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Dali Opticon 6 Test: Lautsprecher mit Hybrid-Tweeter und Doppelbass

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Dali Opticon 6 Test: Lautsprecher mit Hybrid-Tweeter und Doppelbass

Vor wenigen Wochen hatten wir auf MODERNHIFI die Standlautsprecher Dali Opticon 5 im Test. Jetzt erreichten uns die Dali Opticon 6 mit fast identischem Aufbau, jedoch mit einem zusätzlichen Treiber. Lohnt sich der Mehraufwand?

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Dali Opticon 6 mit Hybrid-Hochtöner

Dali Opticon 6 Hybrid-Hochtöner

Ein Lautsprecher, vier Treiber und doch ein 3-Wege-Aufbau: Der Dali Opticon 6 kommt mit einer kombinierten Hochtoneinheit aus 28-mm-Kalotte und einem darüber liegenden Bändchen-Hochtöner, die gemeinsam in einem geschlossenen Gehäuse sitzen.

Während die Hochtonkalotte bei einer Übernahmefrequenz von 2 Kilohertz (kHz) ihre Arbeit beginnt, setzt das Bändchen erst bei 10 kHz ein – ein Trick, der aus den großen Serien des dänischen Herstellers stammt und durch eine besonder feine Auflösung überzeugen soll.

Die Opticon-Reihe bildet den Einstieg in das High-Endige Lager von Dali – dabei sollen die Lautsprecher im Verhältnis jedoch immer noch erschwinglich bleiben.

Noch mehr Lautsprecher

Dali Opticon 6 Doppel-Bass

Unterhalb des Hybrid-Hochtonmoduls sitzen in den Dali Opticon 6 zwei 16,5-cm-Treiber: einer für den Bass und einer für den Mitteltonbereich mit einem Frequenzumfang von etwa 800 Hertz bis zu 2,2 kHz.

Zur Erinnerung: Die 300 Euro günstigere Dali Opticon 5 kommt ebenfalls mit Doppel-Tweeter, begnügt sich aber mit einer kombinierten Tief-Mitteltoneinheit und spart einige Zentimeter Gehäusegröße ein.

Die beiden rötlich gefärbten Treiber haben schon auf weite Entfernung Wiedererkennungswert. Denn im Papierverbund befinden sich wild angeordnete Holzfasern, die Eigenresonanzen der Membranen verhindern sollen.

Ein kräftiger Ferritmagnet mit SMC-Polstück (Soft Magnetic Compound) feuert die beiden Treiber an. SMC, so die Theorie, ist ein hoch-magnetisches, pulverförmiges Material mit sehr geringer elektrischer Leitfähigkeit, dafür mit hoher magnetischer Durchlässigkeit. In der Praxis soll das für geringe Verluste, niedrige Verzerrungen und minimale Verfärbungen sorgen.

Made in Dänemark

Dali Opticon 6 Made in Dänemark

Die Lautsprechergehäuse der Dali Opticon 6 bestehen aus 25-mm-starken MDF-Wänden mit mehrfachen Verstrebungen im Inneren. Die Vinylfolien sind sauber aufgetragen und die allgemeine Verarbeitung der gegen Kantendispersionen abgeschrägten Gehäuse ist mehr als anständig. Sicher kann man von den größeren Serien der Dänen noch etwas mehr Extravaganz erwarten, die Opticons zeigen sich jedoch mehr als solide.

Gut investiert: Die Verarbeitung der MDF-Platten, die Folierung der fertigen Gehäuse und die Montage der Chassis erfolgt noch in der Dali-Fabrik im dänischen Nørager.

Dali Opticon 6 im Hörtest

Dali Opticon 6 Testbericht Dali Opticon 6 Anschluss-Terminal

Klanglich spielen die Dali Opticon 6 frisch und feindynamisch mit schöner Detaildarstellung und anspringenden Akzenten – das Hybrid-Hochtonmodul spielt dabei seine ganze Stärke aus.

Die Standlautsprecher spielen mit analytischer Präzision, ohne dabei wirklich kühl zu wirken. Auch Schärfen gibt es nicht, was Gesangsstimmen zu Gute kommt und eine emotionale Wiedergabe schafft. Die Opticon 6 von Dali sind zum Langzeithören ausgelegt, was sich nicht über jeden Bändchen-Lautsprecher behaupten lässt.

Der Zugewinn eines reinen Basstreibers und ein paar Zentimeter mehr Gehäusegröße machen sich im Vergleich zur Opticon 5 durch mehr Klangvolumen bemerkbar. Bässe klingen straff mit dynamischen Impulsen, lassen dabei aber immer noch etwas Platz nach oben für die größeren Serien.

Dabei sorgt der zusätzliche Treiber auch für ein wenig mehr Gelassenheit im Klangbild, die selbst bei höheren Lautstärken nicht umschlägt. Auf allen Abhörleveln bleiben die Lautsprecher stets stabil und bewahren sich ihre Natürlichkeit.

Wer auf die letzten Hertz im Frequenzkeller verzichten kann, greift beruhigt zur Opticon 5, die genauso körperhaft und ausgewogen spielt. Etwas voluminöser wird es mit der Opticon 6, die zusätzliche Reife in den Gesamtklang bringt.

Zusammengefasst

Auch die Opticon 6 von Dali zeigt, dass ein souveränes, natürliches Klangverhalten schon für mittlere Budgets erhältlich ist. Kleine, aber wichtige Details stammen aus den größeren Lautsprecherserien der Dänen und wurden abermals vorbildlich umgesetzt. Der ehrliche, Live-artige Grundcharakter sticht dabei besonders hervor. Für den Preis wird die Luft nach oben immer dünner.

Dali Opticon 6 Preis: 1.700 Euro (Paar)

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Dali Opticon 6 Review

9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9
Preis / Leistung9

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