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Marantz Melody X / M-CR612 Test: CD-Receiver mit AirPlay 2, Bluetooth, Heos uvm.

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Marantz Melody X / M-CR612 Test: CD-Receiver mit AirPlay 2, Bluetooth, Heos uvm.

Die Melody-Serie ist eine feste Größe im Produktsortiment von Marantz und überzeugt seit jeher durch ihr kompaktes Design und vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Ob Streaming aus dem Internet, das Abspielen von Radioprogrammen und CDs oder zur Aufwertung des Tons vom Fernseher – die Kompaktanlage Marantz M-CR612 (Melody X) kann das alles und legt mit einem parallelen Brückenbetrieb besonderen Fokus auf Klangqualität.

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Marantz Melody X im Test

Marantz Melody X Test CD-Receiver

Das Aussehen des Stereo-Receivers Marantz Melody X (M-CR612) erinnert stark an dessen Vorgänger, den Marantz M-CR611 (Test). Das Gehäuse ist nach wie vor aus Kunststoff, beinahe quadratisch und kommt mit schimmernder Front und kratzfester Oberfläche.

Mein Testmodell in Silber-Gold sieht wertig aus. Für Puristen gibt es nach wie vor eine Variante in reinem Schwarz.

Die Bedienelemente sind in diesem Jahr neu platziert. Außerdem streicht Marantz den USB-Eingang auf der Vorderseite. Wieder mit dabei sind die LED-Streifen links und rechts des Displays – statt bunter Farbenspiele, strahlen sie dieses Mal dezenter in reinem weiß. Die Beleuchtung sorgt im Dunkeln für eine gewisse Lichtstimmung, lässt sich bei Bedarf aber auch abschalten.

Das Display des Marantz Melody X gefällt wie gewohnt mit seiner großen Schrift und angenehmen Lesbarkeit. Die Fernbedienung erinnert von der Größe an die eines ausgewachsenen AV-Receivers – legt dafür nahezu alle Funktionen direkt in die Hand.

Marantz M-CR612 Test

Marantz M-CR612 Test Netzwerk-Stereo-Verstärker

An Funktionen ist der Stereo-Receiver Marantz M-CR612 kaum noch zu übertreffen. Platzte die Ausstattungsliste des Vorgängers bereits aus allen Nähten, legt Marantz mit dem Melody X noch einmal nach.

Zu den Klassikern im Leistungsangebot gehören der integrierte CD-Player, Analog- und Digitalradio ohne sichtbare Antenne (UKW / DAB / DAB+) oder der USB-B-Eingang für externe Festplatten (NTFS-Format) inklusive 5-Volt-Ladespannung.

Externe Zuspielgeräte docken am analogen Cinch-Eingang oder einen der beiden optischen Digitaleingänge an. Praktisch: Der TV-Anschluss erkennt eingehende Audiosignale und weckt den Marantz Melody X selbstständig aus dem Ruhezustand.

Außerdem lässt sich der Marantz M-CR612 über die Fernbedienung des Fernsehers steuern – dazu einfach den Infrarot-Code einlesen und Lautstärke sowie Quellenauswahl mit der TV-Remote regeln.

AirPlay 2 und Bluetooth

Marantz Melody X Anschlüsse AirPlay 2, Bluetooth, HEOS-Multiroom-Streaming

Streaming über Bluetooth mit NFC-Schnellverbindung führte der Vorgänger ein. Neu im Marantz Melody X sind Apple Airplay 2 und das von der Schwestermarke Denon entwickelte Multiroom-System Heos.

Mit Airplay ist nun auch der Bluetooth-Dauerkonkurrent von Apple mit am Start, der den Internetrouter zur Datenübertragung nutzt. Dazu einfach das iPhone, iPad oder den Mac-Computer zu Hand nehmen und als Audioausgabegerät „Marantz M-CR612“ anwählen.

Mit Airplay 2 führt Apple jetzt sein eigenes Multiroom-System ein. Das heißt: Der Marantz Melody X ist zu weiteren mit Airplay-2-ausgestatteten WLAN-Geräten kompatibel und streamt bei Bedarf synchron die gleiche Musik. Außerdem kann die Marantz-Kompaktanlage so auch Audiotitel von Drittherstellern empfangen.

