×
KEF R5 Test Standlautsprecher-Referenz

Anzeige

KEF R5 Test: Standlautsprecher der Referenz-Klasse?

KEF blickt bereits auf eine lange Tradition zurück: Seit dem Jahr 1961 erfreut der Hersteller aus Kent, einer kleinen Grafschaft im Südosten Englands, die HiFi-Gemeinde mit seinen Lautsprechern. Dabei entwickelte der Hersteller stets am Puls der Zeit – mit moderner Technik und patentierten Eigenentwicklungen. Ein nicht unerheblicher Teil der Innovationsgeschichte steckt in den Modellen der R-Serie. Stellvertretend haben wir die Standlautsprecher KEF R5 im Test.

Anzeige

KEF R5 Test

KEF R5 Testbericht Lautsprecher

Die Briten von KEF hatten schon immer ein Gespür für Details. Sahen die Lautsprecher früher allerdings noch wie die unehelichen Geschwister von R2D2 aus, bedienen sich die neuen Baureihen mehr den ikonischen Bauhaus-Formen. Die Form folgt der Funktion, könnte das Motto der KEF R5 lauten.

Die Standlautsprecher wirken schlank mit klaren Linien und lösen sofort ein gewisses Haben-wollen-Gefühl aus.

Ausgepackt und die Traversenfüße angeschraubt, bäumen sich zwei hochgewachsene Lautsprecher mit 102,5 cm Höhe, 17,5 cm Breite und einer Tiefe von 34,4 cm vor mir auf. Mit ihrer schlanken Taille, dem Verzicht auf sichtbare Schrauben und einem tadellosen Hochglanz-Finish wirken sie im Hörraum entsprechend elegant.

Die verbauten Treiber schließen nahezu plan mit der Frontplatte ab. Das sorgt für einen hohen Abstrahlwinkel und reduziert Schallbrechungen an den Kanten. Getreu dem D’Appolito-Prinzip für eine gleichmäßige Schallabstrahlung schließen zwei Tieftöner einen kombinierten Mittel-Hochtöner ein.

Uni-Q im Mittelpunkt

KEF R5 Uni-Q-Chassis

Im Mittelpunkt der KEF R5 steht die patentierte Punktschallquelle „Uni-Q“ in der aktuellen 12. Generation. Diese kombiniert einen 12,5-cm-Mitteltöner und einen 2,5-cm-Hochtöner mit sternförmigem Waveguide im akustischen Zentrum.

Der Treiberverbund trägt nicht nur zu einer interessanten Optik bei, sondern bringt auch klangliche Vorteile: Statt den Schall nur auf einen bestimmten Punkt im Raum auszurichten, weichen die KEF R5 den Sweet Spot etwas auf und ermöglichen damit eine breitere Platzauswahl im Stereo-Panorama. Manch anderer Lautsprecher gibt sich in dieser Disziplin deutlich weniger familienfreundlich.

Die beiden Basslautsprecher pro Box messen jeweils 13 cm im Durchmesser. Dank der leichter, steifer Membranen aus Papier mit Aluminiumüberzug spielen sie impulsstark und kraftvoll auf.

Bi-Wring / Bi-Amping

KEF R5 Bi-Wring / Bi-Amping Anschluss-Terminal

Eine weitere Besonderheit der KEF R5 stellen die Lautsprecherterminals mit ihren Bi-Wiring- bzw. Bi-Amping-Buchsen dar. Die Anschlüsse sind intern gebrückt und lassen sich durch eingesetzte Schrauben von einander trennen. Mit ihrer Edelstahl-Optik runden sie das Erscheinungsbild der Lautsprecher perfekt ab.

Zu den beiden darüber liegenden Bassreflexports mit flexiblen Wandungen liefert der Hersteller Schaumstoffeinlagen mit. Eingesetzt lässt sich damit die Bassintensität nach persönlichem Geschmack anpassen. Sinnvoll kann deren Einsatz auch bei einer wandnahen Aufstellung der Lautsprecher sein.

Die rund 27 Kilogramm Gewicht pro Speaker werden von Traversenfüßen getragen, die für Stabilität und Schallabsorbierung sorgen. Im Zubehörpaket liegen vier Eckpunkte pro Lautsprecher, zusammen mit Spikes und passenden Unterlegscheiben.

KEF R5 Traversen Spikes

Hörtest

KEF R5 Review mit Hegel H90

Bei all der Technik-Raffinesse und dem gestanden Auftreten im Hörraum waren wir besonders auf den Klangeindruck gespannt. Das kleine Geschwistermodell KEF R3 (Test) konnte uns schließlich schon überzeugen. Als Spielpartner für die haben wir uns für den Streaming-Verstärker Hegel H90 entschieden.

Bereits die ersten Takte Musik bescheinigen den KEF R5 eine unglaubliche Dynamik und große Lebendigkeit. Die Bässe werden auf den Punkt genau serviert – trocken und mit hoher Impulstreue. Genauso muss das klingen.

Dabei klingt nichts verwässert oder schwammig. Jeder Ton lässt sich exakt nachverfolgen, bis Tief in das Fundament der Musik hinein.

Der Übergang zum Grundtonbereich verläuft fließend. Mitten präsentieren die KEF R5 mit leichter Wärme, die den Klangcharakter der Musik nicht verändern, sondern zur enormen Spielfreude der Lautsprecher beitragen.

Auch in diesem Frequenzbereich zieht sich die angenehme Durchhörbarkeit fort. Die Speaker erlauben einen tiefen Einblick in das Musikgeschehen – egal ob, kleine Singer-Songwriter-Besetzung oder großes Orchesterwerk.

Den Hochtonbereich stellen die Lautsprecher klar und mit großer Detailfreude dar. Dadurch klingen sie angenehm offen, ohne zischelnde S-Laute von Stimmen oder Schlagzeugbecken über Gebühr zu betonen.

Darüber hinaus stellen die KEF R5 Instrumente sauber im Stereo-Panorama dar. Stimmen, Snares und Kick-Drums klingen wie angewurzelt aus der Phantom-Mitte. Gitarren verteilen sie weit nach Außen und lassen dazwischen Platz für weitere Instrumente und Effekte.

Ein weiterer Höhepunkt ist die klangliche Loslösung vom Sweet Spot durch den Uni-Q-Treiber von KEF. Die Lautsprecher spielen auch außerhalb des idealen Sitzplatzes groß auf und sind damit für Musik- und Filmabende mit der ganzen Familie zu empfehlen.

Zusamengefasst

R steht für Referenz – und ist im vorliegenden Fall nicht weit davon entfernt. Auch wenn der Hersteller aus Kent noch eine separate Reference-Serie für den prall gefüllten Geldbeutel hat, setzen die KEF R5 in ihrem Preissegment Maßstäbe. Bereits das minimalistische Aussehen, hier in Hochglanz Weiß mit hellgrauen Treibern, ist eine Augenweide. Technisch spielen die Lautsprecher mit Uni-Q-Chassis nahe dem Ideal der Punktschallquelle. Extrem trockene Bässe, enorme Spielfreudigkeit und eine überdimensionale Klangbühne sind nur ein paar der Wesensmerkmale. Der Preis von 2.400 Euro für das Paar Lautsprecher erscheint angesichts des Gebotenen fast schon günstig.

KEF R5 Preis: 2.400 Euro (Paar)

Anzeige

KEF R5 Review

9.6 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9.5
Klang9.5
Preis / Leistung10

Anzeige