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Elac Discovery Music Server Test

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Elac Discovery Music Server Test: So geht Streaming!

2016 ist das Jahr von Elac – 2016 wird das Jahr des Elac Discovery Music Server! Neben Prestige-Produkten wie den Standlautsprechern Elac Concentro und dem Plattenspieler Miracord 90 Anniversary, der Lautsprecherserie Elac Debut Line und der Uni-Fi-Reihe geht der Kieler Hersteller zum 90. Firmenjubiläum mit einem innovativen Multiroom-System an den Start.

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Elac Discovery Music Server Test

Elac Discovery Music Server mit Roon Essentials

Statt klassischem 43-Zentimeter-Maß kommt der Elac Discovery Music Server in einer kleinen edlen Box aus gebürstetem Aluminium. Sichtbare Schrauben gibt es genauso wenig wie Tasten oder ein Display – lediglich eine LED-Leuchte zeigt den aktuellen Status-Zustand an.

Mehr als das braucht der kleine Music Server auch nicht: denn das Potenzial, sich am Markt zu behaupten steckt vor allem in der Roon Software und die ist mit reichlich Streaming-Leckereien versehen.

Funktion

Elac Discovery Music Server Anschlüsse auf der Rückseite des Audio-Streamers

Im Roon-Universum nennt man den Server „Core“ und den Client „End Point“ – beide Funktionen bietet der Elac Discovery Music Server. Der nimmt über Ethernet Kontakt zum Heimnetzwerk auf und spielt Musik von Netzwerkfreigaben und externen Speichern über eine USB-2.0-Schnittstelle ab.

Dabei werden bis auf DSD alle Formate von MP3 bis AIFF, ALAC, FLAC und WAV mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz (kHz) unterstützt. Selbst MQA-Dateien zeigt mir die Software mit ihrer genialen Focus-Format-Sortierung an und spielt diese konvertiert in FLAC ab. Und was die eigene Sammlung nicht hergibt, streamt man ganz einfach über den Musikdienst Tidal.

Signalausgänge sind in Form von zwei parallel geschalteten TOSLINK- und Koax-Anschlüssen (beide bis 24 Bit / 192 kHz) vorhanden, die einen externen D/A-Wandler bedienen können. Aktivlautsprecher und ein Stereo-Verstärker lassen sich über zwei regelbare Analogausgänge betreiben.

Technik

Elac DS-S101-G Test

Im Elac Discovery Music Server steckt ein Quad-Core ARM A9-Prozessor mit einer eingebetteten Linux-Version, auf der die Roon Essentials Software läuft. Acht Gigabyte Arbeitsspeicher sorgen dafür, dass Alben-Cover und Metadaten umgehend geladen werden. Dadurch muss der Server nicht jedes Mal den Umweg über’s Internet gehen, was sich in einer sehr flüssigen Bedienung äußert. Die Digital-Analog-Wandlung wird von Cirrus Logic CS 4350-Wandlern übernommen.

Roon Essentials

Roon Essentials Software auf einem macBook

Mit der Roon-Plattform setzt Elac auf eine noch junge Software, deren Entwickler zum ersten Mal auf der High End 2015 auf sich aufmerksam machten. Dahinter stecken ehemalige Meridian-Mitarbeiter, weshalb auch das Interface stark an das der Meridian-Sooloos-Geräte erinnert. Weitere Informationen findest Du im Roon Test.

Im Elac Discovery Music Server kommt eine Light-Version von Roon zum Einsatz. Die trägt den Namen Roon Essentials und bringt viele Funktionen der sonst 500 US-Dollar teuren Software (ca. 450 Euro) mit.

Im Vergleich zu Netzwerkplayern von der Stange, die in den meisten Fällen auf den UPnP/DLNA-Standard setzen, bringt Roon Essentials die wichtigsten Audiowiedergabemodi bereits von Haus aus mit. Dazu zählen die lückenlose Wiedergabe zwischen einzelnen Song-Titeln (Gapless Playback), Crossfade-Unstertützung, das Spulen innerhalb von Titeln, Shuffle-Wiedergabe und eine Repeat-Funktion. Auch Multiroom ist damit möglich: bis zu acht Wiedergabezonen lassen sich über mehrere Räume verteilen. Die spielen auf Wunsch verschiedene Titel gleichzeitig ab oder auch synchron den gleichen Song.

Das Elac-Roon-Universum

Elac Discovery Wireless Speaker Aktivmodul für Elac Passivlautsprecher

Bei der Wahl geeigneter Mitspieler ist das Elac-Roon-System gar nicht so verschlossen, wie man zunächst denkt. In erster Linie werden natürlich Elac-Geräte unterstützt, neben dem Elac Discovery Music Server sollen bald der Netzwerk-Stereo-Verstärker Elac Discovery DS-A101-G und ein eigener Funklautsprecher mit dem Namen Elac Discovery Wireless Speaker folgen.

Ebenfalls in der Entwicklung sind Verstärkermodule für bestehende Elac-Lautsprecher. So wird aus Passiv nicht nur Aktiv, sondern gleich noch ein hochwertiger Discovery-Lautsprecher.

