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KRK V4S4 Test: Aktivlautsprecher für Home-Producer

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KRK V4S4 Test: Aktivlautsprecher für Home-Producer

Pro Audio vs. HiFi – wo fängt das eine an, wo hört das andere auf? Wir haben uns die Studiomonitore KRK V4S4 auf den Schreibtisch gestellt und sie auf Mix- und HiFi-Qualitäten getestet.

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KRK V4S4 Test

KRK V4S4 Test Pro Audio-Lautsprecher

Audiophile haben es nicht immer leicht. Nirgends will man auf den guten Klang verzichten, er soll am besten überall hin begleiten, auch im Haus. Selbst im Arbeitszimmer sind Kompromisse im Sound mittlerweile unvorstellbar.

Oft ist jedoch der Raum begrenzt und es ist nicht überall Platz für ein Paar Lautsprecher inklusive kräftigem Verstärker. Deshalb werden aktive Lautsprecher zunehmend attraktiver.

Der Pro-Audio-Bereich hat hier einiges an Pionierarbeit geleistet und bringt Modelle auf den Markt, die sowohl kompakt sind, als auch klangstark aufspielen. Der Hersteller KRK ist einer davon. Wir haben uns mit dem KRK V4S4 den kleinsten Kandidaten seiner neu aufgelegten V-Serie mal auf den Schreibtisch gestellt.

Studiomonitor

Studiomonitor KRK V4S4

Der Studiomonitor KRK V4S4 im Miniaturformat wirkt ziemlich robust, obwohl dessen Außenmaße anderes vermuten lassen. Eine solide Verarbeitung bringt er also mit. Das Gehäuse besteht zum Großteil aus MDF und ist in mattem Schwarz lackiert. Die hintere und vordere Abdeckplatte bestehen aus Aluminium.

Auf der Rückseite befinden sich die Bedien- und Anschlusselemente. Schlicht und übersichtlich findet sich hier alles, was ein professioneller Aktivlautsprecher braucht: Eine Gainregelung zur Anpassung der Eingangslautstärke, einige Dip-Schalter für diverse geringfügige Modifikationen, beispielsweise der Aktivierung des Stand-by-Modus und je eine Einstellmöglichkeit für Höhen und Tiefen, um die Lautsprecher an die Aufstellgegebenheiten anzupassen.

Klangverarbeitung

KRK V4S4 DSP Klangverarbeitung

Die Klangverarbeitung erfolgt beim KRK V4S4 mittels DSP, also per digitaler Signalverarbeitung. Je Band stehen dem Hörer sieben verschiedene Stufen zur Verfügung, er kann also auf insgesamt 49 verschiedene Einstellungen zurückgreifen.

Verstärkt wird dann wieder rein analog. Bei der Verbindung mit dem Zuspieler wendet sich KRK gezielt an Nutzer mit höherem Anspruch und verzichtet komplett auf den unsymmetrischen Cinch-Eingang. Stattdessen steht eine symmetrische XLR/Klinken-Kombi-Buchse bereit.

Die direkte Verbindung mit dem Wandler des Computers fällt somit aus. Es empfiehlt sich ein externer D/A-Wandler von höherer Qualität – beispielsweise dem RME ADI-2 Pro – oder man wagt gleich den Griff zum externen Audio-Interface aus dem Profi-Lager.

Diese sind mittlerweile oft schon für einen vergleichsweise geringen Preis zu haben, sie sind unkompliziert im Handling und bringen neben symmetrischen Ausgängen oft auch gute und lineare Wandler mit.

Solider Aufbau

KRK Lautsprecher-V4S4

Die Front des KRK V4S4 präsentiert sich in gebürstetem Aluminium und verzichtet komplett auf sichtbare Schrauben. Die Membranen der Treiber erinnern stark an jene des HiFi-Urgesteins Bowers&Wilkins. Und nicht nur die Optik ist ähnlich: Auch KRK greift hier auf Kevlar als Werkstoff zurück.

