×
Lindemann musicbook-15 DSD

Anzeige

Lindemann musicbook:15 DSD Test: USB-Audio Music Player

Kann man Digital-Audio weiter verbessern fragt Lindemann und gibt gleich selbst die Antwort: Man kann! Der Schlüssel dazu sei das Lindemann musicbook:15 DSD, das alle digitalen Eingangssignale in DSD256 umrechnet. Wir fragen uns: Hört man das?

Anzeige

Lindemann musicbook:15 DSD Test

Lindemann musicbook:15 DSD Test

Der Name „Lindemann“ weckt wohl bei unterschiedlichen Personengruppen unterschiedliche Assoziationen. Dem einen kommt wohl zuerst Till Lindemann, seines Zeichens Sänger von Rammstein und Namensgeber des Projekts „Lindemann“ mit dem schwedischen Musik-Mastermind Peter Tätgren (Hypocrisy, Pain) in den Kopf.

Der High-Ender hat sofort Bilder von kompakten, buchförmigen Audiogeräten von höchster Qualität vor Augen – die musicbooks. Sie sind Teil einer Serie des Herstellers Lindemann Audio, sesshaft im schönen Fünfseenland in der direkten Umgebung Münchens. Hier soll es um Letztere gehen, und zwar um ein Produkt aus deren neuester Linie: das Lindemann musicbook:15 DSD.

Lindemann und DSD

Lindemann musicbook:15 DSD CD-Player, PreAmp, D/A-Wandler

„DSD ist das neue Analog“ – dieser Slogan prangt auf der gesamten Produktlinie der neuen Musicbooks. Das Format, das einst ein sehr unscheinbares Schattendasein auf der SACD fristete, ist nun – seit dem Boom des High-Resolution-Audio – wieder in aller Munde.

Kein Wunder, denn DSD bietet zwar nur eine Wortbreite von einem Bit, verfügt aber über eine signifikant höhere Abtastrate, als die herkömmliche Audio-CD. Somit wird eine deutlich präzisere Aufzeichnung und damit auch Wiedergabe des analogen Originals erreicht.

Schlicht gesagt: Durch die Mehrzahl an aufgezeichneten Werten müssen weniger Zwischenwerte errechnet werden und dementsprechend genauer wird die Frequenzkurve nachgebildet. Lindemann hat als einer von wenigen Audio-Herstellern die Zeichen der Zeit schon früh erkannt und bereits 2002 den ersten SACD-Player aus deutschen Landen auf den Markt gebracht.

Von CD zu DSD

Lindemann musicbook:15 DSD CD-Player

Mittlerweile hat sich einiges getan. Mit dem Aufkommen von dateibasiertem Audio, ist man auch beim DSD-Format nicht länger an die Konventionen und Limitierungen des physischen Mediums gebunden. Während bei der SACD die Abtastrate noch bei 2,8 MHZ, dem 64-fachen der Audio-CD (daher auch DSD64) lag, sind heute Werte bis DSD512 möglich.

Bei Lindemann will man nicht schneller, höher, weiter, sondern orientiert sich am aktuell üblichen Maximum von DSD256. Diese können nativ im Lindemann musicbook:15 DSD verarbeitet werden. Doch mehr noch: Die musicbooks sind von Haus aus so konfiguriert, dass sie auch reguläre PCM-Daten ins DSD-Format konvertieren. Durch sogenanntes Oversampling werden im CD-Format vorliegende Aufnahmen in Dynamik- und Frequenzumfang an die DSD-Qualität angenähert.

Bevor wir ausprobieren, wie gut dies beim Lindemann musicbook:15 DSD von der Theorie in die Praxis umgesetzt wird, schauen wir uns zunächst einmal die Hardfacts an.

Anschlüsse

Lindemann musicbook:15 DSD Anschlüsse

Wer die musicbook-Reihe kennt, weiss schon in etwa, was ihn beim Lindemann musicbook:15 DSD erwartet. Ein solides Aluminiumgehäuse in mattem Look und in Form eines geschlossenen Buches ist das Standardmerkmal eines jeden Produkts der Serie. Am Buchrücken finden sich die Anschlüsse. Und hier unterscheiden sich die Modelle erstmals voneinander.

