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Buchardt Audio A500 Test der Wireless-Aktivlautsprecher mit WiSA

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Buchardt Audio A500 Test der Wireless-Aktivlautsprecher mit WiSA

Aktiv oder passiv, der Trend geht in Richtung All-in-One. Noch spannender ist die Frage, ob mit oder ohne Kabel. Die Buchardt Audio A500 können beides, wobei der Fokus klar auf Streaming liegt. Mit an Bord: Raumeinmessung und Master-Tunings. Die Zukunft schon jetzt im Test.

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Buchardt Audio und der Stereo Hub

Buchardt Audio Hub

An die 2,5-Wege-Aktivlautsprecher Buchardt Audio A500 lässt sich ein Vorverstärker oder ein Audioplayer mit geregeltem XLR-Ausgang anschließen. Mehr Anschlüsse gibt es nicht.

Wer die Buchardt A500 kabellos betreiben will, kommt am optionalen Hub (fast) nicht vorbei. Den gibts einzeln zum Preis von 700 Euro oder im Bundle mit den Aktivlautsprechern beim deutschen Vertrieb Hifi Pilot für einen fairen Aufpreis von 250 Euro.

Das kleine Kunststoff-Kästchen hat Buchardt nicht selbst entwickelt, macht sich aber dessen Streaming-Funktionen und den eingebauten WiSA-Sender zunutze. Die passenden Empfänger sitzen schon in den Lautsprechern.

Alternativ gibt es einige wenige WiSA-Ready-Sender. Zum Beispiel die OLED– und Nanocell-TVs von LG seit 2019 oder die Spielekonsolen Microsoft Xbox Series X / One / One S und One X.

Am Audio-Hub kommen alle Verbindungen zusammen: Per Kabel an zwei Cinch- und Line-Anschlüssen, drei optischen Digitaleingängen und je einer Koax-, USB-B- und HDMI-ARC-Buchse. Das deckt alle Anwendungsbereiche vom CD-Player über den Computer bis zum Fernseher ab.

Smartphones, Tablets und Laptops funken via Bluetooth 5.0 aptX und AirPlay auf den Hub. Außerdem werden mit aktiver WLAN-Verbindung Google Chromecast inkl. Roon (Test) und Netzwerkfestplatten mit DLNA-Server unterstützt.

Vom Hub aus geht es über den noch dünn besiedelten Frequenzbereich zwischen 5,2 und 5,8 Gigahertz zu den Buchardt Audio A500. Auch die 2-Wege-Fernbedienung mit LED-Anzeige setzt auf eine Funkverbindung.

Buchardt Stereo Hub

Master-Tunings

Buchardt Master Tunings

Auf einem iPhone installiere ich die Google Home App zur Systemeinrichtung und die Buchardt Audio App für spätere Klanganpassungen. Einfach den Anweisungen auf dem Display folgen und die Speaker per Tastendruck an den Gehäusen paaren. Schon kann es losgehen.

Nach erfolgreicher Einrichtung steht den Lautsprechern die Welt von Google Chromecast offen. Die Technologie unterstützt nahezu jede Streaming-Anwendung von Spotify über Qobuz bis Tidal und die gängigen Anbieter von Internetradiostationen. Über AirPlay lässt sich auch Musik aus Apple Music auf die Buchardt Audio A500 beamen.

Den schon opulenten Funktionsumfang des Hubs ergänzt Buchardt noch um einige audiophile Leckerbissen. Zum Beispiel mit den „Master-Tunings“, die sich per USB-Stick direkt an der Rückseite der Lautsprecher aufspielen lassen und deren Wiedergabecharakteristik verändern.

So wird aus den 2,5-Wege-Boxen zum Beispiel ein 3-Wege-System oder ein Nahfeldmonitor – je nach dem, ob man mehr Tiefgang, zusätzlichen Schalldruckpegel oder einen Speaker für den Einsatz im Tonstudio braucht.

Unabhängig des gewählten Master-Tunings bietet der dänische Hersteller noch eine akustische Einmessung des Hörraums.

Dazu die Buchardt App öffnen und das Smartphone für knapp 1 Minute durch den Raum bewegen. Das eingebaute Mikrofon im iPhone nimmt ein Rauschsignal aus den Lautsprechern auf und berechnet das optimale Zusammenspiel zwischen Raum und Speakern im schwierigen Frequenzbereich unter 500 Hertz (Hz).

