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InEar StageDiver 2 Test universeller Custom In-Ear SD-2

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InEar StageDiver 2 / StageDiver 4 Test: universelle In-Ears

Was bei Musikern funktioniert, kann bei Heimanwendern nicht schlecht sein. Die InEar StageDiver 2 und StageDiver 4 sind universelle In-Ear-Monitore, die in Aussehen und Handhabung maßgefertigten Kopfhörern entsprechen. Der Test verrät wie das funktioniert.

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InEar StageDiver

InEar-SD-2 und SD-4

Custom In-Ears stammen ursprünglich aus dem Musiker-Bereich, in dem sie die Monitor-Boxen auf der Bühne ersetzen, dabei für mehr Ruhe sorgen und dem Künstler einen individuellen Mix auf die Ohren geben. Dass im Pro-Bereich Wert auf makellosen Klang gelegt wird, hat auch die HiFi-Szene unlängst erkannt und schielt seit dem gern mal ins professionelle Lager rüber.

Maßangefertigte In-Ears gelten als das obere Ende der Fahnenstange – allerdings setzen sie einen Besuch beim Hörgeräteakustiker und einen gut gefüllten Geldbeutel voraus.

Die Firma InEar aus dem hessischen Roßdorf kennt sich mit beiden Seiten bestens aus. Sie stellt angepasste In-Ear-Monitore für Musiker und Musikliebhaber her, hat Gehörschutzsysteme für den professionellen Arbeitsschutz im Programm und fertigt individuelle Kommunikationssysteme.

Die universellen Kopfhörer der InEar StageDiver-Serie sollen dem Aussehen, Klang und Tragekomfort eines Custom In-Ears weitestgehend entsprechen, ohne gleich das Budget zu sprengen. Sicher, ganz günstig sind auch der InEar StageDiver 2 (SD-2) und der StageDiver 4 (SD-4) nicht, dafür kommt man kaum günstiger in den Genuss eines Custom-Replikats.

500 Ohren für den StageDiver

InEar-StageDiver-2

Eines muss man den Jungs und Mädels von InEar schon lassen: Sie haben mit der StageDiver-Serie ein paar Kopfhörer entwickelt, die Spezialanfertigungen zum Verwechseln ähnlich sehen. Das Design ist keineswegs aus Zufall entstanden: Über 500 Ohrformen wurden penibel genau analysiert, um durch ein digitales Übereinanderlegen das perfekte Standard-Ohr zu schaffen. Dadurch sollten die InEar StageDiver 2 und 4 einer breiten Bevölkerung passen. Für Kinder und besonders kleine Ohren gibt es noch das Modell S, das auf kompakteren Gehäusen basiert.

Der große Produktionsaufwand hat sich bei meinen Ohren jedenfalls bezahlt gemacht. Die Kopfhörer sitzen „wie angegossen“ – mehr ist wirklich nur noch mit einem persönlichen Ohrabdruck möglich.

Nach kurzem Hin- und Herprobieren habe ich schnell das richtige Ohrpassstück für mich gefunden. Vier Stück gibt es zur Auswahl, von denen bei mir bereits das kleinste Modell reicht, da die Ohrfixierung von den Gehäusen übernommen wird. Die Ear-Tips dienen nur zum Gehörgangs-Abschluss und sollen Umgebungsgeräusche um bis zu 26 Dezibel absenken. Während im Test der InEar StageDiver 2 und StageDiver 4 vorbeirauschender Straßenlärm fast komplett ausgeblendet wird, kommen beim Schreiben dieser Zeilen nur noch die Anschläge der Tastatur ganz leicht durch.

Als großen Pluspunkt empfinde ich das geringe Gewicht der beiden In-Ear-Kopfhörer. Ich hatte zuletzt den RHA T20i im Test, der mit seinen Metallgehäusen deutlich schwererer in den Ohren saß. Zu viele Gramm Gewicht will man weder auf der Bühne noch auf der Straße mit sich tragen: Die In-Ears von InEar fallen schon nach wenigen Minuten kaum mehr auf.

Geschützt im Pelican-Case

InEar-StageDiver-2-Pelican-Case

Das Zubehörpaket besteht aus einem relativ großen und robusten Pelican-Case mit Karabinerhaken. Darin befinden sich der Kopfhörer, Reinigungstücher, ein 3,5-Millimeter- auf 6,3-Millimeter-Klinkenadapter und die vier Ohrpassstücke.

Das verdrillte 1,5-Meter-Kabel wird einfach um das Ohr gelegt und ist am gegenüberliegenden Kabelende mit einem Winkelstecker versehen. Versehentliches rausreisen gibt’s hier also nicht. Im Fall der Fälle lässt sich das Kabel austauschen: Dazu einfach die Stecker aus den Gehäusen ziehen.

Eine echte Besonderheit sind die austauschbaren Hörfilter, die man nach schweißtreibenden Bühnenauftritten und bei starker Verschmutzung regelmäßig wechseln sollte. Eine kleine Gebrauchsanweisung zeigt, wie das geht. Ein wirklich praktisches Feature, das man auch nicht alle Tage sieht.

Im Inneren des InEar StageDiver 4 arbeiten vier Balanced-Armature-Treiber in einem 2-Wege-System. Hohe und tiefe Frequenzen werden aufgesplittet, bevor es in die Ohren geht. Der InEar StageDiver 2 basiert ebenfalls auf einem 2-Wege-Aufbau, setzt dabei allerdings „nur“ zwei Treiber pro Ohrhörer-Seite ein.