In unserem Fall finden wir einen Kaltgeräteanschluss mit Hard-On/Off-Button. Ein früherer Standard, der seit der digitalen Revolution (leider) zu einem Feature verkommen ist. Das Lindemann musicbook:15 DSD wird unter der Kategorie der USB-Musikplayer geführt, wodurch die USB-B-Buchse obligatorisch ist.

Dass über USB Signale auf asynchronem Weg ankommen, versteht sich bei Lindemann fast von selbst. Um seine Zweit-Funktion als Pre-Amp wahrnehmen zu können, verfügt das Lindemann musicbook:15 DSD zusätzlich über vier digitale (2x optisch, 2x koaxial) und zwei analoge Eingänge – jeweils als Cinch-Buchsen-Pärchen.

Bluetooth

Lindemann musicbook:15 DSD Bluetooth

Zur Weitergabe der Musik an externe D/A-Wandler oder Vorverstärker gibt es je einen optischen und koaxialen Digitalausgang. Schließlich befinden sich an der Rückseite auch zwei analoge Stereo-Ausgänge, davon einer in der symmetrischen XLR-Ausführung und einer in unsymmetrierter Cinch-Gestalt. Somit ist der kombinierte Preamp und Wandler sowohl für den Anschluss an eine Endstufe oder für den Betrieb mit Aktivlautsprechern bestens gerüstet.

Ein Port für die mitgelieferte Antenne sichert dem Lindemann musicbook:15 DSD seine Bluetooth-Funktionalität. Die Front zeigt sich dagegen deutlich unaufgeregter in simplem Schwarz. Ein kaum sichtbarer Spalt zeigt eine weitere Zuspielmöglichkeit: den CD-Slot. Auch die Kopfhörerbuchse sieht man erst beim näheren Hinschauen. Hinter dieser verbirgt sich ein kraftvoller Class-A-Kopfhörerverstärker.

Los geht‘s!

Lindemann musicbook:15 DSD Steuerung

Beim Start des Lindemann musicbook:15 DSD zeigt sich auf dem großflächigem OLED-Display zunächst der Gerätename im für die Reihe typischen gelb-orangen Farbton. Anschließend signalisiert es seine Bereitschaft mit der Anzeige der ausgewählten Quelle.

Die Größe der Schrift garantiert eine gute Lesbarkeit, auch aus weiterer Entfernung. Neben dem An/Aus-Taster auf der Oberseite ist das große Rad das einzige Bedienelement. Damit lassen sich die Grundfunktionen bedienen. Eine Drehung regelt die Lautstärke, Druck und Drehung wechselt die Quelle. Ist der CD-Modus ausgewählt, lassen sich durch letztere Kombination Titel überspringen, ein kurzer Druck pausiert die Wiedergabe, ein längerer Druck wirft das physische Medium aus.

Dieselben Funktionen und erweiterte Bedienungsmöglichkeiten bietet die beiliegende Fernbedienung. Diese liegt gut in der Hand, die Tasten verfügen über einen angenehmen Druckpunkt, doch durch die schwarz glänzende Oberfläche sieht man schnell Schmierspuren durch die Finger darauf.

Wer also den glänzenden Look bewahren möchte, sollte Handschuhe tragen, oder stets ein Mikrofasertuch in Reichweite haben. Der Akku ist fest eingebaut und lässt sich per Mini-USB aufladen. Die Optionsmenüs lassen sich ausschließlich mittels der Fernbedienung erreichen.

Fernbedienung

Lindemann musicbook:15 DSD Fernbedienung

Das Lindemann musicbook:15 DSD setzt jedoch auf einfache Bedienung und so bleibt auch der Konfigurationsaufwand überschaubar. Jede Quelle lässt sich mit einem individuellen Namen versehen und die Digitalfilter können auf langsames oder kurzes Roll-Off getrimmt werden.

Die Lautstärke der Preamp-Ausgänge lässt sich sowohl für Kopfhörer als auch für die rückseitigen Analogausgänge in drei Stufen von Low über Middle bis High bestimmen. Die spannendste Option ist sicherlich die Auswahl der Wandlung. Hier kann der Hörer selbst entscheiden, ob Signale nativ wiedergegeben werden sollen, oder ob vorher eine Wandlung in DXD (PCM mit bis zu 384 kHz bei 32 Bit) oder DSD128 bzw. DSD256 vollzogen werden soll.

