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Arcam Solo Music Stereo-Verstärker mit CD-Player, Netzwerkplayer und HDMI-Anschlüssen

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Arcam Solo Music Test: All-in-One statt Klötzchen bauen

Das Arcam Solo Music System geht in die nächste Runde und ist vollgepackt mit allerlei HiFi-Spielereien. Bluetooth, Netzwerkplayer und HDMI-Anschlüsse gibt’s für moderne Audiophile. Radioempfänger und CD-Player stehen für Traditionalisten bereit. Mit eigener Class-G-Technik wollen die Briten auch klanglich überzeugen. Ist All-in-One das neue Modular?

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Arcam Solo Music Test

Arcam Solo Music Test

All-in-One-Geräte sind gerade schwer in Mode. Man nehme einen Vollverstärker, packe einen D/A-Wandler mit rein und verkaufe es als die größte Erfindung seit es HiFi gibt. Mittlerweile gibt es viele Hersteller, die genau das machen, dabei allerdings übersehen, dass sich die Hörgewohnheiten mit der Zeit geändert haben. Statt perfektem Stereo-Dreieck im separaten Hörraum sind viele Haushalte heute ebenfalls All-in-One.

Die Musikecke teilt sich den Platz mit dem Smart-TV und Platz für fünf oder mehr Lautsprecher gibt der Raum nicht immer her. Neue Lösungen braucht der moderne Audiophile und da kommt Arcam mit dem Solo Music ins Spiel. Die neueste Version des Vollverstärkers bietet eine Stereo-Endstufe mit genannter DAC-Funktion und packt noch einen Netzwerkplayer, einen Digitalradio-Empfänger und umfangreiche Anschlüsse für Fernseher, Blu-ray-Player und Spielekonsolen mit drauf.

Class-G-Endstufen

Arcam Solo Music Class-G-Endstufen

Class A, Class B oder Class D? Nein, der Arcam Solo Music setzt die im Mutterhaus in Cambridge entwickelten Class-G-Endstufen ein, die auch schon im Flaggschiff-Verstärker FMJ 29 Verwendung finden.

Dahinter verbirgt sich nicht etwa ein neuer Marketing-Coup, sondern eine Form des Class-AB-Designs mit dem ungefähren Wirkungsgrad eines Class-D-Verstärkers. Im Normalbetrieb soll der Verstärker mit geringer Versorgungsspannung auf Energiespar-Level laufen. Wird mehr Leistung gefordert, wechselt er auf eine höhere Betriebsspannung um. Dass das zu funktionieren scheint, merkt man schon am Wärmetest, denn der Verstärker wird auch unter Volllast gerade einmal handwarm. Im Betrieb spielt der Arcam Solo Music ohne hörbare Verzögerungen und stellt Impulse umgehend dar.

Volles Brett

Arcam Solo Music CD-Player und SACD-Player

Das Herzstück des Verstärkers ist ein Cirrus Logic CS42526 Wandler-Chip, der Dateiauflösungen bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz versteht. Musik empfängt der Arcam vom kombinierten CD/SACD-Laufwerk, dem Netzwerkplayer (LAN und WLAN), via Bluetooth vom Smartphone, über einen UKW/DAB+-Radioempfänger sowie via USB von Speichersticks.

Externe Geräte docken digital über Toslink-, Koax-, USB- und vier HDMI-Anschlüsse an. Eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und ein einsamer Cinch-Eingang runden das Anschlussfeld auf analoger Ebene ab. Einen Phono-Eingang für Plattenspieler gibt es zwar nicht, der lässt sich aber ganz einfach über einen externen Phono-Vorverstärker nachrüsten.

Die vier HDMI-Eingänge machen den Arcam Solo Music besonders alltagstauglich und nehmen u.a. Signale vom Blu-ray-Player, von Spielekonsolen oder Set-Top-Boxen auf. Dazu kommt noch ein HDMI-Ausgang, der Audio- und Video-Signale an den Fernseher schickt. Für den Ton vom Smart-TV braucht es nicht einmal ein Extra-Kabel, da der HDMI-Ausgang (V1.4) diesen über den Audio Return Channel gleich mit zurück zum Verstärker überträgt.

Handling

Arcam Solo Music Steuertasten auf dem Verstärker

In puncto Design hebt sich der Arcam Solo Music wohltuend von schwergewichtigen AV-Receivern ab, bringt aber trotzdem satte elf Kilogramm auf die Waage. Neudeutsch könnte man ihn als Stereo-Receiver im Slim-Line-Design bezeichnen. Sachlich betrachtet haben wir es hier mit einem klassischen HiFi-Maß zu tun.

Die Aufmachung ist etwas Retro, schlicht und unauffällig, die Verarbeitung auf hohem Niveau. Sämtliche Gehäuseteile bestehen aus Aluminium, sichtbare Schrauben gibt es nicht. Das 2-Zeilige-LED-Display auf der Front ist eher unspektakulär – es macht, was es soll und zeigt im Betrieb die aktuellen Wiedergabedaten an. Wer es nicht braucht, kann es auch abschalten.

