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Bluesound Node 2 Test MQA-Netzwerkplayer mit Multiroom-Funktion

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Bluesound Node 2 Test: der erste MQA-Streamer

Bluesound ist das erste Multiroom System, welches das MQA-Format versteht – der Bluesound Node 2 ist folglich der erste MQA-Netzwerkplayer. Das Software-Update auf BluOS V2.2 steht seit dem ersten Juni bereit – ich habe habe mir den Node 2 mit MQA-Material angehört.

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Bluesound Node 2 Test

Bluesound-Node-2 MQA-Streamer

Der Bluesound Node 2 ist ein Netzwerkplayer der zum Team des Multiroom Systems Bluesound 2 gehört. Er empfängt Musik von Streaming-Diensten und Netzwerkfreigaben und gibt diese je nach Wunsch an einen externen D/A-Wandler oder einen Stereo-Verstärker aus.

Ähnliche Funktionen kennen wir bereits vom Node 1, aber auch von Mittbewerbern wie Sonos, Heos oder Raumfeld. Sonos und Raumfeld scheiden im Direktvergleich schonmal aus, weil der Bluesound Node 2 jetzt auch Bluetooth kann. Heos versteht mit seinen HS2-Geräten mittlerweile auch Bluetooth und HD – MQA bietet aber nur die Bluesound-2-Familie.

Doch nicht nur der Funktionsumfang des Node 2 hat im Vergleich zum Vorgänger kräftig zugelegt: Das komplette Redesign sieht deutlich gefälliger aus. Statt Plastik gibt’s jetzt eine leicht gummierte Oberfläche, in deren Zentrum ein Belüftungsgitter mit berührungsempfindlichen Steuerungstasten sitzt.

Im Inneren des Bluesound Node 2 verrichten ein ARM-Cortex-A9-Prozessor mit 1 Gigahertz Leistung und ein 32-Bit-BurrBrown-PCM5122-Wandlerchip mit 8-Fach-Oversampling ihre Arbeit. Weitere Detailverbesserungen befinden sich u.a. in der Steuerungs-App, der Netzwerkleistung und der Anschlussvielfalt.

Steuerung

Bluesound-Node-2

Ein Netzwerkplayer kann noch so gut ausgestattet sein, wenn die App nicht überzeugt, will keiner richtiger Streaming-Spaß aufkommen. In der Disziplin hatte Bluesound in der Vergangenheit noch etwas Nachholebedarf. Mit der BluOS-Version 2.2 haben die Kanadier jetzt ordentlich nachgelegt. Die Controller-App dient nicht nur zur Konfiguration des Bluesound Node 2, sondern steuert auch das komplette Multiroom System. Im passenden Reiter werden alle verfügbaren Bluesound-Geräte angezeigt und lassen sich einzeln anwählen oder zu gemeinsamen Wiedergabe-Zonen gruppieren.

Ebenso vorbildlich ist Bluesounds Update-Politik: Erweiterungen werden regelmäßig eingespielt, ohne, dass der Nutzer dafür extra bezahlt. Das waren in der Vergangenheit Verbesserungen in der App-Bedienung, die Integration weiterer Musikdienste oder eben wie zuletzt das Update auf MQA.

Die App ist für Mobilgeräte mit iOS, Android und Kindle Fire OS verfügbar und soll sich selbst von der Apple Watch aus bedienen lassen. Desktopversionen für Mac OSX und Windows gibt es ebenfalls. Was BluOS im Detail alles kann, folgt demnächst in einem eigenständigen Artikel.

Einrichtung & Funktion

Bluesound-Node-2 Anschlüsse auf der Rückseite

Die Ersteinrichtung des Bluesound Node 2 sollte für niemanden ein Problem darstellen. App downloaden, Netzwerkkabel stecken und schon kommunizieren mein iPad und der Netzwerkplayer zusammen. Wer lieber kabellos streamen will, stellt zunächst noch eine temporäre WLAN-Verbindung zwischen dem Smart-Gerät und dem Node 2 her. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt’s in der App.

