehen. Mit dem Lautstärkeregler am Plattenspieler kannst du nebenher zuhören.

Was auch immer du tust: Denk daran, dass die Schallplatte schwingungsanfällig ist. Bodenturnen wäre daher etwas, das es zu vermeiden gilt. Ist eine Seite fertiggespielt, stoppt der Plattenspieler automatisch. Nun einfach die Nadel heben, Platte umdrehen und dasselbe Spiel noch einmal.

Sollte ein Pegel-Ausschlag doch einmal in den roten Bereich springen, ist das noch kein Grund, panisch die Aufnahme zu stoppen. Kurze Clippings sind noch durchaus im vertretbaren Rahmen. Bewegt sich allerdings der Pegel wider Erwarten dauerhaft im roten Bereich, nahe der Null-Markierung, solltest du überlegen, die Aufnahme zu stoppen und erneut mit niedrigerem Pegel zu starten.

Ist der Vorgang abgeschlossen, solltest du das Projekt erst einmal als solches sichern. Damit hast du noch keine nutzbaren WAV- oder MP3-Dateien, sondern ein Audacity-Projekt mit in einem eigenen Format gespeicherten Audio-Daten.

Pausen ohne Ende

Audacity Cut Silence

Um einzelne von jedem Player abspielbare Dateien zu erzeugen, sind noch ein paar Schritte nötig. Zunächst solltest du längere Pausen, beispielsweise vor dem Start, nach dem Ende der Wiedergabe oder vom Seiten-Wechsel löschen.

Hierfür durchsuchst du einfach die Wellenform nach stillen Bereichen. Den Wechsel einer Seite erkennst du oft deutlich an kurzen Peaks. Hier ist meist der Punkt, an dem die Nadel auf die Platte aufgesetzt hat. Nun markierst du einfach den betreffenden Bereich (am besten inklusive Peak) und löschst ihn einfach mittels Backspace- oder Entfernen-Taste.

Anschließend gilt es herauszufinden, wo die einzelnen Titel beginnen bzw. enden. Dies kannst du entweder manuell tun, indem du von Hand Marker an Pausen setzt, oder automatisieren. Hierfür gibt es im Kontext-Menü unter dem Punkt „Analyse“ ein Werkzeug namens „Silence Finder“. Dies leistet schon in den Voreinstellungen einen guten Job und erzeugt eine Markerspur mit Markern an allen Stellen, die Liedübergänge sein könnten.

Kontrolliere kurz nach, ob die Marker den tatsächlichen Übergängen entsprechen. Wenn nicht, kannst du diese verschieben oder löschen. Sitzen sie richtig, benennst du sie einfach mit dem Titel des folgenden Songs. Gibt es fließende Übergänge erkennt das Programm diese selbstredend nicht. Hier musst du wohl oder übel noch mal ran und hören.

Marker setzen

Audacity Set Marker

Spul in den Bereich, in dem du den Übergang vermutest. Hast du ihn gefunden, setz den Cursor an die richtige Stelle und such in der Menü-Leiste unter Spuren nach „Textmarker setzen“. Alternativ kannst du die zugehörige Tastenkombination nutzen (Mac: CMD+B, PC: CTRL+B).

Sind alle Marker gesetzt, solltest du noch sicher gehen, dass auch beim Exportvorgang keine Übersteuerungen entstehen. Trotz sorgfältiger Pegeleinstellung kann es vorkommen, dass einzelne Signalspitzen entstehen.

In Audacity ist das noch kein Problem, da dieses intern mit einem deutlich höheren Dynamik-Umfang arbeitet, der dem Signal mehr Headroom bietet. Spätestens bei der Umwandlung in Formate, die jeder Player lesen kann, wird dieser Umfang jedoch deutlich eingeschränkt.

Also empfiehlt es sich sicherheitshalber, in jedem Fall einen Limiter zu verwenden. Diesen findest du in der Menü-Leiste unter „Effekte“. Hier änderst du die Voreinstellung ein wenig ab und setzt den Wert „Limit to“ auf -1 bis -0,5 dB. Die restlichen Einstellmöglichkeiten lässt du besser in Ruhe, wenn du nicht genau weißt, was du tust.

Bevor du den Limiter anwendest, achte darauf, dass kein Bereich mehr markiert ist, sonst wird nur dieser im Pegel begrenzt. Nun kannst du dich an den Exportvorgang wagen.

Limiter gegen Übersteuerung

Audacity Set Limiter

Hierfür navigierst du im Datei-Menü zum Punkt „Mehrere Dateien exportieren“. Nun bekommst du ein Dialogfeld angezeigt, in dem du auswählen kannst, wohin und in welchem Format exportiert werden soll. Wählst du hier als Option MP3, benötigst du noch einen installierten MP3-Codec.

Ist dieser nicht installiert, hilft Audacity dabei, den frei verfügbaren LAME-Encoder herunterzuladen und zu installieren. Unter „Erzeuge Dateien anhand von:“ wählst du nun die Textmarken aus und bei „Erzeuge Dateinamen aus:“, empfiehlt es sich, die Nummerierung plus Textmarken zu wählen. So hast du am Ausgabeort gleich die entsprechenden Songnamen.

Klickst du nun auf „Exportieren“, kannst du für jeden einzelnen Song die Metadaten bearbeiten. Du kannst diese entweder gleich eintragen, oder dir dies für später aufheben und Programme verwenden, die dies komfortabler bewerkstelligen. Sobald du für alle Dateien die Metadaten eingetragen und / oder bestätigt hast, startet der Exportvorgang.

Herzlichen Glückwunsch. Nun hast du dein Album erfolgreich digitalisiert.

Audacity Export Files

Fazit

Mit dem Auna TT Classic-Plattenspieler gestaltet sich eine Digitalisierung von Schallplatten einfach und praktikabel. Es ist kein langwieriges Aufbauen, Verkabeln und Herstellen von Signalketten nötig, sondern es genügt eine einfache USB-Verbindung zum Rechner.

Die freie Software Audacity leistet dabei ebenfalls gute Dienste und ist, wenn man sich mit ihr ein wenig vertraut gemacht hat, relativ leicht zu handhaben. Sie benötigt keine langwierige Einarbeitung, keine stundenlange Suche in den Einstellungen, sondern ist sofort einsatzbereit.

Was die Qualität betrifft, ist diese dem Preis durchaus angemessen. Der Flaschenhals ist hier die Nadel. Eine Frequenzanalyse ergab einen rapiden Abfall ab 15 kHz, was den Klang dumpfer reproduziert, als er eigentlich ist. Wer hier in Betracht zieht, diese durch ein etwas besseres, aber ebenfalls günstiges Modell auszutauschen, kann sicher noch etwas mehr an Klang aus seinen Platten herauskitzeln.

Auna TT Classic Preis: 117 Euro

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