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Bluesound Vault 2 Test Netzwerkfestplatte mit CD-Ripper

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Bluesound Vault 2 Test: Anlage schluckt CDs

Bluesound bietet mit dem Musikserver Bluesound Vault 2 ein Alleinstellungsmerkmal im wachsenden Multiroom-Segment. Der Audioserver bietet geräumige 2 Terabyte Festplattenspeicher, liest CDs ein und lädt Musik aus Downloadshops. Auch die Wiedergabe übernimmt er selbst.

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NAS für Audiophile

Bluesound Vault 2 NAS für Audiophile

Nicht nur USB-DACs, Netzwerkplayer oder Aktivlautsprecher gehören in ein modernes Computer-Audio-System. Mindestens ebenso elementar ist eine Netzwerkfestplatte (NAS), die Musik speichert und den verschiedenen Abspielgeräten unauffällig zugänglich macht.

Gängige Netzwerkfestplatten kommen oft mit einem vorinstallierten Musikverwaltungsprogramm (Server). Deren Sortierfunktionen lassen aber meist zu wünschen übrig, nicht alle Audioformate werden erkannt und das Rippen von CDs muss auch noch händisch erledigt werden.

Speziell für audiophile Ansprüche gibt’s von Bluesound einen Musiktresor (engl.: Vault), der diese und weitere Aufgaben übernimmt. Der Bluesound Vault 2 ist NAS, Audioserver, Netzwerkplayer, CD-Ripper, D/A-Wandler und Kopfhörerverstärker in einem. Er harmoniert mit den Geräten aus dem Bluesound Mutiroom-System und lässt sich Hersteller-übergreifend einsetzen.

Lohnt sich der Einsatz einer audiophilen NAS oder reicht auch eine Standard-Platte von QNAP, Western Digital oder Synology?

Bluesound Vault 2 Test

Bluesound Vault 2 Test Anschlüsse auf der Rückseite der Netzwerkfestplatte

Zunächst einmal die harten Fakten: Der Bluesound Vault 2 ist in erster Linie ein Musikserver, der 2-Terabyte-Speicherkapazität bietet – doppelt so viel, wie noch der Vorgänger. Das reicht ungefähr für 6000 CDs im verlustfreien FLAC-Format. Sollte das eigene Musikarchiv den Speicherplatz trotzdem sprengen, lässt sich der Datenbunker um zwei USB-Festplatten im FAT32-Format und selbst um externe Netzwerkspeicher ergänzen.

Was die eigene Musiksammlung nicht hergibt, holt man sich über verschiedene Musikdienste rein. Ganze 15 Abo-Dienste bietet uns das Bluesound Multiroom-System mittlerweile an – das ist noch nicht ganz auf Sonos-Niveau, aber weit über dem Branchen-Durchschnitt.

In der Streaming-Liste befinden sich namhafte Vertreter wie Deezer, Napster, Spotify Connect, Tidal, Qobuz und Wimp. Reine Internetradioanbieter wie TuneIn sind ebenso enthalten.

Wer noch lieber kauft statt streamt, greift direkt auf die Download-Kataloge von HD-Tracks, Highresaudio und Qobuz zu. Einfach die Nutzerdaten in der Bluesound-App eingeben und fröhlich shoppen gehen.

Wenn es mal ganz schnell gehen soll, ist auch noch Bluetooth mit an Bord, dass dank aptX-Codec die Signalqualität kompatibler Quellgeräte aufrecht erhält. Praktisch, wenn man mal eben ein YouTube-Video vom Smartphone über die große HiFi-Anlage hören will. Der Fokus des Bluesound Vault 2 liegt aber ganz klar auf der Wiedergabe hochauflösender Audiodaten.

Die werden in den klassischen PCM-Formaten wie AIFF, ALAC, FLAC und WAV mit einer Auflösung von bis zu 24 Bit und 192 Kilohertz unterstützt. Das SACD-Format DSD versteht der Vault 2 wie auch die weiteren Bluesound-Player zwar nicht, dafür sind sie zum neuen Trend-System MQA kompatibel. Was das in der Zukunft noch bringt, bleibt allerdings abzuwarten.

Datenbunker

Bluesound Vault 2 Multiroom-System-Netzwerkfestplatte

Den Speicher des Bluesound Vault 2 zu füllen ist weder Hexenwerk noch werden IT-Kenntnisse dafür verlangt. Am Computer taucht der Speicher als SMB-Freigabe auf und lässt sich ganz einfach per Drag and Drop beladen.

