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Dali Zensor 1 AX Test der Aktivlautsprecher mit Bluetooth

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Dali Zensor 1 AX Test: Aktivlautsprecher mit Bluetooth

Mit den Dali Zensor 1 AX wagt der dänische Hersteller den Schritt auf aktives Terrain und schafft den Einstieg in eine moderne HiFi-Kette. Mit Bluetooth läuft das ganze sehr bequem, doch auch Audiophile kommen hier auf ihre Kosten. Es folgt ein Praxisbericht für Aktiveinsteiger.

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Dali Zensor 1 AX Test

Dali-Zensor-1-AX Aktivlautsprecher

Nich jeder von uns ist in den Zeiten groß geworden, in denen Standlautsprecher und riesige HiFi-Türme als das audiophile Maß der Dinge galten. Heute darf der Technik-Fuhrpark minimalistisch sein, aufgeräumt und leicht zu bedienen. Eine Alternative zu den schweren Lautsprechern mit Einzel-Verstärkern und dem Boden voller Kabel sind Aktivlautsprecher. Die haben die passenden Endstufen bereits verbaut und schaffen Ordnung, wo vorher HiFi-Chaos herrschte.

Während herkömmliche Studiomonitore oft nur symmetrische XLR-Eingänge bieten, denkt die HiFi-Szene deutlich Anwenderfreundlicher. Mit Bluetooth, Analog- und Digitaleingängen braucht es nicht mehr viel drum herum, um sich ein modernes System aufzubauen. Zwei Lautsprecher, ein Quellgerät und fertig ist die HiFi-Kette.

Genau das sollen die Dali Zensor 1 AX leisten. Aufstellen, anschließen und loslegen: Das bekommt selbst der größte Technikverweigerer hin. Dank des integrierten Bluetooth-Empfängers sind die Zuspielmöglichkeiten quasi grenzenlos. Tidal über’s Smartphone, YouTube vom Tablet oder der Ton aus Netflix vom PC – einfach die Dali Zensor 1 AX im Bluetooth-Menü auswählen und schon kann der Streaming-Spaß beginnen.

Einmal passiv, einmal aktiv

Dali Zensor 1 AX Tiefmittelton-Membran

Zuletzt hatte ich die Regallautsprecher Yamaha NX-N500 im Test, die sich im Aufbau – trotz Aktivtechnik – von den Dalis unterscheiden. Denn genau genommen handelt es sich bei den Dali Zensor 1 AX um ein teilaktives Lautsprechersystem. Der linke Zensor 1 AX kommt mit einem eingebauten Verstärker, der rechte, ist passiv und folgt den Anweisungen seines Mitspielers. Zur Signalverbindung legt Dali ein 4-Meter-langes Lautsprecherkabel mit bei, das an einfache Terminals an den beiden Lautsprechern angeschossen wird. Ergo bedeutet das, dass auch nur der linke Speaker eine Stromverbindung braucht.

Wer das Produktsortiment von Dali kennt, weiß, dass die Dänen die 1 AX nicht völlig neu erfunden haben. Das Set gibt es als Dali Zensor 1 auch in passiver Form mit gleicher Größe und gleicher Treiberbestückung. Im Hochtonbereich ab ca. 3 Kilohertz arbeitet eine Dome-Kalotte mit 25 Millimetern (mm) Größe und einer leichten Schallführung. Die soll den Sweet-Spot-Bereich weiter öffnen: Man muss also nicht zwingend mittig vor den Lautsprechern sitzen.

Der 130 mm große Tiefmitteltöner besteht aus einem Holzfaser-Papier-Verbund, das die Membransteifigkeit erhöhen soll und damit Bässe knackiger übermittelt. Bei genauem Hinsehen sind sogar noch einzelne Holzfasern auf der Membran zu erkennen, die resonanzmindernd wirken. Mit ihrer bordeauxroten Färbung sind die Chassis nebenbei auch noch hübsch anzuschauen.

Für ein wenig mehr Tiefgang sorgen die Reflexöffnungen auf den Rückseiten der Gehäuse. Der Hersteller hat gleich noch Wandhalterungen an die Lautsprecher angebracht – also darf auch bei freier Aufstellung mit dem Wandabstand experimentiert werden.

Die Gehäuse selbst bestehen aus MDF-Material und sind mit Folien überzogen. Meine Testmodelle der Dali Zensor 1 AX kamen in Wallnuss-Optik mit schwarzlackierter Hochglanzfront. Alternativ gibt es die Lautsprecher auch noch in Schwarz und Weiß.

Digital bis zum Schluss

Dali Zensor 1 AX Anschlüsse auf der Rückseite des Aktivlautsprechers

Während sich klassische HiFi-Ketten oft recht schnell aus der digitalen Ebene lösen und Audiosignale frühzeitig in einen D/A-Wandler leiten, bleibt der Signalfluss in den Dali Zensor 1 AX bis zum letzten Moment der Schallwandlung digital.

Analogsignale, die am 3,5-mm-Klinkeneingang stecken, werden zunächst in PCM mit 24 Bit und 96 Kilohertz (kHz) digitalisiert. Gleiches gilt für Bluetooth-Streams, während optische Signalzuspielungen (bis 24 Bit / 176,4 kHz) direkt auf einen Digitalen Signalprozessor (DSP) treffen.

Der DSP gibt ein PWM-Signal an den verbauten Class-D-Verstärker ab, dem zweimal 50 Watt Leistung zur Verfügung stehen. Digital verstärkt geht es weiter zur passiven Frequenzweiche, welche die Audiosignale ihren Bereichen zuordnet und an die Lautsprechertreiber übergibt.

