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Nubert nuLine 334 Standlautsprecher im Test

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Nubert nuLine 334 Test: Standlautsprecher mit Tiefgang

Groß, voluminös und doch ein echter nuLine: Nubert hat mit dem Standlautsprecher Nubert nuLine 334 eine 3-Wege-Box mit mächtig Punch im Programm, die sich an klassische HiFi- und Heimkino-Fans richtet. Inspiration holte sich der Hersteller unter anderem aus der größeren nuVero-Serie. Ob die Umsetzung gelungen ist, erfahrt Ihr im folgenden Testbericht.

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Nubert nuLine 334 Test

Nubert nuLine 334 Test

In der Vergangenheit waren die Grenzen zwischen den verschiedenen Lautsprecherreihen der Firma Nubert noch klar gesetzt: „Die nuLine-Lautsprecher sind für sehr hohe Präzision entwickelt worden, während bei der nuVero-Serie – mit größtem Entwicklungs- und Produktionsaufwand – kompromisslos die höchstmögliche Klangqualität und Anpassbarkeit an unterschiedliche Hörgewohnheiten erreicht werden sollte.“

Mittlerweile nähern sich die beiden Serien gefühlt immer weiter an. Im Nubert-Forum wird derweil heiß diskutiert, ob und worin sich die „große“ Nubert nuLine 334 (1255 Euro / Stück) und die „kleine“ nuVero 110 (1465 Euro / Stück) klanglich unterschieden.

Fragt man den Hersteller, lautet die Antwort: Die nuLine 334 sei die lautere Box, habe einen höheren Wirkungsgrad und vertrage mehr Pegel. Die nuVero 110 habe dafür Vorteile, was filigranes Spiel anbelangt. Letztendlich kommt es also auf den konkreten Anwendungsfall des Hörers an – an Materialdichte und Verarbeitungsqualität wurde auf beiden Seiten nicht gespart.

Im folgenden Test schauen wir uns die Nubert nuLine 334 etwas genauer an und versuchen, konkrete Anwendungsgebiete für den größten Standlautsprecher der nuLine-Serie herauszuarbeiten.

nuOva, Flachmembran, Subwoofer

Nubert nuLine 334 Flachmembran-Mitteltöner Nubert nuLine 334 nuOva-Hochtöner

Die Grundbausteine des Nubert nuLine 334 habe ich Euch bereits im Test des Nubert nuLine 244 vorgestellt. Beide Lautsprecher basieren auf ähnlichen Zutaten und teilen sich den gleichen Hochtöner.

Dabei handelt es sich um eine nuOva-getaufte 26-mm-Seidengewebekalotte, die in einer eigenen Volumenkammer sitzt und seitlich eingerückt ist. Dadurch lassen sich der linke und der rechte Lautsprecher leicht voneinander unterscheiden. Die asymmetrische Treiberanordnung soll Schallbrechungen an den Gehäusekanten spürbar verringern und dadurch für eine gesteigerte Klangreinheit sorgen.

Der 123-mm-Mitteltöner kommt in Form einer Flachmembran, er schließt bündig mit der Schallwand des Standlautsprechers ab und soll unvermeidliche Eigenresonanzen in höhere Frequenzbereiche auslagern. So kommt es auch, dass der Speaker seinen Arbeitsbereich bereits bei einer Grenzfrequenz von 2,2 Kilohertz an den nuOva-Hochtöner übergibt. Auch hier stand der Anspruch an maximale Klangtreue bei der Entwicklung wieder einmal im Vordergrund.

Im Tieftonbereich sorgen gleich drei 180-mm-Longstroke-Tieftöner mit Polypropylenmembranen ab einer Übergangsfrequenz von 360 Hertz für das kräftige Fundament und die enorme Pegelfestigkeit des Lautsprechers.

Im Ernstfall sollen die drei Treiber bis zu 30 mm auslenken – dabei erinnert die Gesamtmembranfläche stark an die eines ausgewachsenen Subwoofers. Kein Wunder, dass sich Nubert vom hauseigenen Sub AW-500 inspirieren ließ.

Stabil von Innen heraus

Nubert nuLine 334 Standlautsprecher

123,5 Zentimeter (cm) inklusive der Traversenfüße misst der Standlautsprecher Nubert nuLine 334, was den Hersteller aus Schwäbisch Gmünd dazu veranlasst, diesen kippsicher und filigran zu nennen. Mit seinem Gewicht von 36,5 Kilogramm steht er tatsächlich wie angewurzelt an seinem Platz, doch seine 39 cm Tiefe und 21 cm Breite wirken auf mich doch eher stämmig als schmächtig.

Das Gehäuse des Lautsprechers stammt Nubert-typisch von einem bekannten Hersteller für Tonmöbel, der den nuLine 334 aus MDF-Material mit einer Stärke zwischen 19 mm und 38 mm zusammensetzt. Dieses verleiht dem Speaker ausreichend Stabilität, die auch im Klopftest keinerlei Gehäuseschwingungen zulässt.

Weitere Maßnahmen zur Akustikoptimierung befinden sich im Inneren des Lautsprechers, der mit zahlreichen Verstrebungen und Dämmelementen ausgestattet ist. Selbst die Kabel der Frequenzweiche sind zusätzlich ummantelt.

