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Calyx M Test Digital Audio Player

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Calyx M Test: HD-Audio aus der Hosentasche

Der Digital Audio Player (DAP) Calyx M kommt mit Touchscreen, internem Speicher und zwei SD-Karten-Slots, er spielt DSD128 und PCM bis 32 Bit / 384 kHz. In puncto Ausstattung gibt es nichts zu meckern, doch wie klingt der DAP aus dem Jahr 2014?

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Calyx M Test

Calyx M magnetischer Lautstärkeregler

Waren Digital Audio Player (DAP) vor ein paar Jahren noch eine Nischenerscheinung in der HiFi-Landschaft, gibt es mittlerweile ein breites Angebot, aus dem man wählen kann. Einer davon ist der Calyx M, der die typische Erscheinung eines Smartphones hat, sich jedoch rein auf die hochwertige Audiowiedergabe spezialisiert. Ein kleiner aber bedeutender Unterschied zum Mobiltelefon ist sicherlich der Umfang des Geräts: zwei bis drei iPhones aufeinander gestapelt ergeben in etwa einen Calyx M. Das macht sich auch gleich im Gewicht bemerkt, das die Hosentasche um zusätzliche 230 Gramm beschwert.

Die Verarbeitung des DAPs ist dafür anstandslos: Das Gehäuse besteht komplett aus Aluminium und das Display ist mit einer Größe von 4,65 Zoll (12 Zentimeter) angenehm groß. Dieses stammt aus Samsungs OLED-Bestand und bietet eine Full-HD-Auflösung mit 1280 x 720 Pixeln. Das mag einem im Zeitalter von hochmodernen Smartphones fast schon etwas gering vorkommen, liefert bei der Darstellung von Alben-Covern aber sehr scharfe Ergebnisse.

Auf der rechten Seite des DAPs ist ein üppig dimensionierter, magnetischer Lautstärkeregler angebracht, der benutzerfreundlich auf der Höhe des rechten Daumens sitzt. Der Magnet-Betrieb schützt vor versehentlicher Lautstärkeänderung in der Hosentasche – wer will kann auch zum On-Screen-Schieberegler wechseln. Die Tasten zur Wiedergabesteuerung sind sauber in das Gehäuse eingelassen: Hier wurden sich ein paar Gedanken zum Unterwegs-Betrieb gemacht.

Doppelter SD-Speicher

Calyx M mit SD-Karten- und Micro-SD-Karten-Slot

Der 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang befindet sich auf der Geräteoberseite, wie man es von den alten iPhone-Generationen kennt. Daneben sind zwei Speicherslots für MicroSD- (128 GB) und SD-Karten (256 GB), die den internen 64-Gigabyte-Speicher erweitern. Genug Platz also für jede Menge HiRes-Musik!

Der Calyx M wird per Micro-USB-Schnittstelle mit dem Computer verbunden, um ihn mit Daten zu füllen. Beim Test am Mac wurde der DAP nicht direkt erkannt: Zunächst muss man die File-Transfer-Utility-Software installieren, die Calyx auf seiner Website zum Download anbietet. Eine Übertragung übers Netzwerk wäre noch nett gewesen – WLAN versteht der Player aber nicht, hier merkt man ihm sein Alter (Baujahr 2014) erstmals an.

Am Computer angedockt, lädt sich gleichzeitig der verbaute Akku auf. Der hielt bei mir im Test knapp über 5 Stunden – das reicht nicht ganz für eine Zugfahrt von Hamburg bis nach München aus, sollte für den täglichen Weg zur Arbeit aber ausreichend sein.

Hängt der Calyx M am Computer, gibt es noch eine dritte Wahlmöglichkeit: Neben „nur laden“ und „Datentransfer“ bietet uns der DAP auch eine USB-DAC-Funktion an. Damit lässt sich der Calyx auch als asynchroner D/A-Wandler mit Kopfhörerverstärker am Mac oder PC gebrauchen – für HiRes-Wiedergabe müssen sich Windows-Nutzer zunächst noch einen Audio-Treiber installieren.

Technik

Calyx M DAP spielt PCM und DSD

Der verbaute XMOS-Receiver nimmt PCM-Dateien bis 32 Bit und 384 kHz an und kommt auch mit DSD-128-Files bestens zurecht. Der Prozessor ist ein Cortex A5, der sonst eher in Tablets zu finden ist. Als Wandler-Chip hat der Calyx M einen ESS Sabre ES9018 eingesetzt. Von da aus geht es direkt zum Kopfhörerverstärker, der in Class-A-Technik arbeitet. Ausgangsseitig bietet uns der Digital Audio Player 1,25 V Effektivwert an – das reicht für die meisten Kopfhörer aus.