Parallel dazu gibt der DSP auch noch ein elektrisches Signal mit einem Frequenzumfang von 12 Hertz bis 80 Hertz (Hz) an einen Leitungsverstärker aus, dem ein Sub-Out nachgestellt ist. Wer will, kann die Dalis also noch um einen Subwoofer ergänzen. Der Frequenzumfang der Lautsprecher soll aber auch so schon von 26,5 kHz bis runter zu 53 Hz (+/- 3 dB) reichen.

Bringt der digitale Signalfluss nennenswerte Vorteile gegenüber einer analogen Verstärkung? Im Falle der Dali Zensor 1 AX schon. Denn im Gegensatz zu Class-AB-Endstufen, die mächtig wärme produzieren, kann Dali bei der eingesetzten Technik auf große Kühlrippen verzichten, was die Lautsprechermaße auf kompakten 27 x 16 x 24 Zentimetern hält. Das sieht von außen nicht nur weniger technisch aus, sondern lässt auch im Inneren mehr Platz für Dämpfungsmaterial.

Die Bedienung der Lautsprecher – Lautstärkesteuerung, Bluetooth-Kopplung und Quellenanwahl – erfolgt entweder auf der Rückseite des Aktivlautsprechers oder über die mitgelieferte Fernbedienung. Die gewählte Signalquelle wird auf der Lautsprecherfront über eine LED angezeigt. Nach ein paar Minuten Inaktivität gehen die Dalis in den Stand-by-Betrieb über.

In der Praxis

Dali-Zensor-1-AX Bluetooth-Lautsprecher

Schauen wir uns noch einmal die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Dali Zensor 1 AX an, fallen mir auf Anhieb drei grundlegende Szenarien ein. Erstens: auf dem Schreibtisch platziert und vom Computer per Bluetooth angesteuert – zur Bodenentkopplung liegen den Lautsprechern noch Gummifüße bei.

Zweitens: neben dem Fernseher aufgestellt, um dem flachen Fernsehton mehr Volumen zu verleihen. Zur Tonübertragung braucht man nur noch ein optisches Digitalkabel und schon erhält man echtes Stereo, das jeder Soundbar das Wasser reicht.

Die dritte Möglichkeit richtet sich an audiophile Hörer, denen die Klangqualität von Bluetooth aptX nicht reicht. An den TOSLINK-Eingang schließt man einfach einen Netzwerkplayer wie den Bluesound Node 2 oder den Auralic Aries Mini an und streamt hochauflösende Audiodateien auf die Aktivlautsprecher. Auch AirPlay ist eine Alternative, die für meinen Geschmack mit Tidal-Streams noch etwas besser als Bluetooth klingt. Für 79 Euro gibt’s bereits das Apple TV 3, das sich einfach per optischem Kabel mit den Lautsprechern verbinden lässt.

Hörtest

Dali-Zensor-1-AX Hörtest am Smart-TV

Was erwartet uns von den Dali Zensor 1 AX, wenn wir die feinen Nuancen der verschiedenen Zuspieler kurz einmal bei Seite lassen? Auf dem Schreibtisch: angenehm ausgeglichen mit direkter Ansprache und kräftigem Grundton. Im Nahfeld – also auf kürzester Distanz – werden Details sauber herausgestellt, während lebendige Basseinlagen recht druckvoll erscheinen.

Im zweiten Schritt müssen die Lautsprecher im Hörraum sowohl an einen Smart-TV als auch an einen Netzwerkplayer ran. Mit größerem Abstand – wir sprechen von einem Stereo-Dreieck von knapp 3 Metern Seitenlänge – fallen ein paar weitere Eigenschaften der kleinen Dalis auf. Die Bassintensität nimmt im Vergleich zum direkten Nahfeld etwas ab und der Hochtonbereich (jetzt auf Ohrhöhe platziert) legt etwas zu. Das macht sich besonders im TV-Einsatz bei nuschelnden Sprecherstimmen bezahlt, die sich so leichter verfolgen lassen.

Für Musik bedeutet das: viele Details, präsente Schlagzeugbecken und griffige Gitarrensaiten, aber auch eine leichte Schärfe im Umgang mit stark komprimierten Stimmen. Mit David Bowies Blackstar bauen die Lautsprecher eine beeindruckende Klangkulisse auf, die den gesamten Raum ausfüllt. Zweifellos sind die Lautsprecher eher für kleinere bis mittlere Räume gemacht, was man ihnen an der Größe der Wiedergabe anmerkt. Dennoch bleiben sie auch bei höheren Lautstärken klangstabil, ohne in Verzerrungen umzuschlagen.

Zusammengefasst

Mit den Dali Zensor 1 AX gehen die Dänen den richtigen Schritt in Richtung Zukunft: Einfach auspacken, aufstellen und loslegen, ohne sich Gedanken über Kabel, Verstärker oder Platz zu machen. Die Lautsprecher überzeugen auf dem Schreibtisch, am Smart-TV und mit externen Geräten. Minimalistischer als ein Paar Dali Zensor 1 AX mit einem Smartphone als Zuspieler geht es nicht.

Dali Zensor 1 AX Preis: 599 Euro

Weitere Informationen: Dali

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Dali Zensor 1 AX

8.5 Punkte
Design / Verarbeitung8
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör8.5
Klang8
Preis / Leistung8.5

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