Anschließend überträgt die App die Korrekturkurve auf den Hub, der sie dann auf den Lautsprechern ablegt. Die Einmessung ist allerdings iOS-only.

Buchardt Audio App

Buchardt Audio A500 Test

Buchardt A500 Test Aktivlautsprecher

Im Blickpunkt der A-Serie (mit dem Standlautsprecher A700) stehen ein ungewöhnlich kleiner 19-mm-Hochtöner und ein auffallend großer Aluminium-Waveguide für maximale Signalausbreitung.

Der Tweeter übergibt bei rund 2.800 Hz an den Tief-/Mittelöner, welcher je nach gewähltem Master-Tuning bis 150 Hz oder 25 Hz herunter spielt.

Das ausgesuchte Setting hat auch Einfluss auf den Basslautsprecher an der Rückseite des geschlossenen Gehäuses. Dieser arbeitet entweder als zweiter Tieftöner oder als separater Subwoofer (dann bis 20 Hz).

Weitere Zutaten sind drei digitale Amps pro Box, die jeden Treiber mit bis zu 150 Watt Leistung anfeuern. Zwei CS4398-Wandler-Chipsets steuern die Ausgangskanäle.

Digitale Signalprozessoren dienen unter anderem der Echtzeitüberwachung der Membranauslenkungen und einer gehörrichtigen Anpassung der Lautstärke bei geringen Abhörpegeln.

Hörtest

Buchardt Audio A500 Review

Die Buchardt Audio A500 verkörpern den Prototypen eines modernen Lautsprechers: Auflösung, Ausgewogenheit und Abbildungsschärfe – alles vorhanden und mit angenehmer Wärme gewürzt.

Der Bass greift tief und treibt die Musik voran. Mitten und Höhen spielen geschmeidig, wodurch es keine Angriffsfläche für scharfe Töne gibt.

Nach erfolgreicher Raumeinmessung wirkt alles noch einen Ticken straffer. Kein Wunder, denn die Korrekturkurve bügelt auch die letzten kleinen Bassmoden im schon optimierten Hörraum aus.

Jetzt probieren wir eines der Master-Tunings und platzieren die Aktivlautsprecher im direkten Nahfeld am Schreibtisch. Dabei glänzen die Boxen mit phänomenaler Detailauflösung und genauem Timing über den kompletten Frequenzbereich.

Basslinien spielen noch etwas griffiger. Vielleicht eine Option für professionelle Tonstudios?

Zurück im HiFi-Studio, dieses Mal mit 3-Wege-Master-Tuning, drücken wir den Bass bis runter auf 20 Hz. Mit etwas Platz zur Klangentfaltung und mit geschlossenen Augen zugehört, könnte tatsächlich ein Standlautsprecher vor uns stehen.

Die Bässe holen tief aus, bleiben straff und schmiegen sich harmonisch an die Mitten an. Unterm Strich die natürlichste Variante im Tieftonbereich.

Im 2,5-Wege-Setting klingen die Lautsprecher ein wenig plastischer und gefallen mit ihrer entspannten Art. Einzige Voraussetzung scheint eine freie Aufstellung im Raum zu sein, dann schaffen die Buchardts die Balance zwischen Präzision und Drive, ohne an Gelassenheit einzubüßen.

Zusammenfassung

Aktivlautsprecher auf Steroiden: Die Buchardt A500 nehmen mit dem Stereo Hub unter anderem Computer, Plattenspieler oder Fernseher auf. AirPlay, Bluetooth und Google Chromecast bedienen die Streaming-Generation. Die schon ausgewogene Abstimmung lässt sich per Klangeinmessung an den eigenen Raum anpassen. Weiteren Spielspaß bringen die kostenfreien Master-Tunings, die aus den kompakten Boxen nahezu Standlautsprecher oder Studiomonitore machen.

Buchardt Audio A500 Walnuss + Audio Hub: 3.900 Euro

Buchardt A500 Walnuss einzeln: 3.650 Euro
Buchardt Stereo Hub einzeln: 700 Euro

Buchardt A500 Bewertung

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör10
Klang9.5
Preis / Leistung9.5

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