Das Benutzerinterface basiert auf einem Android-Betriebssystem, das aber nicht vergleichbar mit dem eines Pioneer XDP-100R (Test) ist. Während der Pioneer DAP, sämtliche Funktionen des Android-OS inklusive Zugang zum App-Store zur Verfügung stellt, ist das beim Calyx-Player kaum noch wiederzuerkennen. Macht aber nichts, schließlich wollen wir damit Musik hören und keine Pokémons fangen.

Der Startbildschirm zeigt die aktuelle Wiedergabe an und bietet auf Wunsch detaillierte Titelinformationen. Dazu zählen neben Auflösung und Dateiformat auch der verwendete Speicherplatz, Alben- und Künstlername sowie das jeweilige Genre.

Ein Wisch nach rechts zeigt die gesammelte Musikbibliothek an, die sich nach Album, Künstler, Tracks und Playlisten sortieren lässt. Vom Startbildschirm aus einmal nach links gewischt, landet man in der Jukebox, eine Art Schnell-Playlist-Funktion.

Im Menü befinden sich weiter wichtige Audioeinstellungen, wie unterbrechungsfreie Wiedergabe, das Scannen der Musikbibliothek und eine dreistufige Impedanzanpassung auf „Niedrig“ (7-16 Ohm), „Mittel“ (16-24 Ohm) und „hoch“ (24≤ Ohm). Das Menü ist logisch aufgebaut und bringt den Nutzer nach kurzer Eingewöhnungsphase schnell zum Ziel. Schnell ist dabei relativ – die Reaktionsgeschwindigkeit eines aktuellen Top-Smartphones darf man hier nicht erwarten. Auffälige Ruckler gibt’s es dafür nicht.

Hörtest

Calyx M Testbericht

Zum Smartphone aber auch zu manch anderem DAP unterscheidet sich der Calyx M durch seinen Class-A-Kopfhörerverstärker. Der ist klanglich deutlich spürbar und sorgt für einen kräftigen Klang mit angenehmer wärme. Der Calyx-Player spielt locker und unaufgeragt. Der gefällige Klang sorgt für lang anhaltenden Musikgenuss, dem sich auch über mehrere Stunden lauschen lässt.

Die Höhen lösen sauber auf, sind aber nicht überpräsent vertreten. Gleiches gilt für den Bass, der sofort anspricht, wenn er gefordert wird, sich sonst aber nicht in den Vordergrund drängt. Damit zählt der Calyx M zu den entspannteren Vertretern der DAP-Klasse.

Die Klangsignatur ist perfekt dafür geeignet, um mit verschiedenen Kopfhörern zu experimentieren. In seiner Funktion als externer D/A-Wandler am Schreibtisch kann ich die Kombination mit dem Enigmacoustics Dharma D1000 (Test) empfehlen. Der liefert von Haus aus eine sehr direkte Ansprache mit offenen Höhen und einer kräftigen Portion Bass. Die ausgeglichene Art des Calyx M ist eine ideale Ergänzung, bei der Smoothness und Lebendigkeit aufeinandertreffen.

Unterwegs habe ich den In-Ear-Kopfhörer Radius HP-TWF41 / W n˚4 zusammen mit dem Calyx-Player eingesetzt. Der arbeitet pro Hörerseite mit zwei Treibern im Koax-Aufbau und liefert eine absolut saubere Wiedergabe. Auch der ist eher von der entspannteren Sorte, frei von Schärfe und liefert eine realitätsnahe Mittenwiedergabe ab. Das passt natürlich zur gelassenen Art des Clayx M, wodurch sich eine sehr gefällige Kombi ergibt.

Zusammengefasst

Der Calyx M überzeugt mit seiner breiten Formatauswahl, einer intuitiven Bedienung und jeder Menge Platz für hochauflösende Audiodateien. Klanglich spielt er in der ersten Liga unter den Digital Audio Playern mit und ist dank seiner lockeren, ausgeglichenen Art und zu einer breiten Palette an Kopfhörern kompatibel. Die Akkulaufzeit ist nicht unbedingt für Langstreckenflüge gemacht – kommt der Calyx dagegen Zuhause am Computer oder auf kürzeren Strecken zum Einsatz, wird man mit bestem Klang belohnt.

Calyx M Preis: 1000 Euro

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Calyx M

8.5 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung8.5
Funktion / Zubehör7.5
Klang9.5
Preis / Leistung8

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