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Auralic Altair Streamer, USB-DAC, PreAmp, Server

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Auralic Altair Test: Streamer, Server, USB-DAC

Mit dem Auralic Altair schicken die Chinesen einen Netzwerkplayer ins Rennen, der die positiven Eigenschaften ihrer bisherigen Geräte vereinen soll. Man nehme den Funktionsumfang des Aries Mini und baue diesen weiter aus und gebe eine große Prise der Klangqualitäten des Aries und Auralic Vega hinzu. Fertig ist der Vorverstärker, USB-DAC und Mutiroom-Streamer Auralic Altair.

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Auralic Altair Test

Auralic Altair Test

Moderne Audiophile teilen sich in verschiedene Lager auf: die einen Streamen mit dem PC, die anderen von der NAS und den nächsten reicht eine Bluetooth- oder AirPlay-Übertragung aus.

Das alles und noch einiges mehr beherrscht der Auralic Aries Mini, ein kompakter Streaming-DAC, der mehr Funktionen, als kaum ein anderes HiFi-Gerät bietet. Für einen Preis von 500 Euro ist der auch noch bezahlbar und spielt klanglich auf solidem Level.

Das hat letztendlich auch zum großen Verkaufserfolg geführt, doch wie so oft geht es klanglich noch mal besser. Die Chinesen haben das mit ihren Referenzprodukten Auralic Aries (Streamer) und Auralic Vega (D/A-Wandler) bereits unter Beweis gestellt. Jetzt folgt mit dem Auralic Altair ein Hybrid-Produkt aus den beiden, das mit einer UVP von 2000 Euro im Vergleich auch noch die Geldbörse weniger belastet. Schauen wir uns an, was Auralic in der gehobenen Mittelklasse zu bieten hat.

Femto, Tesla, Sabre-Chip

Auralic Altair ESS9018 D/A-Wandler Auralic Altair Femto, Tesla

Im Grunde genommen reichen neben dem Auralic Altair schon eine Stereo-Endstufe und ein Paar Lautsprecher aus und das HiFi-System steht. Klangpuristen greifen sogar nur noch zu Aktivlautsprechern, die sie an die symmetrischen und unsymmetrischen Analogausgänge am Altair anschließen.

Denn der ist nicht nur USB-DAC, Netzwerkplayer und ggf. Server, sondern auch ein Vorverstärker mit eigener Lautstärkeregelung. Diese ist komplett digital und basiert auf einer 32-Bit-Signalverarbeitung, sodass selbst bei geringsten Pegeln keine Signalverluste zu befürchten sind.

Wenn wir gerade schon bei der Technik sind: Wie gewohnt setzt auch der Altair auf die berühmte Tesla-Plattform, die hier aus einem vierkernigen ARM-Cortex-A9-Prozessor mit 1 GHz Leistung und 1 GHz RAM besteht. Den Aries Mini gibt es dagegen nur mit halb so großem Arbeitsspeicher.

Der Wandler-Chip fällt ebenfalls größer aus – Auralic verbaut mit dem ES9018 das Referenz-Modell von ESS Technology, dem eine maßgeschneiderte Femto-Clock zur Seite steht. Diese liefert zwei Taktfrequenzen: eine für die Sampleraten-Familie 44,1 kHz und eine für 48 kHz und Vielfache.

Das Konzept wird ähnlich bereits erfolgreich mit dem Exact-Modus im Auralic Vega eingesetzt. Im Aries Mini wurde dagegen aus Kostengründen verzichtet.

Weiterhin enthält die Platine Receiver-Chips von Rang und Namen: XMOS für 32-Bit-USB oder AKM für die Digitaleingänge AES, S/PDiF und Koax in 24 Bit.

Fühlt sich im Netzwerk wohl

Auralic Altair Anschlüsse

Die Verbindung zum Netzwerk klappt mit dem Auralic Altair über Kabel oder eine WLAN-Funkverbindung. Statt UPnP/DLNA setzt Auralic auf das Open-Home-Protokoll, das einst von Linn entwickelt wurde. Das bringt viele Vorteile mit, wie Gapless Playback, Spulen im Song oder auch der Zusammenschluss zum Multiroom-System mit weiteren Open-Home-Geräten.

Im Test habe ich den Altair unter anderem mit dem MinimServer auf meiner NAS betrieben. Das lief schon ganz gut, doch Auralic bietet die Möglichkeit, einen LightningServer zu erstellen. Dazu wählt man den Speicherort der Musikdateien (USB, Netzwerkfreigabe, intern) und lässt diese vom Auralic indexieren, was je nach Umfang etwas Zeit in Anspruch nimmt. Vorteil: Anschließend lässt sich die Musik unter anderem auch nach „Abtastrate“, „Dateityp“ oder Importdatum“ sortieren.

Noch mehr Streaming

Auralic Lightning DS App

Vor exotischen Formaten in PCM mit 32 Bit und 384 Kilohertz oder DSD 11,2 MHz schreckt der Auralic Altair nicht zurück. Das Dateisystem MQA soll ebenfalls bald kompatibel sein und Funktionen wie DSD-Upsampling und eine Raumkorrektur per Software-Update nachgereicht werden.

Windows-Nutzern bietet Auralic für den USB-Betrieb einen eigenen Software-Treiber zum Download auf der Homepage an. Mac-User brauchen diesen nicht, benötigen für die Wiedergabe spezieller Formate allerdings eine spezialisierte Audiosoftware wie etwa Audirvana oder Pure Music von Channel D.

Außerdem beherrscht der Auralic Altair die Streaming-Protokolle Apple AirPlay und Bluetooth (aptX). Musikdaten sammelt er dazu noch über eine angeschlossene USB-Festplatte oder in der Königsdisziplin über eine eingebaute 2,5-Zoll-Festplatte (SSD oder HDD). Das Upgrade nimmt der Händler vor, fortan bietet der Altair als Server gespeicherte Dateien auch anderen Geräten im Netzwerk an.

