×
Sennheiser-Orpheus-2 Test der beste Kopfhörer 2015

Anzeige

Sennheiser Orpheus 2 Test: der Weltbeste Kopfhörer!?

Bereits vor einigen Monaten bekamen wir den Sennheiser Orpheus 2 auf der Reshaping-Excellence-Veranstaltung zu Gesicht. Da hieß es allerdings noch: Nur sehen, nicht hören.

Anzeige

Sennheiser Orpheus 1

Sennheiser-Orpheus-1 von 1990

Vor wenigen Tagen flatterte eine weitere Einladung von Sennheiser herein: dieses Mal für eine exklusive Hörsession mit dem neuen Referenz-Kopfhörer. Wir ließen uns nicht lange bitten, suchten noch schnell unsere Referenz-Musik zusammen und machten uns auf den Weg in die Wedemark, zu Sennheisers Firmensitz. Im folgenden schildern wir unsere Sennheiser Orpheus 2-Testeindrücke.

1990 war das Jahr der Kopfhörer und auch die Geburtsstunde des Sennheiser Orpheus 1. Zwischen einer wahren Flut an neuen Kopfhörern tauchte dieser plötzlich auf und beanspruchte die Bezeichnung des besten Kopfhörers der Welt für sich .

Bei der Kombination Sennheiser Orpheus HE 90 und HEV 90 handelt es sich um einen elektrostatischen Kopfhörer und einen Röhrenverstärker. Der Elektrostat besteht aus zwei platinbeschichteten Membranen, die zwischen goldbedampften Glaselektroden schwingen. Angetrieben wird der Sennheiser-Kopfhörer von einem 500-Volt-Röhrenverstärker. Aufgrund seiner aufwendigen Verarbeitung war der Orpheus 1 gerade einmal auf 300 Stück limitiert.

Seit der Vorstellung im Jahr 1990 sind mittlerweile 25 Jahre vergangen. Die Technik hat sich weiterentwickelt und auch die Anforderungen an ein High-End-Produkt sehen heute etwas anders aus. Der Aufgabe erneut den besten Kopfhörer der Welt zu produzieren hat sich Sennheiser abermals gestellt.

Sennheiser Orpheus 2 Test

Sennheiser-Orpheus-2-Anschlüsse auf der Rückseite des Kopfhörer-Röhrenverstärkers

Der Verstärker des Sennheiser Orpheus 2 vereint Röhren- mit Transistortechnik in einem patentierten Schaltungsdesign. Im Inneren durchlaufen die Audiosignale sogenannte Cool-Class-A-MOD-FET-Hochspannungsverstärker. Die Verstärkerstufen sind direkt in die Ohrmuscheln des Kopfhörers integriert, um eine besonders große Impulstreue zu erreichen.

Die Verstärker-Kopfhörer-Einheit erreicht laut Sennheiser einen Klirrfaktor von 0,01 Prozent bei einem Schalldruckpegel von 100 Dezibel bei 1 Kilohertz (kHz). Dies sei der geringste Klirrfaktor, der jemals bei einem Klangwiedergabesystem gemessen wurde.

Die selektierten ECC803-Vakuumröhren aus dem Hause JJ werden von Quarzkolben umhüllt, um jeglichen Schalleinfluss, der durch die Luft übertragen wird, zu eliminieren. Für beste elektrische und akustische Leistungen greift Sennheiser auf goldbedampfte Keramikelektroden zurück.

Am Anschlussfeld des Verstärkers stehen neben analogen auch eine ganze Reihe von digitalen Anschlüssen bereit. Als D/A-Wandler-Chip kommt ein ESS Sabre ES9018 zum Einsatz.

Jedes einzelne Kontrollelement am Verstärker wurde aus einem einzelnen Stück Messing gefräst und im Anschluss mit einer Schicht Chrom überzogen. Das Gehäuse des Röhrenverstärkers besteht aus erschütterungsresistentem Carrara-Marmor, dem gleichem Material, aus dem bereits Michelangelo seine Skulpturen schuf.

