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Denon AVR-X4400H Test Dolby-Atmos-AV-Receiver

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Denon AVR-X4400H Test: Dolby-Atmos-AV-Receiver für Musikliebhaber

Ein 9.2-Kanal-AV-Receiver mit Dolby Atmos für Musikliebhaber – geht das? Wir stellen den Denon AVR-X4400H auf den Prüfstand und wollen wissen, wie gut brachialer Kino-Sound und musikalische Klangtreue zusammenpassen.

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Denon AVR-X4400H im Test

Denon AVR-X4400H im Test Denon AVR-X4400H Front

Starten wir den Test wie gewohnt bei den Anschlussmöglichkeiten. Eines sei vorweg verraten: Der Denon AVR-X4400H hat viele davon. Maximal elf Lautsprecher lassen sich mit 165 Watt bei 6 Ohm über die neun Endstufen befeuern. Brauchen wir “nur” neun Kanäle, steigt die Leistung auf 200 Watt bei 6 Ohm pro Kanal. Damit sollten sich selbst bei der größten Familienfeier noch zahlreiche Gespräche unterbrechen lassen.

Des Weiteren ist der Denon-AV-Receiver auch bei der Bildwiedergabe gut dabei. Mit insgesamt acht 4K-60Hz-HDMI-Buchsen (4:4:4 Pure Color-Subsampling, High Dynamic Range (HDR), 21:9 Video, 3D sowie BT.2020 Passthrough) und dem 4K-Kopierschutzstandard HDCP 2.2. sollte in Zukunft kein Zuspieler mehr im Schrank stehen bleiben. Selbst für ältere Geräte ohne HDMI-Schnittstelle stehen noch fünf analoge und vier digitale (2x optisch, 2x koaxial) Audioeingänge bereit. Ein Phono-Anschluss für den Plattenspieler fehlt ebenfalls nicht.

Einen USB-Anschluss bietet der Denon AVR-X4400H ausschließlich hinter der Frontklappe der aufgeräumten, edel anmutenden Aluminiumfront. Dort verbergen sich außerdem noch ein weiterer HDMI-Eingang und die etwas urigen Composite-Video-Eingänge.

Wir haben versucht, mit dem angebotenen Bedienfeld einige Einstellungen vorzunehmen, können es aber nur für den Notfall empfehlen. Die Menüführung über das Frontdisplay ist mühsam und alles andere als zeitgemäß. Falls jedoch Smartphone und Fernbedienung einmal gleichzeitig den Geist aufgeben, nehmen wir jede Einstellungsoption, die wir kriegen können dankbar an.

Einrichtung des Denon AVR-X4400H

Denon AVR-X4400H Anschlüsse und Einrichtung

Für die Ersteinrichung des Denon AVR-X4400H solltet Ihr ein Display an den AV-Receiver anschließen, denn nur über das On-Screen-Menü haben wir tatsächlich Zugriff auf alle Einstellungen. Dazu gehört beispielsweise die Wahl des Surround-Setups. Hier entscheiden wir uns für eine klassische 5.1-Konfiguration, die wahrscheinlich die maximale Toleranzgrenze in den meisten Wohnzimmern darstellt.

Auch die Audyssey-Lautsprechereinmessung (MultEQ XT32), die der Denon AVR-X4400H den meisten Konkurrenten voraushat, ist ausschließlich über das On-ScreenMenü durchführbar. Dazu empfiehlt es sich das mitgelieferte Mikrofon auf das ebenfalls im Lieferumfang enthaltene Pappstativ zu stellen, um jede der neun Messpositionen unkompliziert auf Ohrhöhe einzustellen.

Nach der erfolgreichen Audyssey-Einmessung bekommen wir im Menü die Möglichkeit alle Pegel noch einmal manuell nachzuregeln. Bei uns hat die akustische Einmessung den Subwooferpegel stark abgesenkt. Da wir die Anzahl der klopfenden Nachbarn vor unserer Tür über die Fernbedienung des Subwoofers einstellen können, haben wir den Pegel auf Null zurückgesetzt. Weitere Feinanpassungen lassen sich außerdem über die Audyssey-MultEQ-Editor-App vornehmen, allerdings müsst Ihr diese zusätzlich im App-Store eures Vertrauens (iOS, Android) für einen Preis von 22 Euro kaufen und herunterladen.

