×
NAD Amp 1 Test: Stereo-Verstärker mit Google-Chromecast-Streaming

Anzeige

NAD Amp 1 Test: Stereo-Verstärker mit Google-Chromecast-Streaming

Quadratisch, praktisch, gut: Die New Acoustic Dimension mit Sitz in Kanada schickt mit dem NAD Amp 1 einen Stereo-Verstärker mit Phono-Anschluss, Bluetooth-Übertragung und Chromecast-Streaming in den Test. So schlägt sich die Google-Technik in der anspruchsvollen HiFi-Welt.

Anzeige

NAD Amp 1 Test

NAD Amp 1 Testbericht des Streaming-Verstärkers

2019 ist das Jahr der Kompaktverstärker und NAD hat gleich mehrere davon im Programm. Vom NAD D 3020 V2 (Test) mit Bluetooth und Phono-Eingag bis zum M10 mit Raumeinmessung und BluOS-Multiroom-Streaming ist für jeden Feature-Wunsch und Geldbeutel ein passender Amp dabei.

Am unscheinbarsten kommt der NAD Amp 1 daher. Seine Ausstattungsliste lässt kaum eine Funktion vermissen. Im Alltag schraubt der Verstärker mit Streaming, Phono und TV-Connect-Funktion die Messlatte weit nach oben.

Herausstechendes Merkmal ist die Funktion Chromecast built-in von Google. Mit WLAN und Netzwerkanschluss ist der Amp 1 ein Streaming-Verstärker, der jeden angeschlossenen Lautsprecher ins Netzwerk bringt.

Außerdem empfängt der Verstärker Bluetooth-Signale vom Smartphone, Tablet und Computer – dies allerdings nicht nach zeitgemäßem aptX-Verfahren, das eine Übertragung der Signale in CD-Qualität verspricht.

Streaming + Phono

NAD Amp 1 Anschlüsse mit LAN und WLAN

Die Bedienung der Streaming-Funktionen erfolgt über die Google-Home-App. Grundlegende Steuerfunktionen wie Quellenanwahl, Lautstärke oder Stummschaltung gelingen über die mitgelieferte Fernbedienung. Direkt am Verstärker lassen sich ausschließlich die Lautstärke einstellen und die Eingänge per Drehregler anwählen.

Die Rückseite bietet neben den Lautsprecheranschlüssen zwei optische Digitaleingänge u.a. für den Fernseher, einen Cinch-Anschluss für Analoggeräte und eine Phono-MM-Schnittstelle für Plattenspieler. Ein Subwoofer-Ausgang erlaubt die Frequenzerweiterung im Bass.

Ins Heimnetzwerk bringt man den Amp wahlweise über WLAN oder den Ethernet-Anschluss. Lediglich ein Anschluss für Kopfhörer fehlt dem Verstärker.

Amp 1 und Google Chromecast

NAD Amp1 Google App Google Chromecast built in

Von links nach rechts: Das Chromecast-Symbol befindet sich in der App des Deutschlandfunks am oberen Bildschirmrand. In der Google Home App lässt sich der NAD Amp 1 umbenennen – hier „Office Speaker“ – und die Wiedergabe steuern.

NAD Amp 1 mit Spotify und Tidal

Der Chromecast-Button sitzt in der Spotify-App in der unteren linken Ecke. Ein Klick darauf öffnet die Liste der verfügbaren Wiedergabegeräte. Auch Tidal zeigt den NAD Amp 1 wie gewünscht als „Office Speaker“ an.

Für die Ersteinrichtung der Chromecast-Funktionen am NAD Amp 1 benötigt man zunächst ein Smartphone oder Tablet und die kostenlose Google-Home-App. Diese ist nicht nur auf Android-Systeme spezialisiert, sondern genauso für iOS-Geräte und in allen Varianten des Chrome-Browsers verfügbar.

Die App führt den Nutzer mit einfachen Schritten durch den Einrichtungsprozess. Der nimmt zwar ein paar Minuten in Anspruch, klappt dafür reibungslos. Anschließend lassen sich alle Chromecast-kompatiblen Apps mit dem Verstärker verwenden. Neben Google Play Music setzen unter anderem auch Spotify, Deezer, Juke, TuneIn, Tidal, Qobuz und viele weitere Musikstreaming-Dienste auf die Google-Technik.