Ist der Node einmal im Netzwerk, kann das Streamen auch schon beginnen. An Musikdiensten hat Bluesound einiges im Angebot: CD-Auflösung gibt’s mit Tidal, Qobuz, Wimp und Deezer Elite; Standard-Streams etwa mit Spotify und Napster.

Mit aktuell 13 Musikdiensten reicht das Angebot zwar nicht an das von Sonos heran, dafür ist Bluesoud das Umfangreichste unter den HD-Multiroom-Systemen. Was es nicht gibt, wird einfach via Bluetooth aptX zugespielt oder man greift auf das eigene Musikarchiv zurück.

Wie vom Vorgänger gewohnt, bleibt Bluesound auch in der aktuellen Revision dem SMB-Protokoll treu. Das dient dem einfachen Datenaustausch zwischen zwei Geräten im Netzwerk: Einfach einen Ordner auf der NAS oder dem Computer freigeben und in der Bluesound-App den Verzeichnispfad zuweisen.

Das ist schnell gemacht und funktioniert angenehm unkompliziert. Je nach Größe der Musiksammlung nimmt das erste Indexieren etwas Zeit in Anspruch. Ist das einmal erledigt, darf man sich an den folgenden Sortierungskriterien erfreuen: Künstlern, Alben, Titel, Neu, Ordner, Wiedergabelisten, Komponisten – Cover-Darstellung inklusive.

Musikdateien nimmt der Bluesound Node 2 mit einer Maximalauflösung von bis zu 24 Bit und 192 kHz auf. An Audioformaten werden MP3, AAC, WMA, OGG, WMA-L, FLAC, ALAC, WAV und AIFF unterstützt. Natives DSD ist nicht mit dabei.

Das dürfte aber nur die wenigsten stören, schließlich ist das Format eher selten anzutreffen und MQA steht als „The Next Big Thing“ schon an der Tür. Damit gehört Bluesound im Moment zu der Handvoll an Herstellern, die das System unterstützen. Weitere werden nachziehen.

Ein weiteres heiß diskutiertes System ist die Roon-Software, auch eine Art Multiroom-System, die vor allem durch ihre Benutzeroberfläche überzeugt. Wird es Roon irgendwann auch einmal auf Bluesound schaffen? Ja, wenn man der Aussage eines Bluesound-Mitarbeiters im offiziellen Forum glauben schenken darf. Der meint: „Wir sind optimistisch, dass unsere Player zukünftig auch Roon unterstützen werden“. Spannend zu sehen, wie Bluesound die angesagten HD-Audio-Trends abgrast.

Hörtest

Bluesound-Node-2 mit Manunta Young DSD

Eingänge: Ethernet, 802.11 b/g/n WLAN, USB A (Speicher), USB B (Service), Toslink / 3.5 mm Klinke

Ausgänge: Cinch mit variablem und Fixpegel-Ausgang, Koax, Toslink, 3,5-mm-Klinke, Subwoofer, 12 Volt Trigger

Ich habe den Bluesound Node 2 über den Cinch-Ausgang mit dem Stereo-Verstärker Yamaha A-S1000 verbunden und parallel dazu den Koax-Ausgang in den D/A-Wandler Manunta Young DSD geführt. Der externe DAC ging ebenfalls in den Yamaha-Verstärker, an dem außerdem noch ein Sonos Connect und ein Linn Sneaky DS hingen.

Schon am Analogausgang des Bluesound Node 2 wird sofort klar, das wir es hier nicht mit einem einfachen Streamer zu tun haben, sondern mit einem ernstzunehmenden Netzwerkplayer. Der Vergleichspartner Sonos Connect weiß gar nicht, wie ihm geschieht, und knickt in allen Belangen ein. Der Bluesound-Player klingt deutlich größer, ausgeglichener und bietet eine bessere Separation zwischen den Stereo-Kanälen.

