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Peaq Munet Smart Multiroom Lautsprecher

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Multiroom-Lautsprecher Peaq MuNet Smart im Test

Ein Multiroom-System muss nicht teuer sein. So lautet die Ansage von Media-Saturn. Die Elektronikmarkt-Kette greift mit der Hausmarke Peaq und dem Streaming-System MuNet die großen Namen der Branche an. Dabei setzt sie nicht einfach auf Copy und Paste, sondern verwendet mit Caskeid eine Technologie, die bei uns noch relativ unbekannt ist.

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Verarbeitung

Peaq-Munet-Smart-Bedienung

Das Einstiegsmodell Peaq MuNet Smart PMN300-W ist mit 119 Euro der günstigste Multiroom-Lautsprecher auf dem Markt. Er ist mit anderen Herstellern kompatibel und unterstützt die Funkstandards Bluetooth und WLAN. Die Fakten klingen schonmal äußerst interessant. Ob der Peaq MuNet Smart auch in Funktion und Klang überzeugt, zeigt Dir der Test auf MODERNHIFI

Der Peaq MuNet Smart ist schlicht und unauffällig. Er ist kein Designmeisterwerk, aber gerade sein Minimalismus spricht uns an.

Der Multiroom-Lautsprecher liegt schwer in der Hand. Er vermittelt mit seinem Holzgehäuse ein wertiges Gefühl. Bei einem Preis von knapp über 100 Euro hätten wir eher Plastik erwartet. Die Gehäusekanten sind sauber abgerundet. Über die Front erstreckt sich ein großer Aluminiumgrill. Darunter verläuft ein Eyecatcher, der die Sprache des Serien-Corporate-Designs spricht.

Peaq hält sich zurück, seinen Namen fett auf die Front zu haften. Stattdessen finden wir den Schriftzug dezent über den Bedienelementen. Die Tasten sind eben in die Oberfläche eingelassen und Touch-sensitiv bedienbar. Bisher zeigt der Peaq MuNet Smart nichts, was uns nicht gefällt.

Die Rückseite bietet zwei Hardware-Eingänge. Mit USB kannst Du Dein Smartphone laden und über den Kopfhöreranschluss direkt mit dem Speaker verbinden. Unser Referenzmodell Sonos Play:1 kann beides nicht.

Einrichtung

Peaq-Munet-Smart-Anschluesse

Für die Ersteinrichtung des Lautsprechers bietet Peaq zwei Varianten an. Bei der Komfort-Lösung drückst Du die WiFi-Taste am Peaq MuNet Smart und die WPS-Taste an Deinem Router. Thats it! Sollte der Router keine WPS-Funktion unterstützen, musst Du Dich zwangsläufig durch die zweite Variante kämpfen. Das haben wir getan und uns die Zähne daran ausgebissen.

Zunächst drückst Du die WiFi-Taste am Peaq MuNet Smart. Danach gehts ins WLAN-Menü auf Deinem Smartphone, Tablet oder Computer. Hier wählst Du den MuNet an, Dein Netzwerk aus und gibst das WLAN-Passwort ein. Danach sollten sich beide Geräte verbinden. In der Theorie recht easy, in der Praxis allerdings nicht.

Unser Peaq MuNet Smart tat sich schwer damit ein temporäres WLAN-Netzwerk aufzubauen. Die Verbindung wurde zwar meistens hergestellt. In der Geräteliste der App tauchte der Lautsprecher dagegen nicht immer auf. Die Trial-&-Error-Methode ist dabei am zielführendsten.

Funktion

Peaq-Munet-Smart-Design-01

Ist der Peaq MunNet Smart erst einmal am Start, erhältst Du Zugriff auf den Friends-Mode und die Multiroom-Funktion. Im Friends-Mode sprichst Du den Lautsprecher per Bluetooth an und kannst Musik aus jeder App abspielen. Friends heißt auch, dass Deine Freunde vollen Zugriff auf den Speaker haben. Passt Du nicht auf, funken sie Dir allerdings dazwischen.

Die Multiroom-Funktion ist deutlich mächtiger. Sie macht aber erst Sinn, wenn Du mehrere Peaq-Lautsprecher im Einsatz hast. Die Media-Saturn-Tochter hat neben dem Peaq MuNet Smart, den Lautsprecher MuNet Pro und den Media Player MuNet Link im Programm. Bis zu 14 Komponenten lassen sich in Peaqs Multiroom-System gleichzeitig ansteuern. Du brauchst dazu nur die MuNet-App, die es gratis im Apple- und Google-Play-Store gibt.

Die Auswahl an vorinstallierten Musikdiensten ist extrem begrenzt. Du erreichst über die App lediglich den Streamingdienst Juke und den Internetradioanbieter Flow. Juke gehört ebenfalls zur Gruppe Media Saturn und bietet Dir über ein Abomodell immerhin Zugriff auf viele Millionen Songs. Deine eigenen Dateien streamst Du von einer Netzwerkfestplatte in den Formaten AAC, MP3 und WMA. Die Dateiauswahl könnte für unseren Geschmack auch noch größer sein.

