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Dali Rubicon 2 C Test: Aktivlautsprecher kabellos

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Dali Rubicon 2 C Test: Aktiv und ungebunden

Was kommt dabei heraus, wenn man die hochwertigen Rubicon-Lautsprecher aus dem dänischen Hause Dali mit der Aktivtechnik der kabellosen Callisto-Speaker mixt? Zum Beispiel die Dali Rubicon 2 C. Mit ihrem Modular-Konzept empfehlen sich die Wireless-Lautsprecher unter anderem für Streaming und Multiroom mit BluOS und legen den Grundstein für eine nachhaltige Anlage.

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Dali Rubicon 2 C Test

Dali Rubicon 2 C Testbericht

Reduktion liegt voll im Trend – das macht auch vor der Unterhaltungselektronik keinen Halt. Fernseher werden flacher, Kabel weniger und die Stereoanlage schrumpft auf immer weniger Geräte zusammen – bei gleichem Funktionsumfang.

Bestes Beispiel, der NAD M10 (Test) – Verstärker, Streamer, Fernseher-Bridge, der quasi alles kann und nur noch ein paar Lautsprecher braucht. Doch es geht noch minimalistischer, fast ohne Kabel und modular erweiterbar. So gesehen bei den Dali Callisto 2 C oder, nochmal höherwertiger, wie hier im Test bei den Dali Rubicon 2 C.

Die neuen Wireless-Lautsprecher bauen auf den seit Jahren etablierten, passiven Dali Rubicon 2 (Test) auf, die sich im dänischen Serien-Ranking theoretisch oberhalb der Callisto-Speaker einordnen. Jetzt gibt es die Premium-Speaker eben auch in aktiv, mit eingebauten Verstärkern, nahezu kabellos und auf Wunsch mit jeder Menge Streaming-Technik im Gepäck – zu erkennen am Namenszusatz „C“.

Dali Rubicon 2 C Rückseite Anschlüsse

Die neue C-Klasse

Dali Rubicon 2 C Lautsprecher-Abdeckung

Der Premium-Anspruch der neuen C-Klasse fällt schon allein beim Anblick der Lautsprecher auf. Die Verarbeitung ist auf den Punkt mit hochwertiger Hochglanzlackierung und steht den passiven Modellen in nichts nach. Der Unterschied zur Callisto-Serie ist dagegen deutlicher.

Selbst die von der erschwinglichen Oberon-Serie inspirierte Stoffbespannung kann sich mit ihrem grauen Farbton sehen lassen, sodass die Entscheidung „Abnehmen oder nicht“ zur Gretchenfrage wird. Nur magnetisch dürfte sie noch sein.

Unter der Abdeckhaube ordnet sich ein Hochtöner mit 29-mm-Gewebekalotte über einem Tiefmitteltöner auf der Schallfront ein. Dieser 165-mm-Treiber basiert auf Dalis bewährter Holzfaser-Konusmembran, die mit ihrer ungleichmäßigen Oberflächenstruktur Resonanzen im Zaum halten soll. Eine Bassreflexöffnung am Rücken der Lautsprecher rundet den passiven Teil des 2-Wege-Systems ab.

Aktiv werden die Lautsprecher durch einen digitalen Signalprozessor und die verbauten Class-D-Verstärker mit Gegenkopplung und 250 Watt Leistung, die Dali für bis zu fünfsekündige Impulse vollständig zur Verfügung stellen will.

Dali Rubicon 2 C Lautstärke-Anzeige

Dali Sound Hub

Dali Sound Hub

Das Gehirn der Dali Rubicon 2 C steckt in einer kleinen Box, dem Sound Hub, der identisch mit dem der Callisto-Speaker ist. Dieser kommuniziert kabellos mit den beiden Lautsprechern und lässt sich über eine Steckkarte (NPM-1) mit zahlreichen Streaming-Funktionen aus dem BluOS-Universum und Airplay 2 erweitern.

Wer darauf verzichtet, erhält immerhin eine Auswahl an physischen Signaleingängen für externe Zuspielgeräte in Form von 2x Analog, 1x Koax-Digital und 2x TOSLINK. Außerdem bietet der Dali Sound Hub von Haus aus einen Vorverstärkerausgang und einen Subwoofer-Anschluss.

Bei Bedarf lässt sich die Kommandozentrale auch später noch um das Streaming-Modul erweitern. Ein zweiter Steckplatz lässt erahnen, dass in Zukunft noch weitere Module mit neuen Funktionen kommen könnten (HDMI / Surround zum Beispiel?).

