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Dali Oberon 3 Test Regallautsprecher

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Dali Oberon 3 Test: skandinavischer Speaker zum Einstiegspreis

Große Membranen, SMC-Magnetsystem und im eigenen Haus gefertigte Lautsprecherchassis: Die Dali Oberon 3 haben viel von den großen Lautsprecherserien der Dänen geerbt, lockern jedoch die Preisschraube deutlich. Kann große Technik zum kleinen Preis funktionieren? Wir haben es herausgefunden.

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Von Zensor zu Oberon

Dali Oberon 3 aus Zensor wird Oberon

Die Zensor-Serie von Dali zählt zu den erfolgreichsten des dänischen Lautsprecher-Herstellers. Die Vielfalt der Serie, die Qualität des Klangs und nicht zuletzt der Preis überzeugten über die Jahre zahlreiche Hörer.

Der Fokus des Herstellers lag zuletzt in neuen innovativen Produkten, wie den Wireless-Aktivlautsprechern Dali Callisto 6 C (Test), dem umschaltbaren Desktop- und Dolby-Atmos-Lautsprecher Dali Alteco C-1 (Test) oder dem Bluetooth-Speaker Dali Katch (Test).

Jetzt sind die Passivlautsprecher dran: Aus Zensor wird Oberon und wir haben die Regallautsprecher Dali Oberon 3 im Test.

Dali Oberon 3 Test

Dali Oberon 3 in Esche hell mit Lautsprecherabdeckung

Die Dali-Oberon-Serie besteht aus sechs Lautsprechern – zwei davon dürfen sich Reggallautsprecher nennen. Mir persönlich hat das Konzept von Kompaktlautsprechern, wie den Dali Oberon 3, schon immer gefallen. Besonders kleine bis mittlere Räume in denen Standlautsprecher schnell den Wohnraum sprengen, profitieren von den kompakten Maßen. Die Oberon 3 bilden das Erlebnis von großen Lautsprechern teilweise nach, beschränken sich im Platzbedarf jedoch auf das Wesentliche.

Audiophile-Neueinsteiger und die heranwachsende HiFi-Generation sind mit kompakten Lautsprechern oftmals besser beraten: Zunächst ein überschaubares System aus Audioquelle, Verstärker und Speakern aufbauen und mit wachsendenden Anforderungen bei Bedarf erweitern.

Die Lautsprecher der Dali-Oberon-Serie habe ich zum ersten Mal auf der IFA 2018 gehört und gesehen und war direkt begeistert. Als ich dann noch vom Preis erfuhr, war sofort klar: Diese Lautsprecher haben das Potenzial zu Begeistern und müssen direkt in den Test. Exemplarisch und aufgrund ihrer Vielseitigkeit, habe ich die Dali Oberon 3 ausgewählt.

Technik

Dali Oberon 3 29-mm-Gewebekalotte Dali Oberon 3 180-mm-Tiefmitteltöner mit Holzfasermembran

Der Dali Oberon 3 ist ein 2-Wege-Regallautsprecher im Bassreflexgehäuse. Sein 180-Millimeter-Tiefmitteltöner kommt mit Dalis typischer Holzfasermembran mit sichtbaren Stückchen. Diese sorgen für eine steife Struktur der Membran und sind auch optisch immer wieder schön anzusehen. Die gleichen Treiber stecken auch im großen Standlautsprecher Dali Oberon 7.

Zum ersten Mal setzt Dali in dieser Preisklasse auf einen Antrieb aus Ferritmagneten mit einem Polstück aus Eisen und einer Scheibe aus dem magnetischen Pulver SMC. Im Vergleich zu Treibern mit reinem Eisen-Polstück soll die Beigabe von SMC harmonische Verzerrungen auf ein Minimum reduzieren und so zu einem unaufdringlichen, detailreichen Klang beitragen.

Auffallend sind auch die Abmaße der beiden Treiber, denn 180 mm Durchmesser für den Tiefmittelton und 29 mm Membranfläche für die Gewebekalotte sind schon eine Ansage. Das soll technisch für mehr Schalldruck bei geringerer Membranauslenkung sorgen und sich in der Praxis in einer leichtfüßigen Wiedergabe mit großer Dynamik äußern.

