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Elac F5 Test Debut Line Standlautsprecher unter 1000 Euro

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Elac F5 Test: große Lautsprecher zum kleinen Preis

Mit Andrew Jones hat sich Elac einen der bekanntesten Lautsprecher-Entwickler ins Boot geholt. Sein Erstlingswerk ist die Debut Line mit den Standlautsprechern Elac F5, die preislich deutlich unter 1000 Euro liegen. Kann der High-End-Entwickler auch im Budget-Bereich überzeugen?

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Elac F5 Test

Elac Debut F5 2,5-Wege-Standlautsprecher

Wenn man zu den wenigen Audiophilen im privaten Umfeld gehört, wird man oft mit der Frage nach dem „Best Bang for the Buck“ konfrontiert. Die Vorlieben für Lautsprecher gehen dabei zwar auseinander, ein gemeinsamer Nenner findet sich jedoch meist und der liegt im Preis. Für den musikbegeisterten Einsteiger ist bei 1000 Euro für ein Lautsprecherpaar oft schon die Schmerzgrenze erreicht. Eine Aufgabe, die es heute zu lösen gilt.

Bereits auf der High End 2015 hat Elac mit dem Regallautsprecher Elac B5 den ersten Teil seiner neuen Budget-Reihe „Debut Line“ enthüllt. Später folgten der zweite Kompaktlautsprecher B6, der Center C5, die Deckenstrahler A4, drei Subwoofer und die Standlautsprecher Debut F6 sowie Elac F5. Mit einem Paarpreis von 760 Euro liegen die knapp 1-Meter-hohen 2,5-Wege-Lautsprecher sogar deutlich unter unserem Budget. Mit im Preis enthalten ist das technische Know-how des High-End-Entwicklers Andrew Jones.

Wer ist Andrew Jones?

Elac F5 im Surround-System

Andrew Jones hat sich in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Lautsprecher-Entwicklungen einen Namen gemacht. Er arbeitete bereits für Firmen wie KEF, Infinity und TAD (Technical Audio Devices) – seine Pioneer SP-BS22-LR gelten im US-amerikanischen Raum bis heute als Top-Empfehlung im Low-Budget-Bereich.

Nach Onkyos Übernahme von Pioneer war es für Jones mal wieder Zeit für frischen Wind. Heute arbeitet er für Elac America und gab seinen Einstand mit der Elac Debut Line.

Das Ziel der Serie sei es, einem breiten Publikum hervorragenden Klang zu liefern. „Es ist richtig, das ich bei der Entwicklung vor allem junge Hörer vor Augen hatte, aber genauso neue Hörer jeden Alters erreichen will. HiFi ist teuer geworden und wir haben die Menschen vergessen, die gern besser Musik hören wollen, es sich aber noch nicht leisten können. Diesen Menschen möchte ich einen großen Klang bieten, damit sie soviel Musik wie möglich hören können und eine Ausgeglichenheit liefern, die es ihnen erlaubt mit dem Herzen anstatt mit dem Kopf zu hören“, so Andrew Jones.

Elac F5 – 2,5-Wege-Standlautsprecher

Elac F5 Lautsprecher Test

Hinter dem „F“ im Namen Elac F5 verbirgt sich „Floorstand“ – zu deutsch Standlautsprecher. Die „5“ steht für die Treibergröße: Pro Lautsprecher sind drei 5,25-Zoll-Membranen (13,3 cm) aus Aramid-Gewebe verbaut, das in HiFi-Kreisen auch unter dem Namen Kevlar bekannt ist.

Der Gewebestoff wird aufgrund seiner Steifigkeit und Impulshaftigkeit gern in Lautsprechern verbaut und zieht sich für ein homogenes Klangverhalten durch die komplette Elac Debut Line.

Unterstützt werden die beiden Bassmembranen durch zwei Reflexöffnungen auf der Rückseite des Gehäuses. Die darüber liegende Mittel-Hochtoneinheit ist abgekapselt und arbeitet mit einem eigenen Reflexkanal.

