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Teufel-Turn-Test des geschlossenen Over-Ear-Kopfhörers

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Teufel Turn Test: Over-Ear mit Turbo-Bass

Teufel Turn: ein Kopfhörer, zwei Klang-Charakteristika. Der Over-Ear hat einen Bassregler eingebaut, wodurch er in Normalstellung schön ausgeglichen klingen soll und auf Rechtsanschlag mehr Bass-Schub liefert. Ob das gelingt, klärt unser Teufel-Turn-Test.

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Teufel Turn

Teufel-Turn-Ohrpolster

Den einen perfekten Kopfhörer gibt es nicht – jeder bringt seine Eigenheiten mit sich, sei es die Form, der Funktionsumfang oder der Klang. Das Schöne an der immensen Vielfalt ist es doch, sich ein Modell auszusuchen, das den eigenen Vorstellungen weitestgehend entspricht – oder für verschiedene Anwendungen die passenden Kopfhörer parat zu haben.

Teufel ist gerade dabei das eigene Kopfhörer-Portfolio dahin gehend aufzustocken, das keine Kundenwünsche mehr offenbleiben. So ist etwa der Teufel Mute für Vielreisende gemacht, der Teufel Real Z zum entspannten Musik genießen und der Teufel Turn für Bass-Fanatiker.

Zubehör

Teufel-Turn-Beutel Zubehör

Wie eigentlich immer bei Teufel kommt auch der Teufel Turn mit einer recht aufwendigen Verpackung daher, die man aus dekorativen Zwecken ruhig aufbewahren kann. Nach dem Auseinanderfalten des Umkartons halte ich zunächst einen TURN-Beutel in der Hand. Dieses Wortspiel konnte sich der Berliner Hersteller nicht entgehen lassen und hat es in Großbuchstaben breit auf die Transporttasche gesetzt.

Darin befindet sich ein ummanteltes 3,5-Millimeter-Klinkenkabel und natürlich der Kopfhörer selbst – in sich zusammengefaltet um ein paar Zentimeter Platz zu sparen. Obwohl ich den Teufel Turn bereits vom letztjährigen CanJam und von der IFA 2015 kannte, ist mein Eindruck erneut: wow, was für ein Gerät. In puncto Anfassqualität gibt es nur wenige Modelle in der aufgerufenen Preisklasse (200 Euro), die hier mithalten können. Was den Punkt Robustheit angeht auch in vielen Klassen darüber nicht.

Verarbeitung

Teufel-Turn-Logo auf dem Kopfband

Der Teufel Turn setzt Kunststoff nur an den äußeren Ohrmuscheln ein, das Kopfband aus Federstahl wird von dicken Gummipolstern umgeben. Das gibt ihm einen eigenständigen Look, den ich eher in den Pro-Audio stecken würde. Der Hersteller spricht davon, den Kopfhörer auch für DJs entwickelt zu haben. In Sachen Verarbeitungsqualität und Robustheit ist er auf jeden Fall Road-tauglich. DJs werden jedoch drehbare Ohrmuscheln vermissen, um eine Hörerseite schnell mal hinter den Kopf zu legen.

Bei einem geschlossenen Over-Ear-Kopfhörer sollte man davon ausgehen, das die passive Geräuschdämpfung noch etwas intensiver wirkt. Der Teufel Turn setzt dagegen hohe Frequenzen herab und lässt die Umgebung noch einigermaßen deutlich durch. Das ist praktisch, wenn man sich mit allen Sinnen durch die Straßen bewegt. Natürlich dringt so auch etwas Musik nach außen durch. Allerdings nicht so viel, dass man ihn nicht auch im Freien verwenden könnte.

Massiv sind nicht nur die Optik und Verarbeitung des Turn, sondern auch sein Gewicht: mit 470 Gramm zählt er zu den schwereren seiner Art und liegt entsprechend wuchtig auf dem Kopf. Daran habe ich mich aber relativ schnell gewöhnt und möchte auch den etwas kräftigen Anpressdruck nicht missen. Denn von alleine fällt der Teufel-Kopfhörer definitiv nicht vom Kopf.

Die Bügel lassen sich in zehn Stufen millimetergenau verstellen und werden in großen Zahlen auf den inneren Bügeln angegeben. Obwohl man meinen sollte, dass dies ausreichend ist, hätte ich mir noch eine weitere Einstellstufe gewünscht. So liegt das mit Kunstleder bestückte Kopfband spürbar bei mir auf. Vielleicht ist mein Kopf einfach eine Nummer zu groß für den Teufel Turn.

