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RME ADI-2 Pro D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker

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RME ADI-2 Pro Test: Studio-Wandler für Zuhause

Einmal wie die Profis fühlen: Der RME ADI-2 Pro macht’s möglich. Noch nie gab es für den HiFi-Markt einen Kopfhörerverstärker und D/A-Wandler mit solch einem Funktionsumfang und selbst die Studio-Veteranen von RME sprechen dabei von ihrem neuen Referenz-Konverter. Doch wie schlägt sich der Wandler in der Praxis?

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RME ADI-2 Pro Test

RME ADI-2 Pro Test

Allen, die sich mit Studiotechnik beschäftigen, wird nicht nur einmal der Name „RME“ untergekommen sein. Die Firma, ansässig in der bayrischen Gemeinde Haimhausen zwischen München und Freising, ist einer der großen Player, wenn es um Audio-Interfaces geht.

In der HiFi-Welt hingegen ist die Marke bislang kaum in Erscheinung getreten. Zu sperrig das übliche 19“-Rackformat, zu spartanisch die Gehäuse- und Oberflächendesigns mit ihren LEDs und Knöpfen. Schade, denn von der erstklassigen Technik könnte so manche Anlage profitieren. Doch mit dem RME ADI-2 Pro könnte eine Symbiose aus Studio- und Wohnzimmergerät gelingen.

Schon optisch ist der kompakte D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker kein Gerät, das man in einem Schrank verstecken müsste, auch wenn man könnte. Immerhin die Maße hat RME von seinen Studiokollegen übernommen und den Wandler in halber Rackbreite (9,5 Zoll) auf einer Höheneinheit konstruiert. In geläufigen Maßen entspricht dies einer Breite und Höhe von 21,5 cm x 4,4 cm bei einer Tiefe von 13 cm.

Konstruktion

RME ADI-2 Pro gute Konstruktion, sauber Verarbeitung

Die Konstruktion des RME ADI-2 Pro ist robust und die Verarbeitung einwandfrei. Die Ecken sind abgerundet, das Design ist unaufdringlich bis schlicht gehalten. Die Front erscheint matt-silbern, das Bedienpanel auf der rechten Seite zeigt sich in RME-typischem Blau. Vier Taster und drei Drehregler reichen, um Zugriff auf den gesamten Funktionsumfang zu haben – und der hat es in sich. Doch dazu später mehr.

Ein Farbdisplay sorgt für die nötige Übersicht auf der Vorderseite. Links sitzen zwei vergoldete Kopfhörerbuchsen sowie der Ein- und Ausschalter.

Alle weiteren Ein- und Ausgänge befinden sich an der Rückseite des RME ADI-2 Pro. Hier wird die Herkunft aus der Studio-Branche deutlich. Als analoge Eingänge stehen zwei XLR- und 6,3-mm-Klinke-Kombibuchsen zur Verfügung. Die analogen Ausgänge liegen ebenfalls im XLR- und Großklinken-Format vor, jedoch hier in getrennten Buchsenpaaren.

Jede der Buchsen ist servosymmetrisch ausgelegt. Damit lassen sich sowohl symmetrische als auch unsymmetrische Signale anlegen. Die Kompatibilität zu Miniklinke und Cinch bleibt mit entsprechenden Adaptern gewahrt. Die Digital-Sektion hält sich zunächst übersichtlich mit je einem TOSLINK-Ein- und Ausgang sowie einer USB-B-Buchse. Doch eine RS-232-Schnittstelle nimmt eine im Lieferumfang enthaltene Kabelpeitsche mit zwei Cinch- und nochmals zwei XLR-Buchsen auf.

Die Cinch-Verbinder sind für digitale Koaxialverbindungen per SPDIF gedacht, die XLR-Verbinder erlauben die I/O-Signalübertragung per AES. Somit sind im Prinzip alle denkbaren Zuspielwege abgedeckt. Eine Hohlstecker-Buchse ist für die Stromversorgung via externem Netzteil zuständig.

Nicht nur die Zahl der Anschlussmöglichkeiten ist beeindruckend, sondern auch die Formatvielfalt. So verarbeitet der RME ADI-2 Pro nicht nur PCM-Dateien mit bis zu sage und schreibe 768 Kilohertz, sondern zusätzlich auch native DSD-Daten. Die RME-eigene Steadyclock sorgt für eine zuverlässige und genaue Taktung für minimalste Jitter-Werte.

