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Sonos One Test Wireless-Speaker mit Amazon Alexa Sprachsteuerung

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Sonos One im Test: Alexas große Bühne

Lange Zeit galt der Sonos Play:1 als das Referenzprodukt unter den kompakten, vernetzbaren WLAN-Lautsprechern. Das gefällige Design überzeugt, der Klang ist warm und ausgewogen und die Auswahl an Musikstreamingdiensten unübertroffen. Jetzt schafft sich der Hersteller smarter Multiroom-Lautsprecher Konkurrenz im eigenen Haus. Der Sonos One kommt im nahezu identischen Dekor, reagiert aber auch auf Sprachbefehle via Amazon Alexa. Was der neue Sonos-Speaker kann, was noch nicht und welche Funktionen uns in Zukunft noch erwarten, erfahrt Ihr im folgenden Bericht.

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Sonos One im Test

Sonos One Smart Speaker Play:1

Die Luft im Streamingbusiness ist für Sonos zuletzt etwas Dünner geworden. Konkurrenten wie Bose, Bluesound, Heos oder Raumfeld sind mit eigenen Multiroom-Systemen mittlerweile mehr oder weniger erfolgreich in den Markt gedrängt und auch die Big Player wie Amazon, Apple und Google haben den Audiomarkt für sich entdeckt.

Die Kalifornier von Sonos bleiben auch mit ihrem neuesten Produkt ihrer Linie treu und beweisen wieder einmal, was es heißt, der Branchen-Primus zu sein. Wer sich für den Sonos One entcheidet, kauft zum aktuellen Zeitpunkt das beste beider Welten ein: die Klangqualität und schier unendlich wirkenden Streaming-Funktionen aus dem Sonos-Universum, gepaart mit dem Sprachassistenten Amazon Alexa.

Bekannter Look

Sonos One Touchbedienung

Am Aussehen hat sich nicht viel getan: Der Sonos One erinnert auf den ersten Blick stark an seinen Bruder Play:1. Wen beide WLAN-Lautsprecher gegenüber stehen, fallen die Unterschiede schon deutlicher auf: Der Sonos One kommt im einheitlichen Farbdesign mit weißem oder schwarzen Alu-Grill und mattem Top-Cover. Die physischen Bedientasten auf der Geräteoberseite des Play:1 sind berührungsempfindlichen Elementen für die Lautstärkensteuerung, Play/Pause und Titelsprüngen gewichen.

Die Bedienung direkt am Gerät funktioniert wie gewohnt selbsterklärend. Neu ist das Mikrofon-Symbol, das bei Berührung die sechs integrierten Fernfeld-Mikrofone aktiviert. Nur im aktivierten Zustand, der sich auch mit dem Sprachbefehl „Alexa“ starten lässt, schaltet der Sonos One in den Lauschmodus. Auf Wunsch lassen sich die Mikrofone per Tastendruck auch komplett deaktivieren.

Einrichtung

Sonos One Ethernet-Anschluss

Der Einrichtungsprozess des Sonos One gestaltet sich etwas langatmiger als üblicherweise von Sonos gewohnt – zumindest, wenn man sämtliche smarten Funktionen des Speakers nutzen will. Der Lautsprecher wird von der Sonos-App direkt erkannt und ist über das WLAN-Netz nach einigen Augenblicken auch schon einsatzbereit. Alternativ befindet sich ein Ethernet-Kabel-Anschluss auf dem Rücken des Lautsprechers. Den vielfachen Wunsch nach einem analogen Audioeingang ist der Hersteller dagegen übergangen. Die Zukunft bleibt kabellos.

Wer will, nutzt die automatische Raumeinmessung Sonos Trueplay, die mit dem neuen Sonos Play:5 erstmals eingeführt wurde, um den Klang per iOS-Gerät an den Aufstellort des Speakers anzupassen. Eine Android-Variante sei noch in Arbeit.

Anschließend folgt ein ständiger Wechsel zwischen der Sonos-App und der zwingend erforderlichen Alexa-Applikation zusammen mit mehrfacher Eingabe der Amazon-Benutzer-Kennung.

Danach werden die vorhandenen Musikstreaming-Dienste synchronisiert, Alexa begibt sich auf die Suche nach vorhandenen Speakern und weitere Smart-Home-Geräte wie etwa die Lichtsteuerung Philips Hue lassen sich ebenfalls integrieren. Soll heißen: je smarter der Haushalt, desto langwieriger gestaltet sich der Setup-Prozess.

Wo ist Spotify?

