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NAD D 3020 V2 Test Hybrid Digital Integrated Amplifier

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NAD D 3020 V2 Test: Phono & Bluetooth im DAC-Verstärker

MODERNHIFI – dahinter verbergen sich oft Geräte mit dem gewissen Etwas. So eines möchte auch der Stereo-Verstärker NAD D 3020 V2 sein. Selbst der Hersteller bewirbt den „Hybrid Digital Integrated Amplifier“ mit Bluetooth, Phono-Stage und DAC-Funktion als „Modern HiFi“. Wie modern ist der Mini-Verstärker wirklich?

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NAD D 3020 V2 Test

NAD D 3020 V2 Testbericht des Stereo-Verstärkers

Unscheinbar wirkt der NAD D 3020 V2 auf den ersten Blick im nostalgischen Kameradesign. Tatsächlich soll die Form den Buchstaben „D“ für „digital“ darstellen.

Der Stereo-Verstärker ist überschaubare 19 cm Hoch und 22 cm Tief. Er lässt sich wahlweise stehend oder liegend platzieren – vier frei platzierbare Gummifüße liegen im Lieferumfang.

Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, was dem „Look and Feel“ keinen Abbruch tut. Dafür sorgen ein berührungsempfindliches Tastenfeld auf der Oberseite und ein informatives Display auf der Front.

Flexible Aufstellung

NAD D 3020 V2 seitlich liegend NAD D 3020 V2 Drehregler zur Bedienung

Einmal in Gang gebracht, erscheinen auf der Anzeige des NAD D 3020 V2 der zuletzt angespielte Signaleingang und die Ausgabelautstärke. Einziger Wermutstropfen: Lege ich den Verstärker auf die Seite, wandert die Anzeige nicht mit. In der Praxis stört das dagegen nicht.

Ein großer Drehregler sorgt für das markante Design. Die Bedienung geht, wie auch mit der kompakten Fernbedienung einfach von der Hand. Eine direkte Quellenanwahl gibt es dagegen nicht. Zum Wechseln der Eingänge werden die einzelnen Inputs durchgezappt.

Phono, Streaming, Smart-TV

NAD D 3020 V2 Power und Source NAD D 3020 V2 Fernbedienung

Während sich klassische Verstärker in der Regel auf eine Auswahl an analogen Eingängen konzentrieren, hat der Hersteller mit dem NAD D 3020 V2 eine breite Zielgruppe im Visier – den audiophilen Ein- bzw. Aufsteiger.

Der nutzt im Alltag verschiedene Wiedergabevarianten, ein klassisches HiFi-Rack ist ihm dagegen fremd. Zu den beliebten Quellgeräten gehören ein Plattenspieler, das Smartphone und der Fernseher. Das alles versteht der NAD-Verstärker.

Den wiederaufploppenden Vinyltrend bedienen die Kanadier von NAD mit einem Phonoanschluss für Plattenspieler mit MM-System. Damit schließt der Hersteller zwar die Fraktion der MC-Besitzer aus. Im mittleren Preissegment sind MM-Tonabnehmer dagegen fast schon Standard.

Teil der Phonostufe sei eine hochpräzise RIAA-Entzerrung mit extrem niedrigen Rauschverhalten. In Kombination mit dem Plattenspieler Yamaha MusicCast Vinyl 500 (Test) kann ich das bestätigen.

Analog & digital

NAD D 3020 V2 Analog- und Digital-Eingänge

Am Anschlussfeld des NAD D 3020 V2 warten gleich zwei Digitaleingänge (Koax und TOSLINK) auf externe Zuspieler. Die Digital-zu-Analog-Konvertierung übernimmt der 8-Kanal-Wandlerchip CS42528 von Cirrus Logic mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz. Zwei der Kanäle sind dem Stereosignal vorbehalten, die weiteren sechs sorgen für die Verringerung von Verzerrungen und einen linearen Frequenzverlauf.

Einen USB-Eingang gibt es nicht. Lösung: Entweder den Computer per optischer Signalverbindung an den NAD andocken oder einen externen D/A-Wandler zwischenklemmen. Günstig, kompakt und leistungsstark ist der Audioquest Dragonfly Black (Test).

Neben klassischen Digitalmedien wie einem CD-Player, Audiostreamer oder Mediareceiver eignet sich der NAD D 3020 V2 auch in Kombination mit einem Fernseher. Dazu einfach den Smart-TV via optischem Kabel mit dem NAD-Verstärker verbinden und loslegen.

Praktisch: Per TV-Connect-Funktion lassen sich die Lautstärke, Stummschaltung und Power On/Off des NADs über die Fernbedienung des Fernsehers steuern. Außerdem wechselt der Verstärker automatisch auf den optischen Signaleingang, sobald ein TV-Signal eingeht.

