Bluetooth-Lautsprecher Teufel Boomster im Test

Der Teufel Boomster ist der Ghettoblaster des 21. Jahrhunderts – so ähnlich wirbt der Berliner Hersteller für seinen Bluetooth-Lautsprecher. Doch mal unter uns: Wann hast Du das letzte Mal jemanden mit einem Lautsprecher auf der Schulter gesehen? Was der Teufel Boomster kann oder ob doch nur eine Boombox in ihm steckt, erfährst Du im Test von MODERNHIFI.



Verarbeitung

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Der Teufel Boomster ist groß. Zwar nicht ganz so wie ein alter Ghettoblaster, dafür deutlich größer als die meisten Mittbewerber. Wir hatten bereits Bluetooth-Lautsprecher von Bowers & Wilkins und Bayan Audio im Test – der Teufel Boomster schaut auf beide von oben herab.

Sein Design ist zurückgenommen. Der Bluetooth-Lautsprecher kommt in einem matt-schwarzen Kunststoffgehäuse daher. Metal kommt im wesentlichen nur auf dem Frontgitter zum Einsatz. Darauf prangt dann auch das Teufel-Logo, zusätzlich zu den großen T’s auf den Gehäuseseiten und dem fetten Boomster auf dem Rücken. Damit wird auch dem Letzten klar, dass Du Teufel trägst. Und genau für diesen Fall hat der Boomster mit einem Metallgriff vorgesorgt.

Links und rechts des Tragegriffs sind zwei berührungsempfindliche Bedienfelder angebracht, die Dir Zugriff auf alle Funktionen geben. Die Tasten reagieren anstandslos und warten zum Teil mit Doppelfunktionen wie dem einstellbaren Subwoofer-Pegel auf. Schön wäre hier noch eine Display-Synchronisation zw. Smartphone und Teufel Boomster gewesen. Änderst Du die Lautstärke am Bluetooth-Lautsprecher, wird dies am iPhone nicht angezeigt.



Im Einsatz

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Was mach einen Bluetooth-Lautsprecher im Außeneinsatz aus? Natürlich, das er leicht zu tragen und schnell verstaubar ist. Beim Teufel Boomster haben wir da so unsere Bedenken. Mit einem Gewicht von 3,4 kg bringt er ordentlich was auf die Waage. Bei 37 cm Breite bleibt im Rucksack nicht mehr viel Platz. Dafür gibt es ja noch den Tragegriff, um den Boomster in die Hand zu nehmen. Was irritiert, dass die Grifföffnung nach hinten zeigt und Du so unterwegs Dein Bein beschallst.

Mit einer Akkuladung haben wir es auf eine Spielzeit von 18 Stunden geschafft! Das ist doppelt so viel wie bei den meisten Mitbewerbern und Teufel legt noch eins oben drauf. Haben sich die Lithium-Ionen einmal entladen, tauschst Du den Akku einfach gegen acht Batterien vom Typ AA aus. Damit schlägst Du noch einmal ein paar Stunden raus. Bist Du mit den Einstellungen wirklich sparsam, kannst Du Dich mit dem Teufel Boomster fast 24 Stunden am Stück beschallen.

Da stellt sich nur die Frage: Macht das auch Dein Smartphone mit? Auch daran hat Teufel gedacht und gleiche noch eine USB-Ladebuchse mit integriert. Die Spannung reicht zwar nicht für ein iPad aus und Musik versteht sie nicht, dafür sparst Du Dir das Geld für eine Smartphone-Powerbank.

Funktion

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Eine Verbindung zwischen Smartphone und dem Teufel Boomster herzustellen, könnte nicht einfacher sein. Wir haben es mit einem Smartphone und Laptop ausprobiert und jeweils nur wenige Sekunden dafür gebraucht. Bluetooth auf beiden Geräten aktivieren, Teufel Boomster anwählen und fertig. Unterstützt Dein Smartphone NFC, reicht sogar eine kurze Berührung der Geräte aus. Bluetooth 4.0 und aptX wird automatisch unterstützt. Das heißt, dass Du hier die bestmögliche Übertragungsqualität beim Streamen mit Bluetooth bekommst. Teufel hat gleich noch eine Freisprecheinrichtung mit drauf gepackt. Telefonate freihändig zu führen ist also auch noch drin.