Bedienung des AVRs

Denon AVR-X4400H AV-Receiver Bedienung Denon AVR-X4400H mit HEOS-Multiroom-System

Die hauseigene App des Denon AVR-X4400H gestattet Euch den Zugriff auf fast alle Funktionen des AV-Receivers. De facto haben wir die mitgelieferte Fernbedienung, die weder besonders positiv, noch negativ auffällt, nach der Ersteinrichtung nicht wieder verwendet. Neben Lautstärke und Klangverarbeitungseinstellungen habt Ihr in der App beispielsweise die Möglichkeit noch einmal unabhängig von der Ersteinrichtung die Pegel der einzelnen Kanäle anzupassen.

Das kann nützlich sein, wenn man beispielsweise an verschiedenen Orten im Raum Musik hören möchte. Diese Pegeleinstellungen sind übrigens unabhängig von denen im On-Screen-Menü. Auch die Möglichkeit alle nicht genutzten Inputs auszublenden und die Übrigen nach eigenem Gustus zu benennen hat uns gut gefallen. Dadurch muss man sich auch am Quellenwahlrad der Receiverfront nicht durch unübersichtliche Inputs quälen und kann individuelle, familienfreundliche Namen vergeben. Vielleicht gewinnt man damit sogar die Zustimmung für ein paar neue Dolby-Atmos-Lautsprecher, wie die Dali Alteco C-1 (Test) oder die Teufel Reflekt (Test).

Klang des Denon AVR-X4400H

Denon AVR-X4400H Review in Surround und Stereo

Apropos Atmos. Selbstredend unterstützt der Denon AVR-X4400H alle gängigen Surround-Formate um dem heimischen Kinoerlebnis alles zu bieten, was man aus neun Lautsprechern herrausholen kann. Liegt ein 5.1-Signal an, rechnet der Denon uns alle fehlenden Kanäle hinzu. Umgekehrt simuliert der AVR-X4400H mithilfe von DTS Virtual:X auch zusätzliche Surround- und Höhenlautsprecher.

Insgesamt macht der Denon-AV-Receiver im Heimkinobereich eine Menge Spass. Er versteht es, das Bassfundament des Subwoofers angenehm in das Surroundgefüge einzugliedern, liefert ordentlich Kraft um die Lautstärke auf Kinoniveau zu heben und bleibt dabei jederzeit klar und differenziert.

Auch bei der Musikwiedergabe gibt sich der Denon keine Blöße. Selbstverständlich können wir die Musik wahlweise über alle Lautsprecher, oder pur und direkt nur über die beiden Frontlautsprecher wiedergeben. Dabei fällt der AV-Receiver in keinem Frequenzbereich auffällig aus dem Rahmen, außer wir zwingen ihn Mithilfe des integrierten Equalizers dazu. Insgesamt hat uns der Denon X4400H bei der Wiedergabe überzeugt.

Auch die Nutzung der Denon-App hat uns gut gefallen – die allerdings in unserem Test teilweise mit deutlicher Latenz zu kämpfen hatte, obwohl wir dem Audio-Video-Receiver eine Kabelverbindung zum Router gegönnt haben. Das führte dazu, das wir ein paar Funktionen erst nach einiger Zeit entdeckten (Stichpunkt: Pegelanpassung), da diese teilweise erst 3-5 Sekunden verzögert in der jeweiligen Kategorie auftauchten.

Die Musikwiedergabe über die integrierte HEOS-App empfinden wir als angenehm zeitgemäß. In unserem Fall haben wir Tidal als Streamingdienst verwendet. Starten wir in der App die Wiedergabe, erwacht der AV-Receiver selbstständig aus dem Standby. Leider spielt die App sofort los, sodass wir im Fall des Denon X4400H erst ungefähr zehn Sekunden später ins Hörvergnügen einsteigen. Ansonsten ist die Bedienung jedoch unkompliziert und schnell.

Zusammengefasst

Sicherlich ist unsere Kritik des X4400H von Denon Meckern auf hohem Niveau – das kann man sich bei einem Listenpreis von 1699 Euro jedoch gefallen lassen. Auf der Haben-Seite steht außerdem, das der Denon ein UKW-Radio hat. Das gibt zu guter Letzt noch ein paar Bonus-Nostalgiepunkte!

Denon X4400H Preis: EUR 999,00

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Denon AVR-X4400H Review

9.3 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang9.5
Preis / Leistung9

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