Rückseite der Lautsprecher

Dali Oberon 3 Rückseite mit Bassreflexöffnung Dali Oberon 3 Single-Wiring-Terminal Anschluss

Auf der Rückseite des Regallautsprechers sitzen die Reflexöffnung für eine tiefere Grundabstimmung und ein Single-Wiring-Terminal, das alle bekannten Steckerarten aufnimmt.

Das Gehäuse des Dali Oberon 3 besteht aus CNC-gefrästen MDF-Platten, die mit einer Vinylfolie beschichtet sind. Beim obligatorischen Klopftest jedes HiFi-Kenners sind keine Gehäuseschwingungen zu erkennen. Dali stattet den Lautsprecher zusätzlich mit akustischem Dämmmaterial aus, das stehende Wellen im Gehäuse schlucken soll.

Die Membranen werden von abnehmbaren Stoffabdeckungen geschützt. Die Lautsprecher in Weiß und Eiche hell kommen mit grau melierten Bezügen. Den Gehäusefarben Schwarz und Nussbaum liegen schwarze Frontabdeckungen bei.

Die Farbvariante meines Testmodells in Eiche hell und grauer Abdeckung mit gerundeten Kanten hat es mit besonders angetan. Die Kombination gibt dem Lautsprecher einen modernen, skandinavischen Look, der bestens zu aktuellen Einrichtungs- und Möbeltrends passt.

Unkomplizierte Aufstellung

Dali Oberon 3 Kompaktlautsprecher auf Lautsprecherständern

Typisch für Lautsprecher von Dali sind auch die Dali Oberon 3 unkompliziert in der Aufstellung. Da die Lautsprecher für eine breite Abstrahlung konstruiert sind, empfiehlt der Hersteller eine parallele Ausrichtung zur hinteren Wand, anstatt diese zur Hörposition einzuwinkeln. Dies soll die Integration in den Hörraum verbessern und und den Klang gleichmäßig im Raum verteilen.

Für einen sicheren und vibrationsarmen Stand auf Lautsprecherständern, einem Sideboard oder direkt im Regal liegen den Dali Oberon 3 auch Gummifüße bei. Aufgrund der besseren Schallausbreitung zu allen Seiten und der optimalen Platzierung auf Ohrhöhe, habe ich das beste klangliche Ergebnis auf Lautsprecherständern erzielt. Sollen die Lautsprecher noch mehr Klangvolumen erhalten, empfiehlt es sich, diese etwas näher an die hintere Wand zu rücken und dadurch Druckstau zu erzeugen.

Hörtest

Dali Oberon 3 Speaker Review

Dali gibt die Schalldruckempfindlichkeit der Dali Oberon 3 auf 1 Meter Abstand mit 87 Dezibel an. Die Nennimpedanz liegt bei 6 Ohm und der Frequenzumfang soll sich von 47 Hertz bis 26 Kilohertz erstrecken. Aufgrund der technischen Werte sollte es einfach sein, die Lautsprecher mit verschiedenen Verstärkern anzutreiben.

Im Test kamen der Arcam SA20, ein Cambridge Audio CXA60 (Test) und der Bluesound Powernode 2 (Test) zum Einsatz. Während einiger Hörsessions und dem Ausprobieren verschiedener Player hatten die Lautsprecher ausreichend Zeit sich einzuspielen. Von Mal zu Mal bemerkte ich, wie sich der Klang weiter öffnete und sich die einzelnen Frequenzbereiche zunehmend zusammenfügten.

Im eigentlichen Hörtest beweisen die Dali Oberon 3 Schnelligkeit und Dynamik mit einem offenen Hochton, knackigen Bässen und einer runden Stereo-Abbildung. Auch Feinauflösung in den obersten Höhen ist vorhanden, was es angenehm macht, mit den Lautsprechern über eine breite Palette verschiedener Musikrichtungen zu hören.

Die Lautsprecher klingen weder nüchtern noch langweilig, sondern schaffen es, mich in die Musik hineinzuziehen. Das macht sich besonders bei kleineren Ensembles oder Jazz-Trios bemerkt, bei denen ich mich Mitten im Publikum befinde.