Neben den Elac-Produkten werden von Roon Essentials auch noch weitere Roon End Points unterstützt. Die sind im Moment nach rar gesät und stammen von Marken wie Auralic, Sotm oder Meridian, unterstreichen aber den offenen Charakter des Elac Discovery Music Systems.

Zu guter Letzt wird auch noch Apples AirPlay-Schnittstelle unterstützt. Im Elac Discovery Music Server Test konnte der Autor aus der Roon Essentials App ganz einfach auf den AV-Receiver Onkyo TX-RZ800 streamen, während in der gleichen Wiedergabezone der Elac Server spielte.

App-Bedienung

Roon Essentials Server-Software Roon Software Roon-Essentials Elac Discovery

Zum Start lädt man sich die Roon Essentials App auf den Mac, einen Windows-PC oder ein iOS- bzw. Android-basiertes Mobilgerät. Anschließend lässt man das Programm die Musikdaten vorhandener Netzwerkfestplatten (NAS), vom Computer oder einem externen USB-Speicher scannen. Bis zu 15.000 Titel ließt die Software dabei ein – das klingt im ersten Moment nicht besonders viel, reicht aber für einen guten Monat Dauerbeschallung.

Die Software fast alle Datenquellen in einer gemeinsamen Übersicht zusammen und bietet mit „Artists“, „Albums“ und „Tracks“ die wichtigsten Sortierfunktionen. Die Hauptversion von Roon bietet im Vergleich noch etwas mehr: Darin lässt sich u.a. nach Komponisten ordnen.

Eine der Hauptmerkmale am Roon-System ist eindeutig die optische Gestaltung der Bedienoberfläche. Die lädt wieder zum langen Stöbern in der eigenen Musiksammlung ein, ganz so wie (damals) im Plattenladen. Das zweite K.o.-Kriterium, warum man den Elac Server samt Roon Software schon nach wenigen Minuten nicht mehr missen will, ist die ausgezeichnete Versorgung mit Metadaten. Das System zeigt zu jedem Künstler Fotos, Songtexte, Biografien und Weblinks an und verlinkt zu weiteren Alben der Mitmusiker. Die Daten stammen von den Diensten All Music Guide, Gracenote, Musicbrainz, Rovi und Songkick und werden täglich aktualisiert.

Hörtest

Elac-Discovery-Music-Server Review

So geradlinig und unauffällig wie das Äußere präsentiert sich auch der Klang des Elac Discovery Music Server im Test. Elac setzt hier vor allem auf klangliche Neutralität, was dem Anspruch an ein modernes, von außen puristisches HiFi-System entgegen kommt.

Der Bassbereich beweist dynamischen Vorzügige und stellt kurze Impulse ansprechend lebhaft dar. Dabei trägt er nicht zu dick auf, sondern spielt smooth und locker ausgeglichen. Die Höhen verlieren sich nicht in aufgeblasener Detailverliebtheit – „sanft“ trifft es da schon eher. Perfekte Voraussetzung also für lebendige Verstärker und Lautsprecher, die sich als Klang formende Elemente einsetzen lassen.

Zum Vergleich hat der Autor das Urgestein unter den kompakten Netzwerkplayern, einen Sonos Connect herangezogen. Dabei zeigt sich der Elac Discovery Music Server in allen Bereich erhaben: mehr Kraft, mehr Tonalität, mehr klangliche Weite. Mit einem Wort: musikalischer.

Der etwas in die Jahre gekommene Linn Sneaky DS macht es dem Elac Server schon deutlich schwieriger und kitzelt ein paar mehr Details aus der räumlichen Darstellung heraus. Im Gegensatz dazu klingt der Elac Discovery trotz neutraler Klangabstimmung weniger nüchtern und aufgeweckter als die Konkurrenz von Linn.

Die Unterschiede schrumpfen noch weiter zusammen, wenn man einen externen D/A-Wandler an die digitalen Ausgänge klemmt. Auch hier überzeugt der Elac DS-S101-G mit sauberen Digitalsignalen und liefert ideale Voraussetzungen den Klang nach eigenen Vorstellungen anzupassen.

Zusammengefasst

Wer hätte gedacht, dass erst ein Lautsprecher-Hersteller kommen muss, um frischen Wind ins Multiroom-Geschäft zu bringen. Sehen die Produkte der Konkurrenz oft recht ähnlich aus, setzt Elac mit Roon auf einen Software-Newcomer, dem man schon jetzt eine große Zukunft vorhersagen kann. Für mich ist Roon längst zur ersten Anlaufstelle beim Durchsuchen meiner Musiksammlung geworden und kommt nahezu täglich zum Einsatz. Gut, dass sich Elac beim Discovery Music System für eben dieses System entschieden hat und es klang- und formschön verpackt. Weiter so Elac und bitte mehr davon!

Elac Discovery Music Server Preis: 1100 Euro

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Elac Discovery Music Server

9.2 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9.5
Klang9
Preis / Leistung8.5

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