Anschlüsse

RME ADI-2 Pro Anschlüsse auf der Rückseite des HiFi-Audio-Interface

Angeschlossen und verbunden ist der Alleskönner schnell. Er wurde von Haus aus für einen ad-hoc-Betrieb vorkonfiguriert. So wird die Quelle vom RME ADI-2 Pro automatisch erkannt und die angeschlossene Peripherie direkt mit Signalen versorgt.

Am Mac funktioniert das Interface via Core-Audio treiberlos, für Windows ist die Installation zusätzlicher Software nötig. Hier werden sowohl das WDM-, wie auch das ASIO-Format voll unterstützt. Wie problemlos das Ganze funktioniert, zeigt sich direkt bei der ersten Verbindung mit dem Rechner. Auf dem Display des HiFi-Audio-Interfaces wird der USB-Betrieb signalisiert und spielt direkt los.

Ein Feature, das Smartphone- und Tablet-Nutzer der Firma Apple freuen dürfte: via Camera Connection Kit, lässt sich das RME ADI-2 Pro auch als externer D/A-Wandler für iOS-Geräte verwenden. Auch dies funktioniert tadellos ohne lästige Konfiguration.

Bedienung

RME ADI-2 Pro Bedienung mit Display

Zentrales Bedienelement am RME ADI-2 Pro ist der Lautstärkeregler. Dieser ist gerastert und regelt in 0,5-Dezibel-Schritten von -95,5 dB bis hinauf zu +6 dB entsprechend fein aufgelöst die persönliche Wohlfühl-Lautstärke. Ein Druck auf den Regler wechselt zwischen den Ausgängen hin und her. Voreingestellt sind hier der Hauptausgang an der Rückseite und der Kopfhörerausgang.

In der Hauptansicht des Displays werden beide Werte in großen Lettern angezeigt. Zusätzlich lassen sich hier mit den kleineren beiden Drehreglern ganz einfach ein paar Bässe oder Höhen regulieren. Wird ein Kopfhörer angeschlossen, verstummt das angeschlossene Boxenpaar und das Signal wird auf dem Kopfhörer sanft eingeblendet.

Entfernt man den USB-Stecker, schaltet sich der RME in den Preamp-Modus und fungiert als Vorverstärker für digitale oder analoge Quellen. Der RME ADI-2 Pro ist damit auch ohne angeschlossenen Computer im Stand-alone-Betrieb nutzbar. Soweit sehr simpel, alles läuft ohne großen Aufwand.

Menü

RME ADI-2 Pro Menü-Struktur

Möchte man die Vielzahl der gebotenen Möglichkeiten nutzen, die das Gerät so mit sich bringt, muss man sich in die Tiefen der Menüs begeben. Diese sind übersichtlich strukturiert und Submenüs finden sich kaum. Vier Hauptpunkte kann der User bereits an der Front auswählen. Aufgrund der Fülle der Möglichkeiten wollen wir hier auf einige besonders interessante Features eingehen.

Eines der spannendsten ist in unseren Augen der Equalizer, der sich individuell zur Raum- oder Kopfhörer-Entzerrung einstellen lässt. Nicht selten kommt es vor, dass man meint, der Kopfhörer hätte zu viel oder zu wenig Bass, die Höhen könnten ein wenig gekitzelt werden. Oder die wandnahe Aufstellung der Lautsprecher sorgt für einen überbordenden Bass.

Equalizer

RME ADI-2 Pro Equalizer

Hier kommt der bordeigene EQ des RME ADI-2 Pro zum Einsatz. Dieser ist je Ausgangspaar, bei Bedarf auch je Kanal separat regelbar. Dem Anwender stehen fünf Frequenzbänder zur Verfügung, die sich um je 24 dB (– 12 dB bis + 12 dB) anheben oder absenken lassen. Der Frequenzbereich der jeweiligen Bänder ist nicht festgeschrieben, sondern kann individuell gewählt werden, ebenso die Güte (also die Flankensteilheit).

Übersichtlich gehalten wird die Auswahl durch die Kurvendarstellung auf dem Display und die Einfärbung der einzelnen Frequenzbänder. So kann der erfahrene Benutzer seine Anlage optimal auf die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Doch auch der weniger versierte Anwender, kann mit ein wenig Experimentierfreude und Geduld, den Klang ganz nach seinen Wünschen gestalten.

Auch sonst lassen sich viele Funktionen, die man von herkömmlichen Vollverstärkern kennt, bis ins Detail individualisieren. So zum Beispiel die Loudness-Funktion, oder auch die einfache Bass- und Treble-Einstellung.

