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KEF LS50 Test Regallautsprecher mit Uni-Q-Chassis in weiß-blau

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KEF LS50 Test: Wiedergeburt einer Legende

Die KEF LS50 sind seit ihrer Geburt eine lebende Legende – genau wie ihr Vorbild die LS3/5A. Presse und Foren-User überschlagen sich mit Lobeshymnen. Liegt’s am Design, dem Uni-Q oder ihrer Vorgeschichte? Hier folgt der nächste Fan-Bericht.

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KEF LS50 Test

KEF LS50 Test HiFi-Speaker

Es gibt Produkte, die sieht man, die hört man und die lösen direkt den „Haben-Wollen“-Faktor aus. So ging es mir bei den KEF LS50, die mir seit dem ersten Kennenlernen gefallen. Seit dem höre ich mir die Lautsprecher bei jeder Gelegenheit an und bin immer wieder aufs neue vom Klang überzeugt, der aus den kleinen Boxen kommt.

KEF listet die Lautsprecher auf seiner Homepage unter der Flagschiff-Kategorie, die sonst nur aus den KEF Blade und Muo besteht, deren Preise weit entfernt liegen, von dem was die LS50 kosten. Zum Paarpreis von rund 1200 Euro gibt’s nicht nur ein Lautsprecher-Set mit außergewöhnlichem Design und Klang, sondern auch ein Stück HiFi-Geschichte und jede Menge technische Spielereien.

Ein Stück Geschichte

KEF-LS50 gebogene Schallwand

Die Wurzeln des 2-Wege-Lautsprechers reichen bis auf die 1970er Jahre zurück, in denen die Monitor-Lautsprecher LS3/5A die Rundfunkanstalten der BBC ausfüllten. Zum 50. Firmenjubiläum von KEF brachte der Hersteller die LS50 heraus, inspiriert von den LS3/5A und angereichert mit modernster Technik.

Anders als ihr Vorbild setzen die KEF LS50 auf eine koaxiale Treiberkonstruktion, die zentral auf der konvex gekrümmten Schallwand angeordnet ist und in ähnlicher Form auch in der KEF Blade eingesetzt ist. Der sogenannte „Uni-Q“ besteht aus einem 25-mm-Alu-Tweeter und einer magnesiumbeschichteten Tief-Mittelton-Membran mit 13 Zentimeter Durchmesser. Dazu kommen der KEF-typische „Tangerine-Waveguide“ und stabilisierende Treiber-Rillen, die für die breite Schall-Abstrahlung und geringen Dispersionseffekte der Lautsprecher verantwortlich sind.

Die gekrümmte Form der Front aus dämpfenden Polyesterharz trägt ihr übriges dazu bei und die Gehäusekanten sind gegen Schalbrechungen fein abgerundet. Mindestens genauso bemerkenswert ist die Stabilität des Gehäuses, das aus hochglanzlack-beschichtetem MDF-Material besteht. Selbst bei tiefsten Bassorgien lassen sich die Lautsprecher nicht aus der Ruhe bringen – hier wird vielen Verstrebungen und ausreichend Dämmmaterial gearbeitet, wie ein Blick ins Innenleben zeigt.

LS50 von hinten

KEF-LS50 Anschlüsse am Single-Wiring-Terminal

Der Anblick der Rückseite löst zunächst ein paar Fragen auf, die sich schnell beantworten lassen. Hinter den Gummiabdeckungen an jeder Ecke stecken Metallstangen, die Front und Gehäuse aneinander pressen. Beim Griff in den elliptisch geformten Reflexport stellt man eine Gummi-Dämpfung fest, die ungewollte Eigenresonanzen im Mitteltonbereich herausfiltern sollen.

Das Single-Wiring-Terminal steht der Qualität der restlichen Komponenten in nichts nach: Die Klemmen sind angenehm griffig und nehmen jede bekannte Steckerform auf.