Als Nächstes muss der Node 2 gegen den Linn Sneaky DS ran, bei dem die Luft schon deutlich dünner wird. Das etwas betagte Referenz-Gerät aus der bis-zu-1500-Euro-Klasse hat ganz schön zu kämpfen, um im Jahr 2016 noch seinen Preis zu rechtfertigen. Im Endeffekt löst der Linn Feindetails zwar noch etwas sauberer auf und punktet mit seiner schnellen Ansprache – der Bluesound klingt dagegen voller und wirkt im Vergleich etwas wärmer als der Linn. Seinen musikalischen Charakter hält sich der Bluesound Node 2 auch am Kopfhörerausgang bei, den Linn gar nicht erst anbietet.

Noch Konkurrenzfähiger wird der Bluesound-Player mit einem externen DAC am Toslink- oder Koax-Ausgang. Ich habe den Node mit dem Manunta Young DSD kombiniert, der noch etwas mehr Feinauflösung und Natürlichkeit ins Klangbild brachte. Aber auch ohne externen D/A-Wandler spielt der Node deutlich über seiner Klasse.

Etwas Praxistauglicher ist die Verbindung aus dem Node 2 und einem Smart-TV über ein optisches Kabel. So hole ich mir den Fernsehton ganz einfach auf die HiFi-Anlage – dank eingebautem Infrarot-Empfänger, lässt sich der Node sogar über die TV-Fernbedienung steuern.

Bluesound und MQA

BluOS-App mit MQA

Zum Schluss wäre da noch MQA, das Bluesound seit dem neuesten Firmware-Update versteht. Der im Node 2 verbaute PCM5122-Wandlerchip stand schon länger auf der Liste von MQA, sodass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis das DSP-Update erscheinen sollte. In der Praxis wirkt sich das folgendermaßen aus:

Der Bluesound Node 2 empfängt eine MQA-Datei, entpackt diese auf ihre Ausgangsauflösung und schickt sie in das speziell auf den Wandler angepasste MQA-Filter. Erst dann kommt es zur eigentlichen Digital-Analog-Konvertierung.

Das funktioniert aber nur, solange der Node 2 auch als D/A-Wandler eingesetzt wird. Mit einem externen DAC findet zwar der Decodierungsprozess im Bluesound-Player statt, allerdings bleibt die MQA-Filterung außen vor.

Damit stellt sich nun die Frage, was besser klingt:

  • MQA-Datei – Decoder – MQA-Filter – interner DAC
  • MQA-Datei – Deocder – externer DAC

Nach meinem Empfinden sind zwischen den beiden Ketten definitiv Unterschiede hörbar, allerdings beziehen sich diese mehr auf die Grundcharakteristiken der Wandler selbst, als auf das MQA-Filter. MQA-Dateien klingen über den Bluesound Node 2 ausgezeichnet: feinauflösend mit großer Separation und einer weitläufigen Bühnendarstellung. Mit dem Manunta-DAC am Koax-Ausgang (ohne MQA-Filter) ändert sich der Klang, aber nicht zum negativen. Viel deutlicher machen sich dabei das eingesetzte Minimum Phase Filter und das interne Oversampling auf 768 kHz im Manunta bemerkbar, was für eine smoothe Wiedergabe sorgt und den Blick in die Raumtiefe sogar noch etwas verstärkt.

MQA hin oder her – bisher ist die Funktion eher ein Nice-to-Have, als ein Killer-Feature. Nach meinen bisherigen Hörvergleichen kann ich sagen, dass der Einfluss externer Wandler größer ist, als der des MQA-Filters.

Zusammengefasst

Der Bluesound Node 2 ist derzeit einer der am besten ausgestatteten und klanglich überzeugendsten Netzwerkplayer auf dem Markt. Während sich Sonos und Co. um den Einstiegsmarkt bemühen und Linn sowie Naim die Oberklasse abdecken, bedient Bluesound den modernen Audiophilen, den man mit viel Leistung, hervorragendem Klang und einen bezahlbaren Preis anspricht. Mit dem Bluesound Node 2 und der dazugehörigen BluOS-Controller-App ist den Kanadiern genau das gelungen. Die Möglichkeiten MQA abzuspielen, ist nett zu haben, sollte im Moment aber nicht das ausschlaggebende Kaufkriterium sein.

Bluesound Node 2 Preis: 549 Euro

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Bluesound Node 2

9.1 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang9
Preis / Leistung9

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