Ab einer Übernahmefrequenz von 3 Kilohertz setzt die 1-Zoll-große Seidenkalotte (2,54 cm) ein. Hinter dem schützenden Lochgitter verbirgt sich ein schalllenkender Waveguide, der den Sweet Spot familienfreundlich verbreitern soll.

Auf Elacs Aushängeschild, den Jet-Hochtöner, hat Jones bei der Debut Line angesichts des Preises verzichtet. Er sagt: „Ich habe den Jet-Hochtöner nicht verwendet, da sein Preis über der Budgetgrenze liegt, die wir uns für die Debut Line gesetzt haben. Es gibt zwar auch günstige Bändchen-Hochtöner auf dem Markt, allerdings erfüllen sie nicht den Leistungsanforderungen, die ich für meine Lautsprecher habe.“

Über das Aussehen der ausschließlich in Schwarz erhältlichen Lautsprecher lässt sich streiten: Mit geraden Linien und gebürstetem Vinyl-Finish auf MDF-Untergrund wirken die Elac F5 schlicht und alltagstauglich. Die Treiber werden bei Bedarf von einer ansteckbaren Stoffabdeckung geschützt.

Im Inneren der Lautsprecher sind je zwei Querverstrebungen verbaut, die Gehäuseschwingern entgegnen und damit den Klang straffen sollen. Dazu kommt eine „technisch aufwendige“ 8-Komponenten-Frequenzweiche mit Bauteilen von Audio Grade. Im Zusammenspiel aus Treibern, Frequenzweiche und Gehäuse erreichen die 2,5-Wege-Lautsprecher folgende Leistungsdaten: 6 Ohm Widerstand, 86 Dezibel Schalldruckpegel an 8 Ohm und ein Frequenzumfang von 42 Hertz bis 20 Kilohertz.

HiFi-Klang für unter 1000 Euro?

Elac Debut F5 mit Debut C5 und Subwoofer S10

Amerikanische Lautsprecher müssen sich auch heute noch dem Vorurteil stellen, stark bassbetont zu sein, was auf die schwingenden Wände der Holzhäuser in Übersee zurückzuführen ist. Das ist beim deutsch-amerikanischen Jointventure – mit Produktion in China – nicht der Fall.

Die Elac F5 klingen ausgeglichen, dezent, etwas zurückhaltend, aber nicht bassbetont – zumindest, bei korrekter Aufstellung. Zu nah an die Wand gestellt klingen sie etwas dumpf und lustlos, was sich allerdings leicht beheben lässt, wenn man sie gute 60 cm in den Raum hineinrückt. Ich habe sie sogar einen Meter von der Wand weggestellt – mit einem sehr guten Ergebnis.

Mit bedachter Platzierung liefern die Elac F5 einen ausgeglichenen Bass, der sich angenehm in den Gesamtklang einfügt, ohne Übertrieben stark aufzuspielen. Tief herunter reichen die Lautsprecher trotzdem und Bassläufe erhalten einen knorrigen Charakter, der sich selbst bei großer Lautstärke nicht verändert. Verzerrungen? Suche ich vergebens!

Der Mittenbereich bringt eine leicht warme Note mit, der für einen angenehmen Grundton sorgt und den Lautsprechern ihren musikalischen Charakter gibt. Stimmen und Instrumente werden gleichermaßen gut aufgelöst und mit einer ordentlichen Portion an Tiefendarstellung versehen. Es macht Spaß den Elacs zuzuhören, da sie frei von Überbetonungen sind und sich nicht wie eine Diva in den Vordergrund drängen.

Ich habe die Elac F5 gegen ein Paar Nubert nuVero 10 gehört, die noch spritziger und lebendiger klingen, aber auch gleich das dreifache der Elacs kosten. Die Debut F5 sind trockener, im Hochtonbereich etwas bedeckt und haben dadurch keinerlei Probleme mit ausdrucksstarken Gesangs- und Sprecherstimmen. Perfekt also, für eine lange Hörsession!

