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Focal Utopia Kopfhörer auf dem CanJam 2016

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Focal Utopia, Elear und Listen im CanJam-Test

Eines der Messe-Highlights auf dem diesjährigen CanJam 2016 war sicherlich die neue Kopfhörer-Reihe von Focal. Der französische Lautsprecherspezialist hatte die Modelle Focal Utopia, Elear und Listen mit im Gepäck, die auf bekannte Treibertechnologien aufsetzen.

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Focal Utopia

Focal Utopia offener Kopfhörer mit Beryllium-Membran Focal Utopia High-End-Kopfhörer

Vorführbereit an Verstärker- und Player-Technik von Naim hat der deutsche MusicLine-Vertrieb die neue Kopfhörer-Generation von Focal auf dem CanJam 2016 präsentiert. Das Line-Up besteht aus drei neuen Modellen: den beiden offenen High-End-Kopfhörern Focal Utopia und Focal Elear sowie dem geschlossenen Mobil-Kopfhörer Focal Listen.

Der Focal Utopia ist das neue Flagschiff-Modell aus der französischen HiFi-Schmiede, der technische Gemeinsamkeiten mit dem mindestens ebenso hochwertigen Standlautsprecher Grande Utopia aus dem gleichen Entwicklungshaus aufweist.

Denn das Treiberchassis des Focal Utopia nutzt eine 25 μm (Mikrometer) dünne Membran aus reinem Beryllium. Das Material steht für eine extrem hohe Steifigkeit bei geringstem Gewicht. Klanglich soll das mehr Linearität, Impulstreue und eine präzise Dynamik gewährleisten.

Focal Elear

Focal Elear Kopfhörer auf dem CanJam 2016  Focal Elear Headphone

Die Membran des Focal Elear besteht im Vergleich zum Utopia aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung, der nächstbesseren Alternative im Focal-Portfolio. Der Hersteller bezeichnet die beiden High-End-Kopfhörer als Ultranahfeld-Monitore“, welche die Vorteile eines Kopfhörers mit denen eines hochwertigen Lautsprechers verbinden sollen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt Focal statt konventioneller Kalotten, Membranen mit einem M-Profil ein. Die sollen trotz des kurzen Hörabstands so gut wie keine Verzerrungen und Phasenfehler verursachen und weitestgehend ebene Schallwellen erzeugen.

Auch die Aufhängung der Membranen stand im Fokus der Entwickler: Die Sicke sollte einerseits möglichst leicht sein und andererseits große Auslenkungen sowie hohe Linearität ermöglichen. Das Ergebnis ist eine extrem dünne 80 μm Aufhängung im Focal Utopia und Elear.

Da ein kräftiger Antrieb für eine hohe Klangqualität mindestens ebenso entscheidend ist, hat der französische Hersteller seinen beiden Spitzenkopfhörern Neodym-Magnete spendiert, die laut eigenen Angaben eine beachtliche Flussdichte von 1,15 Tesla erzielen.

Die verbauten Schwingspulen fallen mit 25 mm Durchmesser und 4,4 mm Höhe vergleichsweise üppig aus, was eine stabilere Ankopplung an die Membran und eine effektivere Ausnutzung des Magnetfelds ermöglichen soll. Das hat Focal mit der Konstruktion der weltweit ersten einlagigen Schwingspule ohne Spulenträger erreicht.

Um Kompressionseffekte und Strömungsgeräusche weitestgehend zu vermeiden sind die Gehäuse des Focal Utopia und des Focal Elear nach Außen praktisch komplett offen aufgebaut. Um den Eindruck einer Schallerzeugung im Raum zu verstärken und die Anatomie des äußeren Ohrs mit einzubeziehen, hat Focal die Chassis im Gehäuse leicht noch vorn versetzt und eingewinkelt.

Die großen, ohrumschließenden Hörmuscheln sind mit Polstern aus Memoryfoam ausgestattet, der Kopfhörerbügel ist mit Leder gepolstert. Beide Hörer verfügen über getrennte Anschlüsse für den linken und rechten Kanal und werden mit einem 4 m langen Kabel ausgeliefert.

Erster Klangeindruck

Focal Messestand auf dem CanJam 2016

Im kurzen Messe-Test konnte der Focal Elear mit einem straffen Klangbild, ausgezeichneter Dynamik und einer ordentlichen Portion Punch im Bass punkten. Dabei klang er fein aufgelöst und lieferte hörbar mehr Druck als ein Sennheiser HD800.

Der Focal Utopia behält die Klangeigenschaften des Elear zu weiten Teilen bei, liefert hingegen noch mehr Klarheit, Lokalisationsschärfe und ein offeneres Klangbild. Im unteren Frequenzbereich klang der Utopia, ein Stück weit dezenter als der Elear, der ganz allgemein Gesagt, der klanglich wärmerer von beiden ist.

Der Utopia ist heller und feinauflösender abgestimmt. Sein Umgang mit Transienten liegt auf Referenzniveau und er wirkt im Hochtonbereich für meinen Geschmack sogar noch natürlicher als der HD800. Statt auf eine übernatürlich breite Bühnenabbildung zu setzen, halten die beiden Focals das Klanggeschehen als perfekte Einheit zusammen – der Utopia liefert dagegen eine genauere Detailzeichnung von beiden.

Nach dem ersten Klangeindruck haben sich die beiden Focals direkt in die erste Kopfhörer-Liga vorgespielt. Wie sie sich dort im Vergleich mit ihren Mitbewerbern behaupten, muss ein Einzeltest in ruhiger Umgebung zeigen.

Focal Listen

Focal Listen geschlossener Kopfhörer Focal Listen Mobil-Kopfhörer

Die dritte Neuvorstellung am Stand von Focal auf dem CanJam 2016 war der Nachfolger des 2012 vorgestellten Spirit One. Der Focal Listen ist mit seinen geschlossenen Hörer-Muscheln primär für den mobilen Einsatz entwickelt. Die 40 mm große Mylar-Titan-Membran soll für einen natürlichen, detailreichen Klang sorgen, während die Memoryfoam-Polster hohen Tragekomfort gewährleisten und Außengeräusche reduzieren sollen.

Das abnehmbare, 1,4 m lange Kabel des Focal Listen ist mit einer Headset-Funktion ausgestattet. Der Lieferumfang enthält ein Etui, einen Flugzeugadapter und einen 3,5-mm-auf-6,3-mm-Klinkenadapter.

Klanglich zeigte sich der Focal Listen im Messe-Test als angenehm unangestrengt, zurückhaltend, ohne großartige Eigenfärbung. Bässe kommen straff, nicht überpräsent, während Mitten und Höhen ausgeglichen tönten. Trotz seiner geschlossener Bauform hinterließ der Focal Listen einen erstaunlich offenen Eindruck. Auch wenn der Kopfhörer nicht in der gleichen Liga wie der Focal Utopia und Elear spielt, sind klangliche Anleihen durchaus erkennbar.

Focal Utopia Preis: 4.000 Euro
Focal Elear Preis: 1.000 Euro
Focal Listen Preis: 199 Euro

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