Klangwahlschalter

Nubert nuLine 334 Lautsprecher-Terminal mit Klangwahlschalter Nubert nuLine 334 Bass-Reflexöffnungen

Wer bis hierhin die nuLine-Serie immer noch als Sparvariante der nuVero-Reihe wahrnimmt, wird spätestens bei der Verarbeitungsqualität eines Besseren belehrt. Der Nubert nuLine 334 kommt im unprätentiösen oder auch zeitlosen Design, einer anstandslosen Verarbeitung und einer sauber aufgetragenen Mehrschichtlackierung oder Furnierung. Letztendlich wirkt die Formgebung sehr gefällig und sollte in den Varianten Schwarz, Weiß oder Nussbaum zu den meisten Wohnraumgestaltungen passen.

Am Rücken des Lautsprechers sorgen zwei Reflexöffnungen für zusätzlichen Tiefgang, die baugleich mit denen des früheren Flaggschiffs Nubert nuVero 14 sind. Um Schallüberlagerungen und Phasenschmierereien zu vermeiden empfiehlt der Hersteller einen Wandabstand von mindestens 3 cm – theoretisch besser wäre ein Spanne von ca. 80 cm.

Weil sich so viel Freiraum in der Praxis allerdings nicht immer realisieren lässt, hat der Nubert nuLine 334 noch ein paar Gimmicks mit im Gepäck. Direkt am Anschlussterminal mit Bi-Wiring-Möglichkeit und vergoldeten Steckern sitzen zwei Klangwahlschalter zur geschmacklichen Klanganpassung oder eben zur Aufstellungsoptimierung.

Einer der beiden deaktiviert auf Wunsch das untere Basschassis, was eine Schalldrucküberlagerung im Tieffrequenzbereich minimieren soll. Das Interessante daran: Nubert ist es dabei gelungen, trotz dieser Maßnahme die Gesamtimpedanz und den allgemeinen Klangcharakter des Lautsprechers beizubehalten.

Das aufwendige Schaltungskonzept erklärt auch die hohe Bauteildichte der Frequenzweiche mit ihren insgesamt 52 Elementen, die für jeden Frequenzgangzweig ihre eigene Platine besitzt.

Sollte die gewählte Schalterstellung immer noch nicht den gewünschten Milderungseffekt erzielen, lassen sich die Reflexöffnungen immer noch händisch verschließen – die passenden Stopfen liegen bei.

Der zweite Taster reguliert dagegen den Hochtonbereich in drei Stufen. Je nach akustischer Umgebung – von leerem Industrieloft bis zur Deckenburg – lässt sich zwischen den Varianten „sanft“, „neutral“ und „brilliant“ auswählen.

Nubert nuLine 334 im Hörtest

Nubert nuLine 334 Hörtest

Wer die Lautsprecher von Nubert kennt, der kennt auch die grobe Klangcharakteristik der Nubert nuLine 334. Eine lebendige Wiedergabe mit Anspruch auf hohe Neutralität und musikalische Vielseitigkeit zeichnen diesen Standlautsprecher aus.

Die Besonderheit ist hier zweifelsohne der volle Bassbereich mit mächtig Punch und hoher Pegelfestigkeit selbst für größere Räume. Jetzt erschließt sich auch die Sinnhaftigkeit hinter dem Bassschalter, mit dem sich auch Musikgenre-abhängig spielen lässt.

Bei modernen Produktionen, elektronischen Titeln und im TV-Einsatz habe ich die Geschmacksanpassung gerne aktiviert. Ernste Musik und Filmsoundtracks profitierten im Test dagegen von der Absenkung, wodurch schnelle Impulse noch etwas straffer klingen.

Die zweite Paradedisziplin des Nubert nuLine 334 ist der Umgang mit Stimmen. Mit übereifrigen S-Lauten und harten Konsonanten haben die Standlautsprecher nicht zu kämpfen – sofern man wieder die richtige Schalterstellung wählt. Die Einstellung „Brilliant“ klang für mich im akustisch optimierten Hörraum in den meisten Fällen etwas zu aggressiv. Je nach Kompressionsgrad der Musikaufnahme habe ich mich für „Neutral“ oder „Sanft“ entschieden.

Unabhängig der Einstellung haben alle Varianten jedoch eines gemein: Intime Gesangsaufnahmen stehen oft weit im Raum und bauen sich fast schwerelos vor dem geistigen Auge auf.

Komplexe musikalische Werke erklingen zwischen den Lautsprechern mit kunstvollen Klangfarben und deutlicher Tiefenstaffelung. In Orchesterwerken reihen sich die Streicher vor den Blässern und trommelnden Pauken korrekt auf und schlagen erstaunlich lebendige Wellen in den Hörraum hinein. So muss das klingen!

Nubert nuLine 334 Preis: 1.255 Euro (Stück)

Zusammengefasst

Die Mischung aus kräftigem Impulsverhalten, neutraler Klangphilosophie und feindynamischer Detailauflösung des nuLine 334 von Nubert bildet eindrucksvoll das Live-Feeling nach, das man nach einem Konzertbesuch so gerne mit nach Hause nimmt.

Nebst nuLine 334 Testfazit

9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9
Preis / Leistung9

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