Frisch aus dem Farbeimer

UniQ-Chassis in blau

Abgerundet wird der Lautsprecher durch eine hervorragende Verarbeitung, die frei von jeder sichtbaren Schraube ist. Die Hochglanzlackbeschichtung ist auf meinem Testmodell perfekt aufgetragen und auf der Oberseite schimmert das KEF-Logo – perfekt bis ins Detail.

Während die KEF LS50 zum Marktstart ausschließlich in Klavierlack-Schwarz mit rosé-goldenem Koax erhältlich waren, hat sich der Hersteller seitdem noch mehr als einmal der Farbpalette bedient. Jetzt gibt es die Lautsprecher außerdem in den Farben Weiß, Schwarz, Rot und Grau mit eingefärbtem Uni-Q. Die Sondereditionen heißen Frosted Black, Racing Red und Titanium Grey.

Hörtest: Schreibtisch oder Anlage?

KEF-LS50 Nahfeld-Lautsprecher

Getreu der Studio-Tradition der LS3/5A empfiehlt KEF für die LS50 unter anderem einen Nahfeld-Aufbau, wie man ihn auch hin und wieder auf den einschlägigen HiFi-Messen sieht. Auf dem Schreibtisch mit separatem D/A-Wandler und Stereo-Verstärker wird das allerdings ganz schnell etwas zu eng. Schade, dass es keine aktive KEF LS50 gibt.

Also geht’s direkt ab in den Hörraum, wo die Lautsprecher auf Ständern mit einem Abstand von 2,50 Metern stehen. Der passende Verstärker ist mit dem Marantz HD-Amp 1 schnell gefunden, der auch preislich nicht zu sehr über die Stränge schlägt. Als Zuspieler dürfen ein Computer und der Elac Discovery Music Server ran – beide mit Roon-Software ausgestattet, für ein optimal modernes HiFi-Set-up.

Zunächst lässt sich festhalten, dass die Lautsprecher nichts gegen ein bißchen Wandnähe auszusetzen haben. Die KEF LS50 klingen keineswegs dünn, stoßen jedoch rein bauartbedingt irgendwann an ihre Grenzen. Trotzdem klingt der Bass schön ausglichen, dynamisch und druckvoll. Bassdrum-Schläge knallen förmlich in den Hörraum rein und synthetische Basslines lassen die Lautsprecher deutlich größer klingen, als sie sind. Nur im tiefsten Frequenzkeller, den James Blake in „Limit To Your Love“ mit einem tief gestimmten Oszillator ausfüllt, kommen die Lautsprecher allmählich an ihre Grenzen. Mehr geht da nicht aus 13 Zentimeter Treibern – ein Subwoofer, wie im Studio üblich, kann hier die Frequenzgangerweiterung bringen.

Als nahezu perfekt, ist die Lokalisationsschärfe der KEF LS50 zu nennen. Die Koax-Chassis sorgen für eine punktgenaue Abbildung, vor der sich selbst Orchestermusiker in komplexen Werken nicht verstecken können. Alles und jeder steht an seinem rechten Fleck, wie angewurzelt, exakt zu definieren und das sowohl in der Breite wie auch in der Tiefe der akustischen Bühne. Ein leises Hüsteln im Rang, das Blättern der Notenseiten oder ungebetene Gäste während der Recording-Session: Die LS50 decken alles auf, was sich auf der Aufnahme befindet – jedoch niemals zu Spitz oder unnatürlich. Die Lautsprecher zählen auch in diesem Jahr zu den besten ihrer Klasse.

Zusammengefasst

KEF LS50 Schreibtisch

Moderne Optik, großer Klang und technische Innovationen fließen hier zusammen. Das Uni-Q spielt dynamisch, feingeistig und stets ausgewogen mit einer Bühnenabbildung, die ihres gleich sucht. Die KEF LS50 muss man gehört und gesehen haben!

KEF LS50 Preis: 1198 Euro

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KEF LS50

9.3 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9
Preis / Leistung9.5

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