Die Membranen im Sennheiser Orpheus 2-Kopfhörer sind 2,4 Mikrometer schlank und platinbedampft. Laut Forschungsabteilung sei dies die optimale Stärke zur Klangwiedergabe. Damit wird ein Frequenzumfang von 8 Hertz bis über 100 kHz abgedeckt. Die Ohrpolster bestehen aus echtem Leder und werden in Deutschland handgefertigt. Für eine optimale Leitfähigkeit der Audiosignale sorgen versilberte Kupferkabel.

Hörtest

Sennheiser Orpheus 2 Testbericht

Den Klang eines Kopfhörers wie den Sennheiser Orpheus 2 zu beschreiben, ist nicht einfach. Ist er wirklich der beste Kopfhörer der Welt? Ja, ist er – zumindest der beste Kopfhörer, den wir bisher gehört haben. Was macht er besser als andere Modelle? Ein bisschen was von allem. Er ist dynamischer, feinauflösender und klarer, als andere. Kommt man im Ansatz daran auch mit einem anderen Kopfhörer hin? Definitiv! Sennheiser hat mit dem neuen Orpheus das Rad nicht neu erfunden. Dafür läuft er geschmeidiger als alle anderen zuvor.

Gehen wir etwas in die Details: Die Wiedergabe zwischen einem guten Lautsprecher und Kopfhörern unterscheidet sich häufig in der Impulsfähigkeit im Bass. Daran kann auch der Orpheus nichts ändern, dennoch setzt er Bassimpulse noch straffer als das Gewohnte um. Große Kesselpauken und Bassgitarren klingen sehr konturiert oder einfach perfekt nachgezeichnet.

Rock-Musik klang sehr lebendig: mitreisend in den Höhen – ohne Konsonanten zu überzeichnen – und druckvoll im Bass, ohne das Klangfundament überzustrapazieren. So und nicht anders sollte ein Kopfhörer klingen.

Gutes Audioequipment erkennt man häufig daran, wenn man in der Musik Dinge hört, die einem zuvor nicht aufgefallen sind. Und genau das ist uns beim Sennheiser Orpheus 2 wieder einmal passiert. Der Kopfhörer löste Details glasklar auf: Ob das Seitenblättern der Orchestermusiker oder das leise Husten in den Zuhörerrängen – der Kopfhörer deckte gnadenlos alles auf.

Besonders beeindruckte und die Obertonstruktur des Elektrostaten. Gezupfte Gitarrensaiten klangen so plastisch, wie wir sie so noch nie zuvor von einem Kopfhörer gehört haben. Der Gitarrist in der Aufnahme wird von einer Flamenco-Tänzerin begleitet, die ihre Tanzbewegungen in Kreisen durch den Raum zieht. Das dabei einstehende Knarzen im Parkett ist uns in dem Maße bisher noch nicht untergekommen und vermittelte einen absolut realitätsnahen Eindruck.

In Puncto Räumlichkeit ist der Orpheus 2 ebenso perfekt, wenn auch andere Kopfhörer in der Breite und Tiefe der Bühne mittlerweile Schritt halten können. Was hier vielmehr herausstach, war die Definition der Instrumente in den hintersten Orchesterreihen. Jedes Detail war auf allen akustischen Ebenen perfekt nachzuvollziehen.

Zusammengefasst

Wenn wir unsere Erlebnisse mit dem Sennheiser Orpheus 2 mit etwas Abstand noch einmal resümieren steht auch noch heute fest: So einen guten Kopfhörer haben wir bisher noch nicht erlebt. Selbst die besten Einzelkomponenten reichen nicht an diesen Klang heran – und glaubt uns, wir haben es versucht. Ob der Preis von 50.000 Euro für den Orpheus gerechtfertigt ist, können wir nicht beurteilen. Es bleibt nur zu hoffen, das ein kleines Stück der Technik irgendwann auch mal zu einem bezahlbaren Preis verfügbar wird. Liebes Team von Sennheiser, falls das bereits in Planung ist, melden wir jetzt schonmal unser Kaufinteresse an.

Anzeige

Anzeige