Der Tief-/Mitteltöner ist beim kleinsten Lautsprecher der Serie mit einem Durchmesser von vier Zoll ausgeführt und der Hochtöner misst ein Zoll. Unter den Treibern befindet sich ein breiter, jedoch schmaler Bassreflex-Kanal.

Unkompliziert in der Handhabung

KRK-V4S4-Lautsprecher Handling

Aufgebaut und eingerichtet sind die KRK-V4S4-Lautsprecher schnell. Dank der verbauten Endstufen ist hier keine aufwendige Verkabelung nötig. Allerdings sollten genügend Steckdosen bereitstehen, denn hier wird pro Lautsprecher ein Anschluss benötigt.

Dafür bekommt der Hörer je Pärchen die Kraft von vier Endstufen zu spüren, denn die Lautsprecher laufen im Bi-Amping-Betrieb. So wird jeder der Treiber mit einer direkt auf ihn zugeschnittenen Class-D-Verstärkerstufe angefahren.

Um die Boxen vom Schreibtisch abzukoppeln wurden auf der Unterseite schwingungsabsorbierende EVA-Pads installiert. Außerdem befinden sich hier die Gewinde zur Montage auf Lautsprecher-Stativen. Sind die Lautsprecher in Betrieb genommen, leuchtet das Logo an der Front auf, insofern dies nicht an einem der Dip-Schalter auf der Rückseite deaktiviert wurde.

Hörtest

KRK V4S4 Review Hörtest

Beim Anspielen der KRK V4S4 ist der erste Eindruck, dass sie etwas mehr Bass vertragen könnten. Zwar sind sie aufgrund ihrer geringen Größe im Frequenzumfang sicher nicht so ergiebig, wie ein Standlautsprecher. Doch auch bei vergleichbaren Modellen ähnlicher Größe ging das Spektrum gefühlt um wenigstens eine Oktave tiefer.

Mit der Korrektur des Frequenzgangs auf der Rückseite ist es bedingt möglich, Abhilfe zu schaffen. Ansonsten ist der Klang von Klarheit geradezu durchzogen. Speziell in den Höhen gehen die Aktivlautsprecher sehr detailliert zu Werke. Direkt und präzise setzt der Hochtöner die oberen Frequenzen in Szene, jedoch ohne sie zu forcieren und überzubetonen.

Wer es ein wenig zurückhaltender mag, wird auch hier mit dem EQ den Klang seinen Bedürfnissen ein Stück weit näher bringen. Der wirklich starke Bereich der KRK V4S4 ist jedoch der der Mitten. Gerade im unteren Segment holen sie einiges an Druck heraus, der im Bass fehlt. Jedoch wird dieser nicht künstlich aufgebauscht, sondern auch dieser ist äußerst definiert und spricht unmittelbar an.

Ein glatter Frequenzverlauf sorgt dafür, dass gesamte Instrumentarien von Bands, Ensembles und Orchestern gut zur Geltung kommen. Für ein plastisches Klangbild sorgen die ausgezeichnete Panorama-Darstellung und die gute Tiefenstaffelung, welche trotz der Kompaktheit der Lautsprecher auch große Räume darstellen kann.

Zusammengefasst

Auch wenn die KRK V4S4 einige Grundvoraussetzungen an das Equipment stellen: Auf dem Schreibtisch sind sie eine sehr gut klingende Bereicherung. Musik wird transparent und klar wiedergegeben und eine Räumlichkeit erzeugt, die man Lautsprechern von diesem Format gar nicht zutraut. Lediglich der Bass stellt ein Manko dar. Wer also auch Low-End mag, ist mit einem zusätzlichen Subwoofer gut beraten. Dank Class-D-Endstufen bleibt auch der Energieverbrauch überschaubar und mindert das Grauen beim Gedanken an die nächste Stromrechnung ein wenig.

KRK V4S4 Preis: 449 Euro

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Test-Fazit
8.2 Punkte
Design / Verarbeitung8
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör7.5
Klang8.5
Preis / Leistung8

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