Äußerlich gleichen sich die beiden wie ein Ei dem anderen: Beide basieren auf dem digital ermittelten Standard-Ohr und sind nur am kleinen Aufdruck InEar SD-2 bzw. SD-4 zu erkennen.

InEar StageDiver 4 Test

InEar StageDiver 4 Test

Der InEar StageDiver 4 liefert einen sehr klaren und detailreichen Klang mit einem leichten Fokus auf die Höhen- und Bassdarstellung. Tiefe Signalanteile stechen nicht unangenehm heraus, klingen aber gut gefüllt und geben dem SD-4 seinen persönlichen Klangcharakter. Stimmen stehen perfekt zentriert im Vordergrund und erhalten durch die leichte Präsenzbetonung eine helle Note. Das dürfte vor allem Sängern im Live-Einsatz gefallen, die sich so besser im Gesamtmix durchsetzen.

Es macht großen Spaß dem InEar SD-4 zuzuhören, der trotz der Betonungen an den beiden äußeren Frequenzseiten zu keiner Zeit unausgewogen erscheint. Seine klare Mittenwiedergabe und die hervorragende Separation von Instrumenten eignen sich für ein breites Spektrum an musikalischen Genres. Rock, Pop und elektronische Musik stehen ihm für meinen Geschmack am besten zu Gesicht.

InEar StageDiver 2 Test

InEar-StageDiver-2 In-Ear-Kopfhörer

Der InEar StageDiver 2 hält sich die Natürlichkeit und Klarheit des SD-4 bei und setzt dem ganzen noch eine Schippe drauf. Bass und Höhen spielen etwas gezügelter, wodurch der Kopfhörer noch neutraler als der 4er klingt. Einen warmen, gefälligen Klang sucht man hier vergebens. Der InEar SD-2 ist auf maximale Natürlichkeit getrimmt, der viele Details liefert, ohne im kritischen S-Laute-Bereich zu überzeichnen.

Gesangsstimmen passen sich eher in die Gesamtperformance ein und klingen noch räumlicher als beim InEar SD-4. Ich habe über den Kopfhörer viel Jazz und kleine Instrumentalbesetzungen gehört, die vom ruhigen ausgeglichenen Charakter des InEar StageDiver 2 profitieren.

Noch mehr Praxis

InEar-StageDiver-4-Test am iPod Nano

Was die StageDiver-Serie von so manchem Custom InEar unterscheidet, ist die große Flexibilität bei der Wahl ihrer Zuspielpartner. Hier braucht es keinen hochwertigen Kopfhörerverstärker oder Digital Audio Player um die In-Ear-Monitore richtig anzutreiben. Ein iPod Nano, wie von mir ausprobiert, reicht bereits locker aus. Der Grundklang des SD-4 und des SD-2 bleibt auch damit erhalten ohne merklich unter dem Einfluss des Apple-Players zu leiden.

Natürlich habe ich die Kopfhörer auch am Chord Mojo ausprobiert, nicht zuletzt um sie an den beiden parallelen Kopfhörerausgängen zu vergleichen. Der Mojo holt noch mehr Kraft, Detailfreude und Räumlichkeit aus den StageDivern heraus: Perfekt zum highfidelen Musikgenuss, aber vielleicht schon zu viel für den Bühneneinsatz.

Der RHA T20i klingt im Vergleich dunkler als die beiden StageDiver-Kopfhörer. Er bietet noch mehr Bass, nimmt dafür Mitten und Höhen weiter zurück. Das Klangbild ist insgesamt ruhiger, der SD-2 bietet mehr Fokus auf einzelne Instrumente und der SD-4 klingt anspringender und lebendiger.

Die Frage, welcher der beiden besser klingt, lässt sich so pauschal nicht beantworten. Beide In-Ears liefern eine große Klarheit, die durch individuelle Eigenschaften abgestimmt wird. Normalerweise bevorzuge ich neutrale Kopfhörer, welche die Musik weitestgehend unbehandelt lassen und tune lieber mit verschiedenen Kopfhörerverstärkern und D/A-Wandlern. Da ich zu Hause aber lieber über Bügelkopfhörer höre und In-Ears eher unterwegs zum Einsatz kommen, würde ich mich für den InEar StageDiver 4 entscheiden. Dabei darf es ruhig ein bisschen mehr Bass, Höhen und Lebhaftigkeit sein – besonders in sehr lauter Umgebung.

Zusammengefasst

„Universeller In-Ear-Monitor“ ist noch kein allzu geläufiger Begriff: Schön zu sehen, dass sich eine Firma diesem angenommen hat und mit eigener Technik etabliert. Wenn Dir Custom In-Ears zu teuer sind, Du mit der Passform von Standard-In-Ears aber so Deine Probleme hast, solltest Du die InEar StageDiver-Kopfhörer auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Hier spielen guter Klang und ausgezeichneter Tragekomfort zusammen. Bleibt die Frage, welcher der beiden es sein soll: der SD-2 mit neutralem Klangbild oder der SD-4 mit leichter Bass- und Höhenbetonung bei gleich bleibender Auflösung.

InEar StageDiver 2 Preis: 379 Euro
InEar StageDiver 4 Preis: 679 Euro
Weitere Informationen: InEar

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InEar StageDiver

9.3 Punkte
Verarbeitung9.5
Tragekomfort10
Zubehör9
Klang9.5
Preis8.5

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