Mit Bluetooth fährst Du deutlich flexibler, schickst allerdings auch die Systemtöne ständig mit. Du kannst aus Spotify heraus streamen, Deine iTunes-Playlist abspielen und den Ton von You-Tube-Videos übertragen. Das alles gelingt sogar synchron auf mehreren Wireless-Speakern. Damit reizt Peaq die Möglichkeiten der Funktechnik Caskeid völlig aus. Gerade die Videointegration gelingt Herstellern wie Sonos und Raumfeld nicht.

Wenn Du mehr über die Funktionen der verschiedenen Multiroom-Systeme wissen willst, empfehlen wir Dir unseren Know-How-Artikel zum Thema.

Hörtest

Peaq-Munet-Smart-Design-04

ROCK: Alternative- und Rockbands bekommen von Peaq einen guten Drive spendiert. Der Funklautsprecher spricht schnell an und geht sehr rockig vor. Verzerrte E-Gitarren wie in Rollin‘ and Tumblin‘ von The Gaslight Anthem klingen crunshig und werden von knorrigen Bässen unterstützt. Die Snare-Drum in Just One Drink von Jack White erhält einen kräftigen Anschlag mit viel Attack. Der Frequenzbereich ist bis zu den oberen Mitten sehr ausgeglichen. Bässe klingen nicht mutwillig überzogen. Nur im Hochtonbereich hat es Peaq zu gut gemeint. Hi-Hats und Becken klingen sehr vordergründig und Jack Whites Stimme ist teilweise etwas zu scharf. Bei höheren Lautstärken nimmt das Phänomen weiter zu.

VOCALS: Musiktitel mit viel Gesangsanteil und wenig Begleitinstrumenten machen es deutlich: s- und t-Laute werden immer wieder überzogen. Im Song Ice Age von How to Destroy Angels klingt die Stimme hin und wieder unnatürlich. Der starke Präsenzanteil macht es schwierig über längere Zeit auf hoher Lautstärke zu hören. Die Sängerin Elsieanne Caplette macht sich diesen Effekt zunutze, da ihre Vocal-Aufnahmen generell schon sehr künstlich klingen. Im Song Mend (To Fix, to Repair) klingt ihre Stimme so überzogen, dass die Eigenheiten des Peaq MuNet Smart, wie ein gewollter Teil der Darbietung klingt. Mit modernen Pop-Produktionen kommt der Funklautsprecher sonst sehr gut zurecht.

FUNK: Bei R’n’B- und Funkalben stellt der Lautsprecher seine Stärken im Bassbereich heraus. Bassdrums wirken straff und gemessen an der Gehäusegröße teilweise sogar wuchtig. Natürlich darfst Du hier keinen Tiefbass erwarten. Peaq holt aber wiedermal alles aus den gegebenen Möglichkeiten raus. Die Stereo-Abbildung ist für die Größe ebenfalls beeindruckend. Delay-Effekte wandern gut nachvollziehbar über die Panorama-Seiten. Slapp-Bässe klingen funky. Die liegt an den straffen Bässen und dem starken Obertonanteil.

ELEKTRO: Wenn sich der Peaq Munet Smart nur für ein Genre entscheiden dürfte, dann wäre es elektronische Musik. Wenig Vocals, viel Bass und jede Menge Soundeffekte – das ist sein Spezialgebiet. Bath zeigt in Ocean Death eine absolut trockene Kick, die den Track mithilfe des Wireless-Lautsprechers vorantreibt. Die Glitches im Hochtonbereich klingen sehr offen und wandern bildlich von links nach rechts. Gleiches ist in dem Song Wave 1 von Com Truise zu hören. Die Synthesizer nehmen als Fläche den Mittenbereich ein. Die Gitarren spielen offen darüber auf. Der Bass wird vom MuNet Smart sehr dynamisch dargestellt, was für ein lebendiges Klangbild sorgt.

Zusammengefasst

Der Peaq MuNet Smart bekommt von uns eine Kaufempfehlung. Er sieht schick aus, ist günstig zu haben und bietet mit Bluetooth eine sinnvolle Erweiterung für ein Multiroom-System. Die Probleme bei der Einrichtung und fehlenden Musikdienste stecken wir noch in die Kategorie mittelschwerer Kinderkrankheiten und hoffen, dass Peaq hier demnächst noch einmal Hand anlegt.

Peaq MuNet Smart Preis: 119 Euro

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Peaq MuNet Smart Test

7.4 Punkte
Design / Verarbeitung8
Aufbau / Einrichtung6
Funktion / Zubehör6.5
Klang7
Preis / Leistung9.5

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