In welcher Qualität und in welchem Format das zugespielte Audio vorliegt und wie es den Wandler wieder verlässt, wird ebenfalls im Display dargestellt. So sehen wir auch auf den ersten Blick, dass DSD-Daten in allen verfügbaren Auflösungsstufen genauso anstandslos vom Computer weitergereicht werden, wie PCM-Daten.

Source: DSD

Lindemann musicbook:15 DSD DXD PCM

Im Bluetooth-Betrieb verhält sich das Lindemann musicbook:15 DSD ebenso unproblematisch, wie bei der Zuspielung von digitalen Quellen. Das Gerät wird sofort gefunden, erkannt und verbunden. Steuerungsfunktionen, wie Play, Pause und das Skippen von Titeln werden unterstützt und funktionieren ebenfalls einwandfrei.

Das CD-Laufwerk vom Laufwerksspezialisten Teac genügt höchsten Ansprüchen und läuft praktisch ohne Nebengeräusche. Bei der Verbindung mit dem Computer verhält es sich, wie gewohnt einfach. Während für Windows ein Treiber benötigt wird, läuft auf dem Mac dank Core-Audio alles ohne die Installation zusätzlicher Software.

Core-Audio ist es auch zu verdanken, dass – obwohl nicht offiziell von Lindemann supportet – Musik von iPhone und iPad via Apples Camera-Connection-Kit wiedergegeben werden kann. Lediglich die Steuerung per Fernbedienung ist hier nur mit Einschränkungen möglich. Vielleicht eine Option fürs nächste Firmware-Update?

Hörtest

Lindemann musicbook:15 DSD Review

Klang und Optik ergeben beim Lindemann musicbook:15 DSD eine erstaunlich gut kombinierte Einheit. Weder aufdringlich, noch zu schlicht gestalten sich die beiden ästhetischen Hauptmerkmale. Hier wird nicht zu dick aufgetragen, jedoch steht genau an der richtigen Stelle der nötige Glanz, die edle Note.

Das Frequenzspektrum lässt nach oben hin jegliche Offenheit, die ein transparenter Klang benötigt, wirkt belebt und frisch, aber nicht harsch. Impulsiv, aber nicht zügellos bewegt es sich durch die Landschaften verschiedener Genres und bietet sowohl akustischer Musik, als auch härteren Gitarren (beispielsweise vom Bandprojekt Lindemann) eine weite Bühne aus der kein Ausbruch nötig ist.

Auch klangliche Tiefe ist in entsprechendem Umfang geboten, sodass auch ein Orchester ausreichend Raum hat, sich zu positionieren und die Musiker nicht dicht an dicht gedrängt scheinen. Die Eigenschaften des Kopfhörerverstärkers nähern sich denen der Vorstufe stark an. Vielleicht ist der Klang ein wenig gefälliger, etwas runder und büßt etwas an Tiefe ein.

Spannend ist nun die Frage, ob das Upsampling, speziell ins DSD-Format, wahrhaftig klangliche Vorteile mit sich bringt. Tatsächlich meinen wir, einen minimalen Klangunterschied wahrnehmen zu können. Beim Vergleich von nativem HD-PCM und dessen Konvertierung in DSD128 muss man vermutlich in der Lage sein, die sprichwörtlichen Flöhe husten zu hören, doch bei Audio-CDs scheint sich das Spektrum zu öffnen und etwas mehr an Weite zu gewinnen.

Zusammengefasst

Das musicbook:15 DSD ist ein ausgezeichneter Allrounder, ob nun für den Schreibtisch oder als Ergänzung zur HiFi-Anlage. Gerade die Fähigkeit, DSD-Daten zu spielen, macht es zukunftssicher und fast ein wenig unersetzbar, wenn man einmal begonnen hat, sich auf das Format einzuschießen. Noch sind die Labels, welche ihre Musik per Direct-Stream-Digital anbieten in der Minderheit, doch Qualität setzt sich letztlich durch, wie auch Lindemann stets aufs Neue und zuletzt mit der jüngsten musicbook-Reihe beweist.

Lindemann musicbook:15 DSD Preis: 3200 Euro

Anzeige

Lindemann musicbook:15 DSD

9.2 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9.5
Preis / Leistung8.5

Anzeige

18 Shares
Share17
+1
Tweet
Pin1
Email