Mit dem modularen Prinzip punktet Dali meiner Meinung nach auch im Vergleich mit konkurrierenden Aktivsystemen, die ihre Technik komplett in den Lautsprechern integrieren. Die Dänen können so flexibler auf zukünftige Technologien reagieren und diese einfach in Form von neuen Modulen nachreichen. Auch ein wichtiger Schritt in Sachen Nachhaltigkeit.

Rein äußerlich ist der Dali Sound Hub kompakt genug, um ihn selbst in einem Regal zu platzieren. Trotzdem sieht er mit seinem runden Display auch auf einem Sideboard schick aus. Ein großer Regler blendet beim Drehen kurz die aktuelle Lautstärke ein. Außerdem lässt sich das Lautsprechersystem über eine ziemlich hochwertige Fernbedienung steuern.

Dali Sound Hub Lautsprecher-Aufstellung

BluOS NPM-1

BluOS NPM-1 Streaming-Modul

Für unseren Test statten wir die Dali Rubicon 2 C bzw. den Sound Hub mit der NPM-1-Karte aus. Das geht ganz leicht: einfach den Verschluss am Rücken lösen, Karte einstecken und fertig.

Mit eingesetztem Modul eröffnet sich die volle Bandbreite an Funktionen, darunter: Festplattenzugriff (via SMB) auf HD-Audiofiles inkl. MQA, Internetradio, Streamingdienste wie Amazon Music, Spotify, Tidal, Qobuz und viele weitere, Airplay 2, Bluetooth oder Roon (Test) als Endpoint.

Die Auswahl erfolgt per App (Android, iOS, MacOS, Windows), die unsere Lautsprecher beim Start direkt erkennt. Hier lassen sich die Rubicon 2 C auch mit weiteren kompatiblen Produkten, wie von Bluesound oder NAD, verbinden und so eine gemeinsame, synchron laufende Wiedergabegruppe erstellen.

NAD M10 Streaming Services

Hörtest

Dali Sound Hub Fernbedienung

Ein typisches Merkmal von Dali-Lautsprechern ist ihre breite Wiedergabecharaktersistik. Dafür empfiehlt der Hersteller eine frontale Ausrichtung, was zu einem Maximum an Abstrahlwinkel führt.

Davon nehmen sich die Dali Rubicon 2 C nicht aus. Das Resultat: Die Aktivlautsprecher klingen nicht nur am Sweet Spot im magischen Stereo-Dreieck ausgewogen, sondern breiten den Sitzplatz noch um einige Plätze weiter aus.

Wir empfehlen, die Lautsprecher mit etwas Abstand zur Rückwand aufzustellen. Dadurch wirken sie noch fokussierter und wir vergrößern die Straffheit im Bass, was sich unter anderem bei elektronischer Musik mit harten Bässen positiv bemerkbar macht.

Generell ist das Klangbild sehr weitläufig. Bei Orchesteraufnahmen fühlen wir uns direkt ins Publikum des Konzertsaals versetzt und werden Teil des tosenden Applauses der Zuhörer*innen.

Zurück zum Konzertmitschnitt: In Rachmaninows sinfonischen Tänzen stehen sich große Kesselpauken und filigran gespielte Triangeln gegenüber. Die Rubicon 2 C gefallen gleichermaßen mit ihrem druckvollen Ausdruck und einem tiefen Blick in die Details hinein.

Dabei gehen die Lautsprecher nicht zu Über-analytisch vor, sondern runden die Präsenzen mit Gefühl ab und sorgen damit für einen entspannten Musikgenuss, der Details durchlässt, aber keinerlei Anzeichen von Härte zeigt.

Der gelassene Charakter verstärkt sich durch eine leichte warme Note, die wir im Grundtonbereich ausmachen. Das macht es so angenehm, den Lautsprechern über Stunden zuzuhören und alle möglichen Musikgenre und Wiedergabeformen durchzuspielen.

Dali Rubicon 2C Review

Zusammengefasst

Aktivlautsprecher wie die Rubicon 2 C haben Vorteile: Die verbauten Endstufen sind perfekt auf die Treiber abgestimmt und an die Kanaltrennung reicht kein externer Verstärker heran. Dali kombiniert das bewährte Konzept um einen weiteren cleveren Zug: Zusatzfunktionen wie Multiroom-Streaming als Option anbieten und einfach auslagern. Dank modularerer Bauweise lässt sich so auf zukünftige Technologien reagieren, ohne das komplette System auszutauschen. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt – Win-win für alle.

Dali Rubicon 2 C Preis: 1.999 Euro (Stück)
Dali Sound Hub Preis: 649 Euro
Streaming-Modul BluOS NPM-1: 499 Euro

Dali Rubicon 2 C Review

9.6 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör10
Klang9.5
Preis / Leistung9.5

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