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KEF R3 Test: Regallautsprecher mit British Sound

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KEF R3 Test: Regallautsprecher mit British Sound

KEF geht mit der R-Serie in die nächste Runde: 7 Jahre nach der Ersteinführung und 1.043 Anpassungen später begrüßen wir den Regallautsprecher KEF R3 im Hörraum. Technische Vorbilder waren unter anderem die Reference-Serie sowie die Lautsprecher Blade und LS50. Gehobene Technik zum fairen Preis – geht die Rechnung auf?

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KEF R3 Test

KEF R3 Testbericht Kompaktlautsprecher KEF R3 Kompaktlautsprecher 2018

Vieles hat sich in den vergangenen Jahren getan, manches bleibt jedoch unverändert. Der Lautsprecherhersteller aus Kent in England setzt auch in die KEF R3 den berühmten Uni-Q-Treiber ins Zentrum des Geschehens. Uni-Q geht damit in die zwölfte Auflage.

Dabei sitzt der Tweeter im Zentrum des Mitteltonlautsprechers und schließt sich mit ihm zu einer Punktschallquelle zusammen. Rein praktisch bringt das einen breiten Abstrahlwinkel und eine gleichförmige Wiedergabe.

Verstärkt wird der Effekt durch eine Schallreflexionsfläche, dem Shadow-Flare. Diese vergrößert den Durchmesser des Waveguides und verhindert, dass der Hochtöner im Reflexionsbereich der Gehäusekanten liegt. Die Technik stammt ursprünglich aus der Reference-Serie von KEF und soll für eine klare Wiedergabe mit stabilem Timing sorgen.

Uni-Q V12

KEF R3 Uni-Q-Treiber KEF R3 Tieftöner

Bei den KEF R3 handelt es sich um 3-Wege-Lautsprecher mit Reflexöffnung auf der Rückseite. Der Uni-Q-Treiber setzt sich aus einer 25-mm-Kalotte und einem 12,5-cm-Mitteltöner aus Aluminium zusammen.

Den dritten Weg beschreitet ein 16,5-cm-Tieftöner aus Papier mit Alufolie. Der Materialmix macht den Treiber steif, bringt Druck, Pegelfestigkeit und eine schnelle Ansprache.

Für noch mehr Tiefgang sorgen innovative Reflexöffnungen, die so auch schon in den KEF LS50 zum Einsatz kommen. Die verbauten Rohre bestehen aus flexiblen Schaumstoff-Wänden, die Druckschwankungen hochfrequenter Resonanzen senken sollen. Um Turbulenzen beim Luftaustritt zu senken, sind die Enden des Reflexkanals gewölbt.

Die KEF R3 erreichen damit eine untere Grenzfrequenz von 38 Hertz (- 6 dB) und spielen laut Hersteller hoch bis zu 28 Kilohertz (+/- 3 dB). Mit einer Empfindlichkeit von 87 dB und einem Impedanzwert von 8 Ohm sind die Kompaktlautsprecher dazu noch bequem anzutreiben.

Kampf den Resonanzen

KEF R3 Lautsprecher-Gehäuse KEF R3 Bass-Reflex-Öffnung

Im Gehäuseinneren der KEF R3 haben sich die Entwickler aus Kent ganz dem Kampf gegen Resonanzen verschrieben. Die Lautsprecher der R-Serie 2018 basieren auf einem ausgeklügelten Kammersystem, das mit strategisch platzierten und gedämpften Verstrebungen zusammenhält. Gleiches gilt für die eingesetzten Treiber, die mit dämpfenden Verstrebungen im Nacken nur wenig Vibrationen auf das Gehäuse lassen.

Auch hier standen die KEF LS50 (Test) Vorbild.

Trotz all der raffinierten Technik kommt hier das Aussehen nicht zu kurz. Vom Gehäuse, über die Membranen bis zum Bi-Wiring-Terminal: Mein Testmodell der KEF R3 kommt in ganzheitlichem Schwarz mit Verarbeitung auf Spitzenniveau. Alternativ hat der Hersteller Varianten in Hochglanz Weiß und in Walnuss mit kupferfarbenen Treibern im Angebot. Die Frontabdeckung aus 13 Lagen führt die Farbgestaltung weiter fort.

Hörtest

KEF R3 Review KEF R3 Bi-Wiring-Terminal

Im Hörtest geben sich die KEF R3 angenehm Transparent, ohne den Anspruch an bedingslose Neutralität zu erheben. E-Gitarren klingen kernig, Snare-Drums erhalten eine ordentliche Portion Attack und Bässe spielen wuchtig auf. Der Ohrenschmaus wird mit einer warmen Grundabstimmung gewürzt – British Sound at its best.

Über die gesamte Stereobasis werden Instrumente deutlich gezeichnet und erlauben die schnelle Ortung jedes Instrumentalisten. Der Klang löst sich dabei spielend von den KEF-Lautsprechern und zeichnet eine breite Abbildung. Nur in der Tiefe der Bühne stapeln sich hin und wieder einzelne Frequenzen auf. Gesangsstimmen wirken dagegen wie angenagelt zwischen den Kompaktlautsprechern und lassen sich den Platz nicht mehr nehmen.

In der Grob- und Feindynamik legen die KEF R3 weiter nach, stellen schnelle Impulse knackig dar und machen Flügelaufnahmen mit anschwellender Dynamik zum Erlebnis. Mit ihrer leichten Wärme und einem Präsenzverhalten, das nicht um alle Macht versucht, die Aufmerksamkeit an sich zu reißen, wirken die Lautsprecher sehr gefällig und bieten sich für langgedehnte Hörsessions an.

Zusammengefasst

KEF kann mit den R3 gleich auf mehreren Ebenen punkten: Technisch sind die Lautsprecher ein Potpourri ihrer größeren Geschwister. Optisch geben sie sich dank ihrer schlanken Linie und der einheitlichen Färbung unauffällig im Raum. Klanglich überzeugen die Speaker mit angenehmer Wärme und Gelassenheit. Ein echter Leckerbissen in der Kompaktklasse.

KEF R3 Preis: 1.598 Euro (Paar)

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KEF R3 Review

9.5 Punkte
Design / Verarbeitung10
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9.5
Preis / Leistung9.5

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