Teufel-Turn-Kopfband Einstellung

Funktion

Teufel-Turn-Review mit Bass Boost

Eine echte Besonderheit bringt der Over-Ear-Kopfhörer noch mit: Er bietet zwei verschiedene Klangeinstellungen, die mittels Bassregler auf der rechten Hörerseite eine passive Frequenzweiche steuern. In Normalstellung ist der Teufel Turn deutlich bassbetont, auf Linksanschlag wird der Bassbereich ab 100 Hertz um ca. 3 Dezibel abgesenkt.

Mit einer Nennimpedanz von 32 Ohm ist der Kopfhörer nicht wählerisch, was das Zuspielgerät angeht. Smartphone, Tablet oder Computer – an allen Geräten klingt der Turn laut genug. Zum gemeinsamen Musikhören schleift er das Eingangssignal an einen zweiten Kopfhörer-Anschluss durch. Praktisch: Das mitgelieferte Kabel kommt mit einem Bajonettverschluss, das für eine sichere Verbindung sorgt.

Teufel-Turn-geklappt

Hörtest

Teufel Turn Kopfhoerer

Meiner Meinung nach richtet sich der Teufel Turn an zwei Käuferschichten: an DJs, die nach einer Alternative zu den üblichen Verdächtigen von Beyerdynamic und Sennheiser suchen und an Bass-Liebhaber, die vorrangig moderne und elektronische Musik konsumieren.

Passend zur Musik kommt der Kopfhörer mit einer ordentlichen Portion Kraft im Bass und hebt auch den Präsenz-Bereich leicht mit an. Stimmen klingen über den Turn zum Teil etwas Spitz, jedoch nicht so übertrieben scharf wie so manch anderer moderner Kopfhörer. Die Mitten präsentieren sich von ihrer neutralen Seite und überlassen lieber dem Bass die volle Aufmerksamkeit. Der ist präsent, aber gar nicht mal so stark, dass er Mitten und Höhen komplett in den Schatten stellt. Daraus ergibt sich ein Klangbild, das tiefenbetont auftritt, dabei aber auf eine neutrale Grundton-Wiedergabe setzt.

Mit der richtigen Musik im Player – nämlich modernem Elektro – blüht der Kopfhörer richtig auf. Die bereits in der Produktion höhen- und bassbetonten Titel, erhalten vom Turn zusätzliche Schubkraft in den unteren Lagen und lassen den Höhen freie Fahrt um sich auf natürliche Weiße zu entfalten.

Damit unterscheidet sich der Teufel Turn von seinen direkten Mittbewerbern. Die Kopfhörer von Beats by Dr. Dre sind zwar mindestens ebenso bassbetont, weichen die tiefen Töne im Vergleich aber zu sehr auf. Andere „Club“-Kopfhörer wie etwa der Magnat LZR 580 drehen dagegen die Höhen so weit auf, dass von einer natürlichen Wiedergabe nicht mehr viel übrig bleibt.

Wenn ich den Drehregler hingegen auf Neutralstellung setze, bleibt vom Bass nicht mehr viel übrig. Die Höhen treten für meinen Geschmack zu weit in den Vordergrund und dominieren den Klang. Der Grundcharakter wirkt kastriert. So muss man schon ein paar unverschämt basslastige Musiktitel finden, um eine natürliche Klangbalance wieder herzustellen. Dann doch lieber die Bassstellung wählen und mit dem Kopfhörer einfach Spaß haben!

Zusammengefasst

Elektronik beherrscht die Welt – im Alltag und in der Musik. Warum da noch einen neutralen Kopfhörer kaufen, wenn es doch sowieso auf die Bass-Performance ankommt. Der Teufel Turn kann theoretisch beides, auch wenn mir die Neutralstellung etwas zu dünn vorkommt. Der Kopfhörer ist wahrscheinlich der robusteste, der mit bisher untergekommen ist. Harte Schale mit dunklem Kern – das ist der Teufel Turn.

Teufel Turn Preis: 200 Euro
Weitere Informationen: Teufel

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Teufel Turn Test

8.5 Punkte
Verarbeitung9.5
Tragekomfort8
Zubehör8.5
Klang8
Preis8.5
Preis
Der Teufel Turn ist im Webshop von Teufel für einen Preis von 199,99 Euro erhältlich.

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