USB-Festplatten werden ebenfalls erkannt. Zwei Buchsen bringt der Netzwerkspeicher mit, die sich auch als Backup-Lösungen einrichten lassen, falls es doch einmal zum unvorhergesehenen Datencrash kommt.

Die Besonderheit des Vault 2 liegt jedoch in seinem Ripp-System: Einfach eine CD in das Slot-In-Laufwerk einlegen und der Musiktresor bringt sie auf seine Festplatte. Je nach App-Einstellung werden dabei verlustfreie Kopien des Originals in FLAC und WAV oder verlustbehaftete Daten erstellt. Die Qualität von MP3-Dateien lässt sich außerdem frei wählen: Am besten klingt’s noch mit dem Lame-Encoder.

Pro CD sind im Schnitt elf Minuten Wartezeit einzuplanen. Das Rippen und Codieren läuft parallel. Der Bluesound Vault 2 kümmert sich auch noch um die Metadatenvergabe und greift dafür auf die Internetdatenbanken von FreeDB und GD3 zu.

Das funktioniert im Test erstaunlich gut. Rock- und Pop-Alben werden ausnahmslos erkannt und nur bei außergewöhnlichen Klassik-Aufnahmen schleicht sich ab und zu einmal ein Fehler ein. Das lässt sich aber schnell ausmerzen, da der Vault vollen Datenzugriff vom Computer aus erlaubt.

Praktisch: Während des CD-Einlesevorgangs ist der Netzwerkplayer weiterhin aktiv.

Steuerung

Bluesound Vault 2 Steuer-Tasten

Auf die Steuerung des Bluesound-Systems soll hier nicht im Detail eingegangen werden – dazu folgt ein eigenständiger Artikel. Nur so viel sei erwähnt: Apps gibt es für Windows, Mac, iOS und Android. Rudimentäre Steuerfunktionen bietet auch der Bluesound Vault 2 selbst direkt auf dem Gehäuse.

Eine Schritt-für-Schritt-Anweisung zur ersten Inbetriebnahme ist ebenfalls in der App vorhanden. Somit dürfte also nichts schiefgehen.

Und wer bereits in Besitz eines SMB-fähigen Netzwerkplayers wie den Bluesound Node 2 ist, steuert einfach die Musikbibliothek des Vault 2 an. Der läuft aber auch Stand-alone, wie der Praxistest zeigt.

Praxistest

Bluesound Vault 2 Test Netzwerkfestplatte mit CD-Ripper

Während klassische Streaming-Systeme neben einem Server (NAS) zwingend einen Netzwerkplayer brauchen, kombiniert der Bluesound Vault 2 beides in seinem doch recht schlanken Gehäuse.

Per Cinch-Verbindung geht’s direkt in den vorhandenen Stereo-Verstärker. Alternativ bietet sich ein zwischengeschalteter D/A-Wandler per TOSLINK- oder Koax-Verbindung an.

Klanglich ist der Bluesound Vault 2 angenehm unauffällig, so wie es sich für einen Musikzuspieler gehört. Das Klang-Tuning überlässt er lieber den nachgeschalteten Komponenten, sodass man freie Gestaltungsmöglichkeiten bei der Klanggestaltung hat.

Zwar reicht die Feinauflösung nicht ganz an die Netzwerk-Boliden von Linn oder Naim heran, die bieten dafür aber auch keine Speicherfunktionen. Wer nicht nach dem Haar in der Suppe sucht, wird zwischen den Geräten sowieso kaum relevante Klangunterschiede feststellen. Im Alltag überzeugt der Vault 2 durch seine angenehme Zurückhaltung, gute Separation zwischen den Kanälen und ein ausgeglichenes Frequenzverhalten.

Zusammengefasst

Für Netzwerktüftler, die in die Tiefe des Systems einsteigen und sämtliche Funktionen auf separate Geräte aufteilen wollen, ist der Bluesound Vault 2 nicht geeignet. Wer hingegen lieber alles in einem hat, Musik gern an einem Ort ablegt und von da aus auch gleich wiedergibt, sollte den Vault 2 in Erwägung ziehen.

Bluesound Vault 2 Preis: 1299 Euro

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Bluesound Vault 2

9 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9.5
Klang8.5
Preis / Leistung8.5

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