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IOTAVX SA3 / PA3 Test: Stereo-Verstärker für unter 500 Euro

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IOTAVX SA3 / PA3 Test: Verstärker-Hammer zum Spartarif

Preise schießen durch die Decke, während Funktionen auf der Strecke bleiben. IOTAVX dreht den Spieß um und bringt einen Stereo-Vollverstärker, der vieles kann, außer das Portemonnaie überzustrapazieren. Wie klingt der Verstärker und was soll das mit dem Mono-Modus? Wir haben den IOTAVX SA3 im Test – gebrückt mit der PA3-Endstufe.

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IOTAVX SA3 Test

IOTAVX SA3 Testbericht des Stereo-Vollverstärker

Auf dem HiFi-Markt schießen die Preise mittlerweile in astronomische Höhen. Verstärker im oberen vierstelligen Preisbereich – und teils darüber hinaus – sind längst keine Ausnahme mehr.

Dass es auch anders geht, zeigt der deutsche Vertrieb Hifi Pilot immer wieder gern. Beispiel gefällig? Mit IOTAVX haben sie eine Marke im Programm, die auch Verstärker für unter 500 Euro kann.

Der Hersteller tritt seit ein paar Jahren das Erbe vom einstmaligen Unterhaltungselektronik-Giganten Nakamichi an. Das gesammelte Know-how wurde dabei zweifellos mit übernommen.

450 Euro möchte Hifi Pilot für den IOTAVX SA3 haben. Als Gegenleistung gibts einen Stereo-Vollverstärker mit D/A-Wandler und Phono-Vorstufe. Das alles wird mehr oder weniger hübsch in einem massiven Gehäuse aus Stahl verpackt.

Knapp 6,5 Kilogramm Gewicht sind für ein Gerät dieser Preisklasse eine echte Ansage.

Auch der Blick auf das Feature-Set erlaubt keinen Rückschluss auf den Preis. Oder wo hat man in diesem Bereich schon einmal so ein riesiges Display gesehen, dass sich bei Bedarf in zehn Stufen dimmen lässt?

Vollverstärker mit Optionen

Iotavx SA3 Anschlüsse mit Cinch, Phono-MM, TOSLINK, Koaxial

Während sich die Vorderseite des IOTAVX SA3 mit Display, Multifunktionsregler und Power-Button in angenehmer Zurückhaltung übt, rasten die Briten auf der Rückseite aus.

Fünf Cinch-Eingänge stehen hier zur Wahl, den Phono-Eingang für MM-Systeme mit bis zu 2,5 mV Eingangsempfindlichkeit noch nicht einmal eingerechnet.

Für den digitalen Weg gibt es 1x S/PDIF koaxial und 1x Toslink optisch – zum Beispiel für den neuen Kombi-Streamer und CD-Player IOTAVX NP3 mit Analog- und Digitalradio. Außerdem lässt sich der Stereo-Verstärker für den schnellen Stream vom Smartphone um den Bluetooth-Adapter IOTAVX BT01 erweitern. Preispunkt: sehr faire 25 Euro.

Die Audioausgabe gelingt über das Lautsprecherterminal mit Subwoofer-Option, eine Kopfhörer-Buchse, einen Record-Out mit festem Pegel oder die regelbare Abzweigung des Vorverstärkers. Die brauchen wir gleich noch für die Endstufe IOTAVX PA3.

Zum Lieferumfang gehört auch eine einfache, aber funktionale Fernbedienung. Diese bietet Zugriff auf sämtliche Funktionen des Vollverstärkers, darunter einen Equalizer für Bässe und Höhen, einen Balance-Regler oder den Extension Port mit angestecktem Bluetooth-Dongle.

Iotavx Bluetooth Adaptor

Iotavx PA3 Test

Iotavx PA3 Test Mono-Stereo-Endstufe

Sollten die 2x 90 Watt (4 Ohm) Ausgangsleistung des SA3 nicht reichen, hilft die Stereo-Endstufe IOTAVX PA3 aus. Die gleicht vom Aussehen, der Verarbeitung und den Leistungsdaten dem Vollverstärker. Nur das Display und die Vorstufenfunktionen fehlen.

Ein Verstärker-Eingang und ein Vorverstärker-Ausgang sitzen neben dem Lautsprecher-Terminal. Dazu kommt wie beim SA3 ein Wahlschalter für den Stereo- oder Mono-Modus. Für mich ein Novum in diesem Preissegment.

Werden SA3 und PA3 gebrückt, summiert sich die Gesamtleistung der beiden auf opulente 180 Watt (4 Ohm) pro Kanal. Das befriedigt selbst leistungshungrige Lautsprecher, die in großen Räumen stehen. Denkbar sind auch kleine Set-ups im Bi-Amping-Aufbau.