Deutlich informativer geben sich die beiden Arcam Apps MusicLife und RemoteControl für Smartphones und Tablets. Die erste steuert den integrierten Netzwerkplayer und zeigt Netzwerkfestplatten in der Heimumgebung an. Ein Klick genügt und der Arcam Solo Music ist als Streaming Client angewählt. Die App zeigt Songtitel, Künstlernamen und Albumcover an.

Mit der Arcam RemoteControl steuert man den Verstärker und wählt wie auf der umfangreich ausgestatteten und hintergrundbeleuchteten Fernbedienung die verschiedenen Eingänge an. Außerdem lässt sich die Lautstärke damit bequem mit dem Smartphone steuern. Das geht auch direkt am Gerät, etwas ungewöhnlich auf der Oberseite des Verstärkers.

Weitere Funktionen

Arcam Solo Music Anschlüsse auf der Rückseite des All-in-One-Verstärkers

Auch die weiteren Funktionen des Arcam Solo Music können sich für ein All-in-One-Geräte sehen und hören lassen. Im Bluetooth-Menü am iPhone und MacBook wird der Verstärker sofort erkannt – Voraussetzung ist das Anbringen der mitgelieferten Bluetooth-Empfangsantenne.

Das kombinierte UKW/DAB/DAB+-Radio zeigt eine ordentliche Auswahl an Sendern an und CD-Laufwerk läuft ruhig und tastet die Silberlinge sauber ab. Nur Internetradio und ein paar Musikdienste hätten wir uns noch gewünscht. Die holt man sich aber ganz einfach über Zusatzgeräte wie etwa einem Apple TV mit HDMI-Anschluss ins System.

Damit die Musik aus der Sammelstelle Arcam Solo Music hörbar wird, bedienen wir uns den vergoldeten Lautsprecherklemmen am Anschlussfeld. Diese nehmen Bananenstecker und Kabelschuhe auf, ein Sub-Ausgang beliefert auf Wunsch einen aktiven Subwoofer.

Hörtest

Arcam Solo Music Stereo-Verstärker mit CD-Player, Netzwerkplayer und HDMI-Anschlüssen

Bevor es zum Musiktest ging, durfte sich der Arcam Solo Music am Smart-TV warmlaufen. Die Verbindung wird über ein einzelnes HDMI-Kabel hergestellt. Noch schnell das Lautsprecher-Paar KEF LS50 an den Verstärker angeschlossen, auf dem Sofa Platz genommen und aufgedreht.

Wer die Produkte von Arcam kennt, weiß um deren klangliche Qualitäten – da macht auch der Solo Music keine Ausnahme. Der Verstärker klingt ausgesprochen homogen mit großer Detailauflösung und einer ausgewogenen Portion Druck im Bass.

Im TV-Einsatz klingen Stimmen klar und verständlich, der Verstärker lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wechselt die Filmszene vom einfachen Dialog zum Action-geladenen Kampf, ist der Arcam sofort zur Stelle und wechselt von sanft auf druckvoll. Dynamiksprünge und kurze Impulse verarbeitet er so gut, dass man sich die Frage stellen darf, warum nicht auch andere Hersteller die Class-G-Technik einsetzen.

Hauptsächlich geht der Arcam recht unauffällig mit den verschiedenen Quellgeräten um und behält sich seinen entspannten Klang vom Analog- zum Digitaleingang bis zur Musik aus dem Netzwerk bei. Synthesizer Bässe wie in David Bowies Blackstar klingen neutral und trocken, ohne zu dick aufzutragen. Das lässt dem Mittenbereich ausreichend Spielraum, um sich zu entfalten. Auch hier zeigt sich der Arcam erfreulich unangestrengt und im Grundtonbereich von Instrumenten und Stimmen schön neutral.

In den oberen Mitten zeigt der Arcam etwas Biss, was Stimmen zu einem besseren Durchsetzungsvermögen in dicht besetzten Songs verhilft. Übertrieben aggressiv sollten die angeschlossenen Lautsprecher in dem Bereich nicht sein, damit sich entspannt Musik hören lässt. Mit einem Paar neutraler Boxen ist hingegen auch kein Zischeln zu erwarten.

Details und Obertöne bringt der Arcam klar zur Geltung und löst vom Schlagzeug-Becken bis zur Triangel Instrumente sauber auf. Dabei gibt er sich wieder einmal von seiner neutralen Seite und eignet sich damit für ausgedehnte Musik- und Serien-Abende.

Zusammengefasst

All-in-One muss nicht zum Nachteil sein, sondern passt perfekt zum Anforderungsprofil eines modernen Haushalts mit audiophilen Mitbewohnern. Neben dem rundum gelungenem Funktionspaket, das außer Internetradio und Streaming-Diensten nichts vermissen lässt, überzeugt der Solo Music vor allem durch sein alltagstaugliches Anschlussfeld. Mit vier HDMI-Buchsen und einem Ausgang kommen selbst Spielekonsole und der Smart-TV in den Genuss einer audiophilen Signalverarbeitung. Die kann sich dank der Class-G-Technik wirklich hören lassen: straffe Bässe, direkte Mitten und klare Höhen gehören genauso zum Klangprofil wie ein rasanter Umgang mit dynamischen Sequenzen.

Arcam Solo Music Preis: 2200 Euro

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Arcam Solo Music

9.3 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9.5
Preis / Leistung9

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