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Velodyne MicroVee X Test: Mini-Subwoofer

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Velodyne MicroVee X Test: Mini-Subwoofer macht Druck

Subwoofer im Stereo-Set – das sieht man nicht so häufig. In Heimkinosystemen sind die dagegen allgegenwärtig. Dabei nehmen sie den Lautsprechern doch etwas Arbeit ab. Liegt es an der brachialen Optik der gängigen Bassboxen? Die Hamburger von Audio Reference haben mit dem Velodyne MicroVee X einen Mini-Woofer im Programm. Was der kann, zeigt der Test.

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Velodyne MicroVee X Test

Velodyne MicroVee X Sub

Velodyne Acoustics ist für Subwoofer bekannt. Vor allem für richtig große Dinger, die im Heimkino schon einmal ein Erdbeben auslösen können. Zum Beispiel der Digital Drive 18 Plus mit 18 Zoll Treiber, einer Grenzfrequenz von 14 Hertz (Hz) und einem Gewicht von etwa 64 Kilogramm (kg).

Dem gegenüber steht der Velodyne MicroVee X, den wir hier im Test besprechen. Der Winzling misst gerade einmal 23 cm x 23 cm x 25 cm und ist mit 9 kg Gewicht auch mal eben umgeräumt. Ideal für ein kleines Wohnzimmer.

Oder warum nicht gleich zwei aufstellen? Seine Micro-Maße machen es möglich und die akustische Raumantwort wird einem sicherlich danken. Wir beschränken uns trotzdem auf einen, denn das Subwooferchen holt in Technik und Leistung schon ziemlich weit aus.

Velodyne-Subwoofer

Der Velodyne MicroVee X kommt mit drei identischen 6,5“-Treibern (16,5 cm) aus einem Kohlenstoffverbund

Der Velodyne MicroVee X kommt mit drei identischen 6,5“-Treibern (16,5 cm) aus einem Kohlenstoffverbund – einer aktiv angesteuert und zentral gerichtet, die anderen beiden, passiv, sitzen sich auf den Außenseiten gegenüber. Lenkt die Aktivmembran aus, setzt der rückwärtige Schall die Passivstrahler in Bewegung und sorgt so für mehr Schub im niederfrequenten Bereich. Das klappt bis zu einer Frequenz von 32 Hz (-3 dB).

Der Antrieb geschieht über einen klassischen Class-AB-Verstärker, der eine Dauerleistung von 300 Watt (W) und im Ernstfall eine Spitzenleistung von 800 W abruft. Dabei werden Verzerrungen durch das Digital Drive Control System (DDCS) auf ein Minimum reduziert.

Anschlüsse am MicroVee

Die Rückseite des Velodyne MicroVee X bietet Platz für ein LFE-Kabel, eine Cinch-Verbindung und ein Paar einfache Kabelklemmen für Lautsprecher

Den Velodyne-Subwoofer gibt es wahlweise in Schwarz oder Weiß. Das massive Metallgehäuse kommt mit eingelassenen Kühlrippen, sodass der Basswürfel ob seiner enormen Leistung nicht überhitzt.

Eine schwarze Schicht aus Eloxal sorgt für eine kratzfeste Oberfläche. Praktisch: Fingerabdrücke sieht man darauf nicht.

Die Rückseite bietet Platz für ein LFE-Kabel, eine Cinch-Verbindung und ein Paar einfache Kabelklemmen für Lautsprecher. Letztere sind eher ungewöhnlich an einem Subwoofer dieser Klasse, können aber für ein hochwertiges Sub-Satelliten-System am Schreibtisch nützlich sein. Außerdem bietet der MicroVee X einen Cinch-Ausgang über den sich ein zweiter Sub in Reihe schalten lässt.

Darüber befinden sich die bekannten Einstellmöglichkeiten für Lautstärke, Phase, Tiefpassfilter und Frequenzweichen-Bypass. Weiterhin gibts eine Auto-On-Schaltung, die den Subwoofer bei eingehendem Audiosignal aktiviert.

Ein Power-Indikator liefert Auskunft über den aktuellen Betriebszustand und eine LED-Kette informiert über die gewählte Lautstärke. Dagegen ist die Front komplett clean und bis auf das Velodyne-Logo frei von jeglichen Knöpfen und Leuchten.

Die beigepackte Micro-Fernbedienung legt alle Einstellmöglichkeiten zusätzlich in die Hand.

Hörtest

Die beigepackte Micro-Fernbedienung legt alle Einstellmöglichkeiten zusätzlich in die Hand.

Wir starten unseren Test mit Musik und probieren den Velodyne MicroVee X mit verschiedenen Lautsprechern aus. Sofort wird klar, dass die unabhängig des Herstellers vom zusätzlichen Tiefgang profitieren.

Einer dieser Titel ist „Overgrown“ von James Blake. Der Subbass den man sonst kaum wahrnimmt taucht plötzlich auf, das hört man nicht nur, sondern spürt man auch. Bassdrums klingen lebendiger und tiefe Klaviertöne bekommen mehr Textur. Auch ausgeprägte Percussions-Einlagen spielen jetzt viel eingängiger und spannender.

Dabei bringt der Würfel nicht einfach nur mehr Tieftonfülle sondern wirkt sich ebenso positiv auf das gesamte Klangbild inklusive Mitten und Höhen aus. Wagners Ouvertüre vom Fliegenden Holländer scheint noch größer und geräumiger. Und selbst die Klangbühne kommt breiter, der MicroVee X füllt den Raum spürbar mehr aus.

Können andere mehr? Ja, zum Teil. Die haben dann aber auch größere Treiber und mehr Gehäusevolumen. Die sind als reine LFE-Kanäle im großen Heimkino dann doch die bessere Wahl. Wer so etwas mit dem MicroVee X umsetzen will, braucht schon ein paar mehr davon.

Velodyne holt hier schon das Maximum aus minimalen Platzverhältnissen raus. Der Sub gefällt mit seiner wahnsinnigen Kontrolle, der dynamischen Spielfreude und straffen Impulsen. An der Stereoanlage eine ausgezeichnete Wahl. Für Filme und Serien ebenso, wenn der Wohnraum nicht exorbitant bemessen ist.

Fazit

Der MicroVee X ist nicht irgendein Subwoofer. Die Hamburger Entwickler von Audio Reference und Velodyne haben hier etwas Besonderes geschaffen. Einmal, weil man sich den Sub aufgrund von Größe und Design im Industrie-Style gerne mit ins Wohnzimmer stellt. Zum anderen, weil er eine außerordentliche Leistung liefert, viel Kontrolle bietet und überraschend tiefe Bässe aussendet. Eine spannende Möglichkeit, das Stereo-System mit echtem Low-End aufzufüllen.

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Velodyne MicroVee X Bewertung

9.3 Punkte
Design / Verarbeitung10
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9
Preis / Leistung9

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