Doch woher beziehen die Geräte ihre Leistung? Denn auf preisklassen-übliche Digitalendstufen wird verzichtet. Die Briten setzen auf klassische Class-AB-Technik, mit einem mächtigen Ringkerntrafo, mittig in das nahezu symmetrisch aufgebaute Schaltungslayout integriert.

SA3 im Hörtest

Iotavx SA3 Fernbedienung

Bei Budget-Produkten meinen die Hersteller häufig den Geschmack der Nutzerinnen und Nutzer zu kennen: Hauptsache Laut mit drückenden Bässen.

Das wird allerdings nicht dem preisbewussten, audiophilen Klientel gerecht. Schön, dass der Hersteller hier einen anderen Weg einschlägt.

Out-of-the-box klingt der IOTAVX SA3 ziemlich linear und verfolgt einen nahezu nüchternen Ansatz: Lass Player und Lautsprecher die Musik formen, ich verstärke lediglich.

Zum Test schließe ich einen Plattenspieler an den Phono-Vorverstärker an und lege Wagners Overtüre vom Fliegenden Holländer auf. Das Werk ist enorm vielschichtig mit exorbitanter Energie – dieser Eindruck bleibt über den SA3 erhalten.

Wenn sich die wellenartigen Bewegungen der Streichersätze auf ihrem Höhepunkt überschlagen, zeigt der Verstärker, wie er den Begriff „Dynamik“ interpretiert. Kurz, knackig, druckvoll, wenn auch nicht ganz so tief und markerschütternd wie schon erlebt. Dafür mit potenter Leistung, die selbst bei weit aufgedrehtem Lautstärkeregler nicht zusammenbricht.

Details perlen aus den Lautsprechern und die einzelnen Instrumentengruppen sitzen nachvollziehbar auf ihrem Platz. Hier punktet der IOTAVX-Verstärker mit Klarheit und genauer Stereoabbildung. Der Charakter ist frisch, luftig und mit Liebe zum Detail.

Das gilt auch bei der Nutzung der Digitaleingänge, die auf einen WM8524-D/A-Wandler-Chip von Cirrus Logic zielen, obwohl sich das Klangbild ein paar Nuancen in Richtung der helleren Seite verschiebt.

IOTAVX PA3 + SA3 = Laut

Iotavx Amplifier Mode Bridged, gebrückt als Doppel-Mono-Verstärker

Für große Räume und zickige Lautsprecher reichen 90 Watt Leistung manchmal nicht mehr aus. Jetzt könnte man in einen neuen Stereo-Vollverstärker investieren oder man rüstet das bestehende Set-up einfach auf.

Im vorliegenden Fall gelingt das selbsterklärend – einfach den IOTAVX PA3 und SA3 in den Brückenmodus bringen und per Cinch-Kabel verbinden. Mit einer zusätzlichen Trigger-Leitung lassen sich beide Geräte auch zusammen einschalten.

Dieser Doppel-Mono-Modus entlastet den Vollverstärker, hält die Signalwege trotzdem gering, verringert Übersprechen und erhöht ganz praktisch die Gesamtleistung.

Ok, offensichtlichstes Ergebnis: Die Kombi kann laut! Zwei große Standlautsprecher in einem 30 qm Raum treiben die Verstärker ohne Mühe an. Das war zu erwarten.

Viel beeindruckender ist, wie sich der Klang entwickelt. Keine Wendung um 180 Grad, dafür mit spürbar mehr Detailarbeit.

Der Bass schiebt mehr nach vorn und spielt jetzt größer auf, ohne von der zuvor gelobten Dynamik einzubüßen. Den Höhen nimmt die Kombi etwas Härte raus, was besonders obertonreichen Instrumenten weitere Klarheit bringt.

Die Mitten wirken jetzt einen Tick differenzierter, wodurch das Gesamtbild noch aufgeräumter klingt.

Zusammenfassung

Für sich allein ist der SA3 ein hervorragender Verstärker mit großem Linearitätsanspruch. Preis-Leistung spielen auf Extrem-Niveau. Der Bluetooth-Dongle ist dank aptX-Übertragung und Wolfson-Wandler im Verstärker quasi ein No-Brainer.

Erweitert um den PA3 kommt noch mehr Lebendigkeit ins Klangspiel. Nebeneffekte wie mehr Leistung, auch für kritische Lautsprecher nehme ich dankend mit. Selten habe ich eine so günstige Upgrade-Politik gesehen.

IOTAVX SA3 Preis: 450 Euro
IOTAVX PA3 Preis: 350 Euro
Bluetooth-Dongle: 25 Euro

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IOTAVX SA3 Review

9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

IOTAVX PA3 Review

9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

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