Sonos One Boden Spotify

Kommen wir zum ersten Manko der Sonos-One-Amazon-Alexa-Kooperation: Die Musikwiedergabe lässt sich zwar per Sprache starten und steuern, allerdings werden zum aktuellen Zeitpunkt lediglich die Musik- und Radiodienste Amazon Music, iHeartRadio, Pandora, SiriusXM und TuneIn unterstützt. Die Integration von Spotify Connect ist bereits angekündigt, wie es um audiophilere Dienste wie etwa Tidal steht, ist dagegen nicht bekannt.

Wenigstens lassen sich die in der App per Hand gestarteten Songs und Playlisten aus Diensten wie Tidal oder Soundcloud per Sprachansage steuern: Ansagen wie „Alexa, spiele die Musik lauter“, „stoppe die Wiedergabe“ oder „springe zum nächsten Titel“ funktionieren reibungslos – und das auch raumübergreifend über weitere Sonos-Lautsprecher und -Player. Beim Befehl „starte Musik im Wohnzimmer“ wählt Alexa dagegen Musik aus Amazon Music.

Auch einige der Alexa-Skills scheinen noch nicht ganz ausgereift. Bei der Frage nach dem Nachrichten-Skill „Tagesschau in 100 Sekunden“ schweigt der Sonos One. Die Lichtsteuerung der Philips-Hue-Lampen im Smart Home funktioniert dagegen perfekt.

Alexa, starte die Musik! Alexa?

Sonos One Alexa App

Wie eingangs erwähnt greift der Sonos One zur Annahme von Sprachbefehlen auf sechs integrierte Mikrofone zurück, die sich rings um den Speaker verteilen. Damit hört der Lautsprecher während meines Sonos-One-Tests auf Sprachansage im 360-Grad-Kreis, insofern ich laut genug spreche.

Tatsächlich sollten Hintergrundgeräusche, wie auch Musik nicht all zu laut spielen, damit der Sonos-Speaker auf die Stimme reagiert. Zur Bestätigung erklingt ein kurzer (angenehmer) Signalton, der die Bereitschaft des Speakers signalisiert – die Musikwiedergabe wird dabei in der Lautstärke leicht reduziert.

Als Stimme erklingt die bekannte Alexa-Voice, die auch Amazon bei seinen Smart-Home-Lautsprechern verwendet. Als sehr lobenswert sei noch einmal erwähnt, dass sich auch ältere Sonos-Speaker in anderen Räumen mit dem Sonos One steuern lassen.

Klang

Sonos One Review iPhone

Im direkten Vergleich klingen der Sonos One und der Sonos Play:1 nahezu identisch. Sonos gibt zwar an, den One komplett neu entwickelt zu haben, schlussendlich hat man sich bei der Klangabstimmung aber wohl an den Leitspruch „never Change a running System“ gehalten.

Deshalb bekommen wir auch mit dem Neuzugang den gewohnten vollen und warmen Klang bei kompakter Größe. Details sind klar verständlich ohne nervige Spitzen und die Grundabstimmung ist relativ ausbalanciert. Sehr zu empfehlen ist nach wie vor die integrierte Raumkorrektur Sonos Trueplay, die den Klang noch ausbalancierter macht.

Kleinere Räume wir Küche oder Bad füllt der Lautsprecher locker aus und auch zum Nebenbei-Hören im Wohnzimmer reichen die Pegelreserven. Wer einen größeren Raum adäquat beschallen will, koppelt einfach zwei Sonos One zum virtuellen Stereo-System. Eine Verbindung mit dem Sonos Play:1 ging der Sonos One dagegen trotz mehrfacher Versuche nicht ein.

Ausblick

Das erste größere Update für den Sonos One soll die Implementierung des Musikstreamingdienstes Spotify Conect sein und noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Für nächstes Jahr hat das Unternehmen noch weitere Leckerbissen angekündigt: Zu den größten Neuerungen zählen dann die Integration des zweiten Sprachassistenten Google Assistant und die Aufnahme des Streamingprotokolls Apple Airplay 2, um den Lautsprecher ebenso via Siri zu steuern.

Zusammengefasst

Damit katapultiert Sonos den One direkt zum Start an die Spitze der aktuell erhältlichen Smart-Speaker und stellt wieder einmal seine Vorreiterrolle im Multiroom-Geschäft unter Beweis. Die kleineren Kinderkrankheiten sollten sich mit einem der nächsten Software-Updates locker beheben lassen. Wenn sich dann nach Spotify Connect noch weitere Musikdienste per Sprachbefehl steuern lassen, wird der Sonos One auch auf lange Sicht unübertroffen bleiben.

Sonos One Preis: 229 Euro

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Sonos One Review

8.8 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9
Klang8
Preis / Leistung8.5

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