Sub Out, Pre Out, Bass EQ

NAD D 3020 V2 Anschlüsse am DAC-Amp

Wer sein Lautsprecher-Set-up gern überschaubar hält, bei actionreichen Filmen jedoch noch etwas Druck vermisst, kann hier einen Subwoofer in das System einbinden. Ein Vorverstärkerausgang bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Aktivlautsprecher über den NAD D 3020 V2 anzusteuern.

Im Testaufbau mit Regallautsprechern habe ich nur selten die Notwendigkeit für einen Subwoofer gesehen. Ist zusätzliche Fülle in den tieferen Frequenzen notwendig, bietet sich der integrierte Bass EQ an.

Einmal aktiviert hebt der Verstärker den Bereich um 80 Hertz mit einem schmalbandigen Filter um etwa 7 dB an. Das soll vor allem Lautsprechern mit kleinen Treibern auf die Sprünge helfen und mehr Klangvolumen bringen, ohne dabei den Charakter zu verfärben.

Für den Alltagsgebrauch halte ich die Funktion für sinnvoll, da ein schnelles Wechseln zwischen den Bassvarianten möglich ist. Ein weiteres Filter, um bassverliebten Lautsprechern etwas Fülle zu nehmen, wäre noch eine nette Option gewesen.

Bluetooth aptX

NAD D 3020 V2 Review

Mit Bluetooth bietet der NAD D 3020 V2 eine weitere alltagsfreundliche Möglichkeit, den DAC-Verstärker mit Musik zu versorgen. Dabei wird der aptX-Standard mit A2DP (SBC) unterstützt, der eine Übertragung in CD-Qualität sicherstellt.

So lassen sich Töne aus allen erdenklichen Apps vom Smartphone, Tablet und Computer streamen. Wer mehr Auflösung braucht, der setzt auf einen zusätzlichen Netzwerkplayer, wie den Bluesound Node 2 (Test).

Im Inneren des Verstärkers sitzen zwei NAD-Eigenkreationen namens HybridDgital und PowerDrive. Laut Hersteller sei der NAD D 3020 V2 im Grunde ein D/A-Wandler, der auch Verstärken kann. Deshalb arbeitet der komplette Signalverlauf bis kurz vor der Ausgabe rein digital. Analoge Quellen bleiben genau wie die Lautstärkeregelung in der analogen Welt, werden aber digital gesteuert.

Hörtest

NAD D3020 V2 Kopfhöreranschluss am Verstärker

Um das Budget-HiFi-System rund zu machen, habe ich mich für den Großteil des Tests für die kompakten Standlautsprecher Dali Oberon 5 (Test) als Spielpartner für den NAD entschieden. Zusammen ergibt das eine sehr alltagstaugliche Lösung, die noch dazu nur wenig Platz einnimmt.

Der Verstärker ist von der ausgewogenen Sorte, nimmt klanglich nur wenig Einfluss, wenn überhaupt, könnte man ihm eine gewisse Wärme zusprechen. Die Bühnenbreite ist weit aufgezogen, was sowohl Musikinstrumente als auch kreisenden Filmeffekte genügend Raum bietet.

In den oberen Lagen spielt der NAD D 3020 V2 plastisch, angenehm lebhaft, aber ohne Übertreibungen. Die Umsetzung dynamischer Sprünge gelingt dem Verstärker überraschend einfach. Von leisen Tönen bis zum gewaltigen Donnerschlag: Der DAC-Amp ist direkt zur Stelle.

Je nach Musiktitel oder Filmauswahl kann der Verstärker etwas schlanker erscheinen. Dem lässt sich mit einem bassstarken Paar Lautsprecher oder der Bass-EQ-Einstellung am NAD entgegenwirken.

Der Equalizer bringt die versprochene Fülle zurück ins Spiel und erweitert so auch den Grundton von Instrumenten. Allerdings geht der Eingriff in den Frequenzgang minimal auf Kosten der Lebendigkeit, weshalb ich mich je nach Quellmaterial spontan für oder gegen den EQ-Einsatz entscheide.

Auf der Vorderseite des Verstärkers sitzt noch ein Kopfhöreranschluss, der bei gestecktem Signalkabel die Lautsprecherausgabe deaktiviert. Der „Hybrid Digital Integrated Amplifier“ treibt sowohl hochohmige als auch niederohmige Kopfhörer ohne Probleme an. Klanglich ist die Kopfhöreroption mehr als eine Dreingabe, sondern durchaus zum genussvollen Musikhören zu verstehen.

Zusammengefasst

„Modern HiFi“ – ja oder nein? Mit Bluetooth, Phono und speziellen TV-Optionen ist der D 3020 V2 von NAD auf die medialen Anforderungen im Alltag abgestimmt. Dazu stecken viele hochwertige Bauteile drin, was den aufgerufenen Preis umso erstaunlicher macht. Eine klare Empfehlung – nicht nur für HiFi-Einsteiger.

NAD D 3020 V2 Preis: 399 Euro (UVP)

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NAD D 3020 V2 Review

8.8 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör8.5
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

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