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Yamaha NX-N500 Test der Aktivlautsprecher

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Yamaha NX-N500 Test: Aktivlautsprecher

Während die Konkurrenz damit beschäftig ist ihren Regallautsprechern Verstärker einzubauen, zeigen die Yamaha NX-N500, was modernes HiFi heißt. Hi-Res-Streaming über’s Netzwerk, DSD via USB, Bluetooth und Muliroom-Wiedergabe sind nur ein Teil von dem, was die Aktivlautsprecher können. Ob das Ganze auch noch klingt, verrät der Test.

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Yamaha NX-N500 Test

Yamaha-NX-N500 auf IsoAcoustics-Stativen

„Wenns auf den Yamahas gut klingt, dann klingt es überall.“ Diesen Satz hat wahrscheinlich jeder Tonschaffende schon einmal gehört. Die Rede ist von den Yamaha NS10, passiven Regallautsprechern, die über die Jahre zu einer festen Größe in Tonstudios weltweit geworden sind.

Die einen lieben sie, die anderen können den Hype um die HiFi-Lautsprecher nicht verstehen. Fakt ist, wer die NS10er heute noch hören will, muss sich dafür auf dem Gebrauchtmarkt umschauen, denn die Lautsprecher werden seit dem Jahr 2001 nicht mehr produziert.

Das Zeug zum neuen Klassiker in Yamahas HiFi-Serie, haben die Yamaha NX-N500. Die Regallautsprecher mit den Yamaha-typisch weißen Membranen sind nicht nur Vollaktiv, sondern auch Teil des Multiroom-Systems Yamaha MusicCast. Damit lassen sich Musik bis 24 Bit / 192 Kilohertz über das Netzwerk streamen oder etwa via USB DSD-Dateien empfangen. Klingt interessant? Legen wir los!

All-in-One-System

Yamaha-NX-N500 am Computer via USB-DAC

Die Yamaha NX-N500 sind nicht einfach nur ein Paar Lautsprecher, sie sind das Ebenbild einer modernen HiFi-Anlage. Netzwerkplayer, D/A-Wandler, Verstärker und eben Lautsprecher – das alles befindet sich in den beiden Boxen.

Der Antrieb erfolgt über je zwei Endstufen pro Box: einer mit 45 Watt Leistung für den 5-Zoll-Tief-Mitteltöner (13 Zentimeter) und einer mit 25 Watt Leistung für den 1-Zoll-großen Hochtöner (3 Zentimeter). Trotz des digitalen Innenlebens verzichtet der Hersteller auf Class-D-Endstufen – hier kommen reine Analogverstärker zum Einsatz.

Auch bei der Signalübertragung geht Yamaha abseits der typischen HiFi-Wege. Der Signalfluss ist symmetrisch aufgebaut und wird mit einer XLR-Verbindung zwischen linken und rechten Lautsprecher realisiert. Das sieht man auch nicht alle Tage, bringt durch die Symmetrierung jedoch entscheidende Vorteile bei der Bereinigung von externen Störeinflüssen.

Auch auf akustischer Seite setzen die Yamaha NX-N500 auf einen sauberen Klang. Die Lautsprechergehäuse sind aus dicken MDF-Platten zusammengefügt und werden im Inneren durch Verstrebungen stabilisiert. Die vermindern wirkungsvoll Gehäuseschwinger und stabilisieren damit den allgemeinen Klang. Den Test kann jeder selbst durchführen: Einfach Musik aufdrehen und Hände an die Gehäuse legen – die Yamahas bleiben tatsächlich schön stabil.

Abgerundeten Gehäuseseiten sorgen dafür, dass der Schall an den Kanten nicht hart aufbricht. Solche Details dienen nicht nur der Akustik, sondern sorgen auch für ein gefälliges Äußeres. Mit ihren reinweißen Furnierfolien, Waveguides und Treibern sind die Lautsprecher auch schick anzuschauen.