Kopfhörerverstärker

RME-ADI-2 Pro Kopfhörerverstärker

Für alle, die den RME ADI-2 Pro gern als Kopfhörerverstärker nutzen möchten, ist auch jede Menge geboten. Zwei Kopfhörer-Paare lassen sich mit dem Preamp verbinden, jedoch muss der Dual-Headphone-Betrieb erst im Menü aktiviert werden. Hier wird auch ausgewählt, ob die Lautsprecher während des Hörens per Kopfhörer abgeschaltet werden, oder weiterlaufen.

Für hochohmige Kopfhörermodelle gibt es eine Hi-Power-Option, mit der sich die Ausgangslautstärke beträchtlich anheben lässt. Wer einen symmetrischen Kopfhörer sein Eigen nennt, wird mit dem Multitalent ebenfalls glücklich. So lassen sich die beiden Buchsen zu einem symmetrischen Ausgang kombinieren. Optional lässt sich ein Crossfeed in vier Stufen zuschalten, um einen der Lautsprecher-Wiedergabe ähnlicheren Klang zu erzeugen.

Nicht jeder mag die Bevormundung durch ein System, daher kann auch die automatische Quellenwahl abgeschaltet und der Eingang per Hand gewählt werden. Hier steht zur Auswahl, ob die Zuspielung per USB, Digital- oder Analogeingang erfolgen soll. Auch ein einfacher digitaler Passthrough ist schaltbar, sowohl im Zweikanal- als auch im Mehrkanalformat. Für die Digital-Analog-Wandlung und umgekehrt, sind verschiedene Filter-Typen wählbar, ob nun impulsfreudig oder mit sanftem Roll-Off – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

RME wäre nicht RME, wenn nicht auch die Statusüberwachung ein wesentlicher Teil des Bedienkonzeptes wäre. Es ist möglich, sich durch verschiedene Statusanzeigen zu navigieren.

Der sogenannte „State Overview“ zeigt die verbundenen Geräte, die jeweils aktive Samplingfrequenz und die Bit-Tiefe. Mittels Pegelanzeige lassen sich Ein- und Ausgangslautstärken übersichtlich visualisieren. Außerdem gibt es für die beiden Ausgangspaare und den Analogeingang jeweils einen präzisen Oktavband-Analyzer. Für Profis ein wichtiges Werkzeug, für den Normalanwender zumindest schön anzusehen.

Hörtest

RME ADI-2 Pro Review mit Ultrasone Edition 8 EX

Der Klang des RME ADI-2 Pro gestaltet sich durchgehend transparent – wie auch nicht anders erwartet. Schließlich gibt uns RME hier 20 Jahre technisches Know-how mit auf den Weg.

Eigentlich könnte man es mit diesem einen Satz schon auf sich bewenden lassen, denn der D/A-Wandler gestaltet sich in jede Richtung hin unprätentiös.

Die Frequenzgänge sind ebenmäßig, dichten nichts hinzu und nehmen auch nichts weg. Musikalisches und filmisches Quell-Material gibt er ebenso impulsstark, wie auch -treu wieder. Auch bei höheren Lautstärken kommt es nicht zu Verzerrungen und im niederen Lautstärkebereich hält sich sein Eigenrauschen an den analogen Eingängen unmerklich gering.

Der ausgezeichnete Dynamikumfang beeindruckt vor allem mit hochaufgelöster Musik im DSD-Format. Selbst das leiseste pianissimo ist vernehmbar und im fortissimo spielt der Preamp derart kraftvoll, dass man das Orchester direkt vor sich glaubt. Die Equalizer arbeiten präzise und ohne Phasenfehler, sodass selbst die Anpassung von kleinsten Nuancen auf Kopfhörer und Lautsprecher kein Problem darstellt.

Zusammengefasst

Der ADI-2 Pro kann sich in vielerlei Hinsicht sehen und vor allem hören lassen. Er funktioniert sowohl als mächtiges Werkzeug für Audio-Profis als auch als HiFi-Baustein mit einer Fülle von Funktionen. Gerade wer viele Formate und unterschiedliche digitale Quellen nutzt, wird die Flexibilität, die der D/A-Wandler, PreAmp und Kopfhörerverstärker bietet zu schätzen lernen. Nicht zuletzt dank seiner klanglichen Transparenz ist er vielseitig einsetzbar und vereint Funktion mit akustischer Brillanz.

RME ADI-2 Pro Preis: 1600 Euro

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RME ADI-2 Pro

9.7 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung10
Funktion / Zubehör10
Klang10
Preis / Leistung9.5

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