Die Impulshaftigkeit der Elac F5 könnte noch straffer sein, was unter anderem bei großen Kesselpauken oder kräftig getretenen Bass Drums auffällt. Man darf allerdings nicht vergessen, in welcher Preisklasse wir uns hier bewegen: Für einen Paarpreis von 760 Euro ist das gebotene auf einem sehr hohen Niveau.

Die Lautsprecher haben mich mit ihrem musikalischer Klang gekriegt, der so schön unaufgeregt ist, um viele entspannte Musikstunden mit ihnen zu verbringen.

Surround: die volle Ladung

Elac Sub10 Subwoofer

Durch den identischen Treibereinsatz in den Regal-/Surround-Lautsprechern Elac B5 und dem Center-Speaker Elac C5 ergibt sich ein homogenes Klangbild, das die gleichen Grundzüge wie die Standlautsprecher F5 bietet. Das Set hat eine leichte Wärme, es spielt entspannt und unaufdringlich mit einer guten tonalen Ausgeglichenheit.

Vorteil der Kleinen B5: Sie sind Aufstellungsunkritischer. Aufgrund der einzelnen Tief-Mitteltonmembran und nur einer Reflexöffnung liefern sie auch bei geringerem Wandabstand eine gute Figur ab. Ich habe die Elac B5 auf einem Ikea-Regal mit ca. 50 cm Abstand zwischen Treiber und Wand gestellt und zur akustischen Entkopplung auf IsoAcoustics-Aperta-Stative platziert. Denn Spikes oder Gummifüße haben sie leider nicht.

Die tiefen Frequenzanteile werden in meinem Surround-Testaufbau vom Elac S10 übernommen, der kleinste von drei Subwoofern aus der Elac Debut Line und mit 100 Watt Ausgangsleistung immer noch kräftig genug für kleine bis mittelgroße Räume ist. Wer mehr will, greift zum Elac S10EQ oder S12EQ, die sich per Smartphone-App steuern lassen und die automatische Einmessfunktion Auto EQ unterstützen.

Der Gesamtklang profitiert mit dem Down-Firing-Subwoofer und frontaler Reflex-Öffnung von einer gesteigerten Impulshaftigkeit und die Erweiterung des Frequenzgangs auf 28 Hz.

Im Zusammenspiel aller Lautsprecher kreisen Surround-Effekte lebhaft um meinen Kopf, ohne Lücken im Klangbild zu lassen. Angefeuert von einem Onkyo TX-RZ800 wird eine schöne Raumkulisse aufgebaut, in der mich Effekte von vorne links nach hinten rechts förmlich durchdringen und tieffrequente Impulse druckvoll dargestellt werden.

Der Center fügt sich perfekt zwischen den Standlautsprechern ein und bietet eine sehr gute Sprachverständlichkeit. Durch den zurückhaltenden Hochtonbereich der Debut-Serie lassen sich gleich mehrere Filme und Serien am Stück gucken, ohne das eine frühzeitige Ohrermüdung auftritt.

Zusammengefasst

Andrew Jones hat mit den Elac F5 das Rad nicht neu erfunden, dafür einen sehr guten Lautsprecher in eine bezahlbare Preisklasse gebracht. Musikalität zählt hier mehr, als in Detailfragen absolut perfekt zu sein. Mit einem modernen Stereo-Verstärker wie dem Denon PMA-50 und einem Computer als Quelle baut man sich ein zeitgemäßes HiFi-System, das preislich noch unter 1500 Euro liegt. Da bleibt sogar noch Geld übrig um in ein 1-Jahres-Abo von Spotify zu investieren.

Elac F5 Preis: 760 Euro (UVP)
Weitere Informationen: Elac

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Elac F5

8.8 Punkte
Design / Verarbeitung8
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9
Klang8
Preis / Leistung10
Preis
Die Elac Debut F5 sind für einen Preis von 760 Euro erhältlich.

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