Anschlüsse Part 1

Yamaha-NX-N500 Anschlussfeld auf der Rückseite

Den ersten Schock-Moment hatte ich direkt nach dem Auspacken: Liegt da tatsächlich ein Katalog-dickes Handbuch im A4-Format mit bei? Ja, auch wenn sich das auf mehrere Sprachen verteilt, bleibt genug Platz jede einzelne Funktion in der jeweiligen Landessprache im Detail zu erklären. Sehr hilfreich, angesichts des überwältigenden Funktionsumfangs!

An typischen HiFi-Anschlüssen bieten die Yamaha NX-N500 einen 3,5-Millimeter-Klinkeneingang für ältere Zuspieler oder einen Phono-Vorverstärker, einen optischen Digitalanschluss (24 Bit / 192 Kilohertz), der sich für die Verbindung mit einem Smart-TV eignet und einen asynchronen USB-B-Eingang.

Bevor wir uns den Multimedialen-Fähigkeiten im Netzwerk widmen, schauen wir uns zunächst einmal die USB-Übertragung etwas genauer an. Audiosignale werden im Inneren der Lautsprecher zunächst von einem XMOS-USB-Receiver-Chip begrüßt. Der sagt nicht nur PCM-Dateien mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit und 384 kHz guten Tag sondern freundet sich auch mit dem Format DSD 5,6 Megahertz an. Für Windows-Nutzer wird zur Übertragung von High-Resolution-Audio-Files ein Software-Treiber zum Download bereitgestellt. Macs arbeiten dagegen auch in den hochauflösenden Bereichen Class Compliant – Zusatztreiber braucht man hierfür also nicht.

Nach der Datensammlung geht es weiter zum D/A-Wandler, der in Form eines ES9010K2M von ESS Technology stammt. Von mir gehört und auch für gut befunden, wurde der bereits im kompakten Stereo-Verstärker Marantz HD-AMP1.

Anschlüsse Part 2

Yamaha-NX-N500 Aktivlautsprecher

Würden wir an dieser Stelle einen Schlussstrich ziehen, wären die Yamaha NX-N500 bereits jetzt die perfekte Wahl für eine moderne, audiophile Schreibtischausstattung. Klassische Studio-Monitore verstehen sich in der Regel nicht mit digitalen Anschlüssen. Aktivlautsprecher der HiFi-Konkurrenz ziehen dagegen fast ausschließlich Bluetooth und TOSLINK als Übertragungsschnittstellen in Betracht.

Die Yamaha-Lautsprecher sind hingegen auch noch Netzwerk-kompatibel und bringen sowohl einen Ethernet-Port als auch eine Funkantenne mit. Damit empfangen die Lautsprecher Signale via Apple AirPlay, Bluetooth, von UPnP-basierten Netzwerkfestplatten, aus den Musikdiensten Juke, Napster und Spotify Connect, vom Smartphone bzw. Tablet oder direkt aus dem hauseigenen Multiroom-System Yamaha MusicCast.

Um das Multiroom-System in wenigen Worten zu erklären: egal welches MusicCast-Gerät gerade spielt, der Ton lässt sich auf weitere MusicCast-Zonen verteilen. Ich habe die Yamaha NX-N500 mit dem Wireless-Lautsprecher Yamaha WX-030 und der Soundbar Yamaha YSP-1600 ausprobiert. Die Soundbar hing an einem Smart-TV und hat den Fernsehton erfolgreich auf die beiden Aktivlautsprecher gestreamt. Die NX-N500 waren im Test mit einem Macbook verbunden und konnten die Musikdateien vom Computer an den Wireless-Speaker WX-030 weiterreichen. Das Verteilkonzept lässt sich mit jeder Audioquelle so weiterführen.

Die Steuerung der Lautsprecher gelingt entweder über eine kleine einfache Plastikfernbedienung oder über die Yamaha MusicCast Controller App. Hier werden alle unterstützen Geräte im Netzwerk gesammelt dargestellt und individuell oder gemeinsam mit Musik versorgt. Dazu gibt’s erweiterte Einstellungen wie ein Netzwerk-Stand-by oder einen 2-Band-EQ. Alle Funktionen im Detail auseinanderzunehmen würden allerdings den Rahmen des Artikels sprengen.