Wie der alte Ghettoblaster hat auch der Teufel Boomster ein UKW-Radio integriert. Dafür legst Du die Wurfantenne aus und speicherst bis zu drei Sender ab. Im Test hat die Empfangsqualität gepasst, Onlineradio via Smartphone ist uns dann aber doch lieber. Alternativ greifst Du auf den Mini-Klinkenanschluss zurück.

Sound

Teufel-Boomster-Sound

Elektro: Wir starten unseren Hörtest mit dem Song syro u473t8+e von Aphex Twin. Der Titel stellt vom Start weg die dynamischen Fähigkeiten des Teufel Boomsters unter Beweis, der kraftvoll und lebendig klingt. Von einem selbstbetitelten Ghettoblaster hatten wir zunächst nur Boom erwartet, hier wird uns aber ein ausgewogener Gesamtklang präsentiert. Der Teufel Boomster klingt zweifellos modern, was an dieser Stelle aber rein positiv gemeint ist.

Für den ultimativen Bass-Test haben wir Pursuit von Gesaffelstein nachgelegt. Dabei waren wir wirklich überrascht, wie neutral der Teufel Boomster mit der mächtigen Kick umging. Klar, dass er durch die begrenzte Größe des Downfire-Subwoofers nicht bis in die tiefsten Lagen vordringt. Dennoch wird ausreichend Druck aufgebaut, den Du in fünf Stufen noch beeinflussen kannst. In Mittelstellung erhielten wir die perfekte Mischung aus Transparenz und Schub. Willst Du es mal knallen lassen, empfehlen wir Dir Pegelstellung Fünf.

Avantgarde: Musikalisch Anspruchsvoller geht es im Song Dragged von Kiasmos zu. Der Titel baut sich langsam auf, was der Teufel Boomster Schritt für Schritt unterstützt. Die Instrumente werden weit bis an die Außenseiten des Bluetooth-Lautsprechers dargestellt. Details klingen offen und der Subwoofer liefert bereits in Neutralstellung ein kräftiges Fundament.

Pop: Deutlich mehr Mainstream wird es mit The xx und Heart Skipped a Beat. Der Titel wurde schon in der Produktion stark komprimiert und auch der Teufel Boomster schafft es nicht, ihn zu zähmen. In den S-Lauten des Gesangs kommt die Liebe des Boomsters zu offenen Höhen heraus. Dies führt hin und wieder zu einem leichten Zischeln, was aber sonst kaum bemerkbar ist. Auch hier sind wir wieder von dem natürlichen Umgang mit den Instrumenten überrascht. Unter einem Ghettoblaster stellen wir uns etwas anderes vor.

Soundtrack: Mit dem Soundtrack zum Film The Imitation Game haben wir am Teufel Boomster einen Test mit klassischeren Klängen durchgeführt. Die Klavier-Aufnahmen klingen nicht immer ganz neutral, malen aber ein schönes Bild. Tiefe Streichersätze und große Kesselpauken setzt der Bluetooth-Lautsprecher wieder kraftvoll um. Selbst bei mittlerem Basspegel spürten wir unseren Schreibtisch leicht vibrieren. Erwartest Du keine 1:1-Kopie Deines letzten Opernbesuchs, kannst Du mit dem Teufel Boomster das letzte Klassik-Open-Air gut nachstellen.

Zusammengefasst

Feiert Teufel mit dem Boomster das Comeback des Ghettoblasters? Wir sagen ja und meinen, dass Teufel ihn noch einmal deutlich verbessert hat. Er ist flexibler einsetzbar, spielt mit allen Zusätzen fast 24 Stunden am Stück und klingt von modern bis ausgewogen. In seiner Preisklasse ist der Teufel Boomster ein echter Tipp.

Hier geht’s zum Test des Teufel Boomster XL.

Teufel Boomster Preis: 299,99 Euro
Weitere Informationen: Teufel



Teufel Boomster Test

8.2 Punkte
Vorteile
- kräftiger Klang

- sehr gute Akkulaufzeit

- USB-Anschluss

- Subwoofer regelbar
Nachteile
- hohes Gewicht

- Grifföffnung hinten

- keine Display-Synchronität
Preis
Der Teufel Boomster kostet neu 299,99 Euro und ist Online im Teufel-Webshop und bei Amazon erhältlich.
Verarbeitung8
Einrichtung9
Funktion8
Sound8
Preis8


Veröffentlicht am: 30. März 2015 / Autor: Torsten Pless / Fotos: MODERNHIFI
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