Lightning DS

Auralic Lightning DS

Einrichtung, Songauswahl und Wiedergabe innerhalb des Auralic-Lightning-DS-Systems gelingen über die selbst entwickelte Lightning-DS-App. Die gibt es ausschließlich für iOS-Geräte (iPhone und iPad). Android-Nutzer stehen derzeit noch vor einem Problem.

Das soll sich aber schon bald ändern, denn Auralic arbeitet derzeit an einer Browser-Steuerung, die dann auch auf dem Mac, PC und eben Android-Geräten zugänglich ist.

Zum Lieferumfang gehört auch eine Infrarot-Fernbedienung mit sich grundlegende Steuer-Kommandos wie Eingangswahl, Wiedergabe und die Lautstärke bedienen lassen. Der Test hat gezeigt, dass diese einen sehr direkten Sichtkontakt zum Auralic Altair braucht, weshalb ich doch lieber wieder zur App-Bedienung wechsle.

Hier wähle ich meinen bevorzugten Signal-Ausgang an, zu denen neben AES/EBU, Koax und TOSLINK (alle parallel) auch ein USB-Ausgang gehört. Externe D/A-Wandler erhalten über diesen Weg auch native DSD-Streams, während Auralic den internen DAC und die analoge Ausgangsstufe deaktiviert.

Ich verbinde den USB-Ausgang zum Test mit einem Audioquest DragonFly Red, der in der App sogar mit Namen dargestellt wird. Die Übertragung funktioniert fehlerfrei und bietet eine schöne Alternative zum verbauten Kopfhörerverstärker im Auralic Altair.

Als Nächstes geht es zur Musikauswahl, die neben den genannten Möglichkeiten auch die verlustfreien Musik-Streaming-Dienste Tidal, Wimp und Qobuz enthält. Einfach Benutzername und Passwort in der App eingeben und schon wird der gewählte Dienst im Menü angezeigt.

Die Auralic-Streamer sind wie erwähnt dank Open-Home-Basis schon von sich aus Multiroom-fähig. Dank Roon-Integration gibt es aber auch dazu noch eine Alternative. Wird der Dienst im App-Menü aktiviert, taucht der Auralic Altair auch als Roon-Endpoint im Netzwerk auf.

Zugegeben gefällt mir die Roon-Oberfläche sogar noch etwas besser als die des Lightning-DS-Systems. Mein Set-up ist dabei einfach gehalten: Das Musikarchiv liegt auf einer Synlogy NAS, ein Mac mit installierter Roon-Software dient als Server. Über die Roon-App wird der Auralic Altair als Client angewählt und schon kann der Hörtest beginnen.

Hörtest

Auralic Altair Review

Als Zuspieler, USB-Wandler und Vorverstärker überzeugt der Auralic Altair mit seinem offenen Klangbild, das vor allem jede Menge Dynamik und Feinauflösung bietet. Stimmen und Instrumente werden realitätsnah wiedergegeben und klingen angenehm frisch.

Während der ebenfalls exorbitant ausgestattete Auralic Aries Mini im Vergleich etwas zurückhaltender und weicher klang, spielte der Auralic Altair noch losgelöster und weiträumiger. „Analytisch“ trifft es nur zum Teil, denn der Altair zeichnet Instrumente messerscharf nach, ohne dabei jedoch gefühllos zu klingen.

Im Präsenzbereich löst der Kombi-Player sauber auf und liefert hervorragende feindynamische Eigenschaften. Die Mitten klingen stets neutral und ausgewogen, während Bässe dynamisch druckvoll auftreten.

Hier kann mein treuer Wegbegleiter Sneaky DS von Linn leider nicht mehr mithalten. Der Auralic Altair liefert mehr Details, eine offenere Bühne, straffere Bässe und scheint auch im Timing überlegen.

Wer seinen Spieltrieb nicht nur auf der technischen Seite, sondern auch klanglich ausleben will, erhält mit vier wählbaren Filtertypen die passende Gelegenheit. Welcher Filter sich für welches Genre am besten eignet, hat Auralic in der Bedienungsanleitung zum Gerät beschrieben.

Während alle Filter im Test für ein gewisses Aha-Erlebnis sorgten, entschied ich mich nach langem Hin-und-her-Probieren für die „sanfte“ Variante. Dahinter verbirgt sich ein Minimum Phase-Filter, das im Vergleich weniger anspringend, dafür noch räumlicher klang. Damit erhielt ich die subjektiv meiste „analoge Wärme“ und den neutralsten Klangeindruck.

Wie sich der Auralic Altair im Vergleich zur Aries-Vega-Kombi schlägt, kann ich leider nicht beurteilen. Der Vega bietet auf dem Datenblatt noch bessere Class-A-Ausgangsmodule und eine bessere Spannungsversorgung für die Analogstufe. Ob sich das in einem hörbaren Klanggewinn äußert, muss jeder selbst herausfinden. In der 2000-Euro-Klasse hat der Auralic Altair für mich die neue Benchmark gesetzt.

Zusammengefasst

Linn und Naim haben seinerzeit vorgemacht, wie man ordentliche Netzwerkplayer baut. Auralic legt die Messlatte regelmäßig etwas höher. Was man hier zum Preis von 2000 Euro kriegt, lässt nicht nur die Konkurrenz erblaßen, sondern mischt auch im eigenen Produkt-Sortiment die Karten neu. Wer nach Streaming ohne Kompromisse sucht, erhält hier die Antwort.

Auralic Altair Preis: 2000 Euro

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Auralic Altair

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör10
Klang9.5
Preis / Leistung9

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