Trotz ihrer kompakten Maße bringen die Dali Oberon 3 straffe, volle Bässe mit ordentlich Punch in den Hörraum, was nicht zu letzt an der relativen großen Tieftonmembran liegt. Davon profitieren auch Stimmen und Instrumente, deren Grundton sehr körperhaft wirkt. Natürlich reichen die Lautsprecher in den tiefsten Lagen nicht an große Standlautsprecher heran, müssen sie auch nicht, denn wir sprechen hier immer noch über ein Paar Kompaktlautsprecher, die andere Vorteile bieten.

Die runden Bässe zählen für mich nicht einmal zu den Highlights der Dali Oberon 3. Der Hochtonbereich spielt offen und neutral und liefert jede Menge Feindynamik, was ich bei vielen Lautsprechern dieser Preis- und Größenklasse nur selten finde. Egal ob Streichersätze, Pianos oder Schlagzeugbecken – die Lautsprecher hauchen obertonreichen Instrumenten neues Leben ein.

In puncto Soundstage nageln die Lautsprecher Stimmen direkt in der Mitte fest und machen sie für mein geistiges Auge förmlich greifbar. In der Tiefenstaffelung lassen sich Instrumente gut differenzieren und in der Breite baut sich ein schönes Gesamtbild auf. Damit bieten die Lautsprecher eine ausgeprägte räumliche Wiedergabe, gleichwohl diese bei manch anderem Lautsprecher noch etwas weiter reicht.

Die genannten Charakterzüge der Dali Oberon 3 gelten nicht nur für moderate Hörlautstärken, denn auch bei höheren Lautstärkepegeln bleiben sie stets klangstabil. Aber auch bei geringeren Abhörleveln bleiben Details und der klangliche Körper erhalten. Das macht die Speaker besonders für hellhörige Räume mit dünnen Wänden ideal.

Ein Punkt, der für Kompaktlautsprecher im Allgemeinen spricht, ist die Einsatzmöglichkeit als Stereo-TV-System. Wer schon keinen Platz für Standlautsprecher hat, sollte in den meisten Fällen gar nicht erst versuchen noch weitere Lautsprecher in den Raum zu quetschen. Wer einmal ein gutes 2-Kanal-System mit Filmen gehört hat, weiß wovon ich spreche.

Ich verbinde den Bluesound Powernode über ein optisches Kabel mit dem Smart-TV und schicke den Fernsehton sowie Streams aus Netflix und Amazon Video direkt in die Dali Oberon 3. Dabei kommen die sauberen Höhen und oberen Mitten der Lautsprecher wieder zur Geltung, denn Dialoge sind gut verständlich und selbst nuschelnde Stimmen sind klar zu verstehen.

Filmsoundtracks klingen wunderbar ausgeglichen und in Szenen, in denen obere Bässe gefordert sind, stehen die Lautsprecher mit Attack, schneller Ansprache und realistschen Klängen zur Stelle. Damit eignen sich die Oberon 3 nicht nur als Stereo-Set, sondern sollten auch als Rücklautsprecher in einem Surround-System viel Freude bereiten.

Zusammengefasst

Wer Zensor mochte, wird Oberon lieben. Die Dali Oberon 3 sehen in Esche hell nicht nur schick aus, sondern bieten angesichts des Preises jede Menge Lautsprecher. Für normale Wohnungen, kleine bis mittelgroße Räume oder budget-orientierte Anlagen sind die Lautsprecher eine klare Empfehlung Wert. Die Oberon 3 bieten einen klaren und unkomplizierten Klang, der nicht versucht, das Volumen großer Standlautsprecher zu kopieren, sondern mit straffen und vollen oberen Bässen überzeugt und im Hochton offen spielt. Damit eignen sie sich für Surround-Sets, als reine 2-Kanal-TV-Lösung oder einfach zum Genießen von Musik. Die Oberon 3 sind die preisgünstige Eintrittskarte in die Welt des ambitionierten HiFis.

Dali Oberon 3 Preis: EUR 558,00 (Paar)

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Dali Oberon 3 Review

9.1 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör8.5
Klang8.5
Preis / Leistung10

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