In der favorisierten Webradio- oder Streaming-App wird ein rechteckiges Cast-Symbol angezeigt, das per Fingertipp zum NAD-Verstärker führt. Tatsächlich streamt das Mobilgerät nicht selbst, sondern überträgt nur einen Befehl an den NAD Amp 1.

Technisch betrachtet agieren Smartphone, Tablet oder der Chrome-Browser bei Google Chromecast nur als Controller, der den Datenfluss zwischen der Musikquelle (Source) und dem Amp 1 (Renderer) steuert.

Der Datenstrom selbst läuft direkt zwischen Source und Renderer ohne dabei den Umweg über den Controller zu gehen, wie es etwa bei Airplay von Apple der Fall ist. Der Vorteil: Die Musikwiedergabe ist völlig unabhängig vom Smartphone und bricht auch nicht ab, wenn es sich aus dem Netzwerk abmeldet.

Praktisch: In der Google-Home-App lässt sich der Verstärker nach belieben umbenennen und verschiedenen Hörzonen zuweisen. Das ist besonders hilfreich, wenn sich mehrere Chromecast-Geräte im Haus befinden. Die spielen dann auf Wunsch die gestreamte Musik auch gemeinsam ab.

Hörtest

NAD Amp 1 Review

Der NAD Amp 1 arbeitet intern mit Class-D-Endstufen, die eine Leistung von 40 Watt an 8 Ohm abgeben. Damit dürfte der Verstärker mit allen handelsüblichen Lautsprechern klarkommen. Vollsymmetrische 32-Bit-Chips von ESS Sabre kümmern sich um die Digital-zu-analog-Wandlung und schicken die Signale auf symmetrischem Weg bis zu den Lautsprecherbuchsen. Für weitere Signaloptimierung sorgen sechs separate Netzteile, die den Analog- und Digitalteil getrennt versorgen.

Weder technisch noch klanglich gibt es etwas auszusetzen: Der NAD-Verstärker bleibt auch mit Standlautsprechern und bei hoher Lautstärke sauber und verzerrungsfrei. Bässe gibt der Amp 1 straff und präzise wieder. Die Mitten klingen natürlich, Höhen detailreich und fein aufgelöst.

Mit seinem TOSLINK-Anschluss ist der NAD Amp 1 zudem für Film-Fans geeignet. Denn darüber akzeptiert der Verstärker den Digitalton (PCM) vom Smart-TV. Die Lautstärke und Stummschaltung lässt sich dann bequem über die TV-Fernbedienungen regeln (TV Connect). Außerdem wacht der NAD-Verstärker beim Einschalten des Fernsehers – auf Wunsch – automatisch auf. Nach 15-minütiger Inaktivität geht er zurück in den stromsparenden Ruhemodus.

Die Wiedergabe von Surroundton ist so allerdings nicht möglich. Dafür hat NAD eine Reihe an spezialisierten AV-Receivern im Programm. Um die vorhandenen Lautsprecher allerdings ins Streaming-Zeitalter zu holen und nebenbei den TV-Ton aufzuwerten, ist der Amp 1 eine sehr gute Wahl.

Zusammengefasst

Der NAD Amp 1 bringt klassische Lautsprecher ins 21. Jahrhundert und macht aus ihnen vielseitige Streaming-Speaker. Dabei nimmt der kleine Alu-Kasten nicht einmal viel Platz im HiFi-Rack ein. Mit Google Chromecast setzt der Hersteller auf eine offene Plattform, die mittlerweile alle gängigen Musikdienste-, Podcast- und Radio-Apps unterstützen. Dank Digitaleingängen und TV-Connect-Funktion lässt sich auch der Ton vom Fernseher über den Verstärker wiedergeben und mit der TV-Fernbedienung steuern. Fazit: Quadratisch, praktisch, gut.

NAD Amp 1 Preis: 599 Euro

Anzeige

NAD Amp 1 Review

8.9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

Anzeige