Auch im Netzwerk-Test halten die Yamaha NX-N500, was sie versprechen. Die Datenübertragung von PCM-Material funktioniert fehlerfrei und auch mit der Übertragung von DSD 2,8 MHz und 5,6 MHz kommen die Lautsprecher bestens zurecht – in Gapless versteht sich, also ohne Lücken beim Übergang zwischen einzelnen Song-Titeln zu hinterlassen. Sowohl die Formatausbeute als auch Gapless Playback sind nicht selbstverständlich bei einem Streaming Client für 800 Euro.

Hörtest

Yamaha-NX-N500 Hörtest

Den eigentlichen Hörtest der Yamaha NX-N500 führe ich auf zwei Arten durch: Einmal mit den Lautsprechern auf passenden Ständern als reines Stereo-Musiksystem und einmal auf dem Schreibtisch unter Zuhilfenahme des integrierten USB-DACs.

Bei der Aufstellung gilt es im Wesentlichen nur zu beachten, dass die Reflexöffnungen auf der Rückseite der Lautsprecher angebracht sind. Eine direkte Wandplatzierung sollte möglichst vermieden werden. Ansonsten gelten die üblichen HiFi-Regeln: Stabile Unterlage finden und die Lautsprecher auf den Hörplatz ausrichten.

Klanglich zeigen sich die Lautsprecher von ihrer neutralen Seite. Die Bässe klingen angenehm ausgeglichen, der Mittenbereich hat ausreichend Kraft, um Gitarren und Stimmen einen vollen Grundton mitzugeben und die Höhen klingen offen mit einer guten Portion Details.

Neben der Neutralität tritt die Klarheit der Lautsprecher positiv heraus. Musik klingt luftig – übertrieben scharfe S-Laut-Betonungen gibt es nicht. Damit lässt sich mit den Yamahas auch über mehrere Stunden hören, was immer ein gutes Zeichen für einen Lautsprecher ist.

Ich würde sogar soweit gehen und die Yamaha NX-N500 als Abhörlautsprecher im Home-Recording-Studio empfehlen. Denn nicht nur ihre Auflösung überzeugt, auch der Bassbereich kann mit seiner Neutralität punkten. Natürlich sind den 5-Zoll-Membranen physikalische Grenzen gesetzt. Der Frequenzumfang wird jedoch gut ausgereizt, wie etwa der bassgewaltige Synthie-Einsatz im Titel „Limit to your Love“ von James Blake beweist. Bei solch tieffrequentem Gewitter kommen die Treiber mächtig in Bewegung, ohne wirklichen Einfluss auf den oberen Mittenbereich zu nehmen. So eine klare Definition ist mit warm abgestimmten Lautsprechern nicht zu erreichen.

Leichte Abstriche muss man hier eher in den Feinheiten hinnehmen. Die Tiefenstaffelung der Lautsprecher könnte noch etwas ausgeprägter sein, Becken und Triangeln könnten hin und wieder etwas mehr glänzen und Bassimpulse noch etwas straffer klingen. Solche Punkte fallen zum Beispiel bei Werken wie Friedrich Guldas Interpretation von Johann Sebastian Bachs „das Wohltemperierte Klavier“ im DSD64-Format auf.

Wer hingegen Rock, Pop und Elektro vorrangig auf dem Schreibtisch hört, wird mit den Yamaha NX-N500 seine wahre Freude habe. Aus Genre-Sicht haben wir es hier mit echten Allroundern zu tun.

Zusammengefasst

Die Yamaha NX-N500 sind für alle Musikliebhaber gemacht, die einfach ihre Songs abspielen wollen, ohne sich vorher mit technischen Details auseinander setzen zu müssen. Aufstellen, einrichten und loslegen lautet die Devise – egal ob Streaming via Bluetooth, DSD über USB oder die Multiroom-Wiedergabe im Heimnetzwerk mit Yamaha MusicCast: Mir ist bisher noch kein Lautsprecher mit solch einer umfangreichen Ausstattung untergekommen. Nimmt man noch den natürlichen Klangcharakter und das schicke Design dazu, führt fast kein Weg mehr an den Yamaha NX-N500 vorbei. Für 800-Euro-Paarpreis eine klare Kaufempfehlung!

Yamaha NX-N500 Preis: 800 Euro

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Yamaha NX-N500

9.1 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör10
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

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