HEOS-Multiroom-Streaming

Marantz-M-CR612 HEOS Multiroom Streaming

Noch einen großen Schritt weiter geht das integrierte Heos-Multiroom-System. Hier bietet der Hersteller Zugriff auf die Abo-Musikdienste Amazon Music, Deezer, Napster, Soundcloud, Spotify und Tidal sowie auf Tausende Internetradiostationen über den Anbieter TuneIn.

Darüber hinaus empfängt der Marantz M-CR612 Musiktitel von Computern und Netzwerkfestplatten – per LAN-Verbindung oder kabellos (WLAN 2,4 / 5 GHz). Die Formatauswahl fällt üppig aus: unter anderem werden Apple Lossless, FLAC und WAV mit einer Auflösung bis zu 24 Bit / 192 Kilohertz und DSD 2,8/5,6 MHz unterstützt.

Der Clou: sämtliche Wiedergabefunktionen von den Streamingdiensten bis zu den Hardware-Signaleingängen lassen sich an weitere Heos-fähige Komponenten weiterleiten. Dazu zählen etwa die smarten WLAN-Lautsprecher Heos 7 (Test) oder Heos HomeCinema (Test), moderne AV-Receiver von Denon und Marantz (vgl. Denon AVR-X4400H Test) oder reine Audiostreamer wie der Denon DNP-800 NE (Test).

Die Steuerung gelingt dank Heos-App einfach vom Tablet oder Smartphone aus. Dazu lässt sich Musik auch per Sprachansage über ein Produkt mit den Sprachassistenten Amazon Alexa, Apple Siri oder Google Assistant starten.

PBTL: Volle Kraft voraus

Marantz-M-CR612 PBTL paralleler Brückenbetrieb

Leistung oder Vielfalt? Unter der Haube des Marantz Melody X steckt ein Class-D-Verstärker mit einer Ausgangsleistung von zweimal 60 Watt (W), die sich bei Bedarf auf viermal 30 W aufteilen lassen.

Bis zu zwei Lautsprecherpaare nimmt der Marantz M-CR612 auf und erlaubt dabei eine individuelle Lautstärkeregelung – perfekt für zwei getrennte Setups für Film und Musik oder zur Beschallung eines Nebenraumes.

Alternativ ist der Bi-Amping-Modus vorgesehen, bei dem der Verstärker Bässe und den Hoch-/Mitteltonbereich separat ansteuert.

Im parallelen Brückenbetrieb (PBTL) bündelt der Marantz-Verstärker seine komplette Leistung und treibt selbst Standlautsprecher, wie im Test die Polk Audio S50e, kraftvoll an. Dabei arbeiten pro Kanal zwei Verstärker, die den inneren Widerstand verringern, den Dämpfungsfaktor erhöhen und die Kontrolle über die Lautsprecher erhöhen sollen.

Hörtest

Marantz-M-CR612 Review Polk-Audio-S50e-Test

Im Testaufbau schließe ich die Standlautsprecher Polk Audio S50e aus der Signature-Serie an den Marantz M-CR612 an, die auch im Bundle mit dem Melody X erhältlich sind.

Hinter dem kleinen „e“ im Namen verbirgt sich die Tuning-Variante der Lautsprecher, für die sich der umtriebige Lautsprecherentwickler Karl-Heinz Fink verantwortlich zeigt. Der stellte jüngst mit „The Borg“ seine eigenen Lautsprecher vor und legte im Laufe seiner Entwicklergeschichte an unterschiedliche HiFi-Geräte namhafter Hersteller von Auralic, Naim, Tannoy über Q Acoustics Hand an.

Der Marantz Melody X zeigt sich klanglich von der entspannten Gangart, ohne wirkliche Auffälligkeiten oder gröbere Schnitzer. Das passt perfekt zum Allround-Gedanken des All-in-One-Musiksystems, schließlich ist die Anlage zum täglichen gebraucht Gedacht.

Tagsüber läuft darüber Radio, am Nachmittag der Podcast-Stream, zum Abendessen eine CD und im Anschluss die Lieblings-TV-Serie – dabei darf kein Frequenzbereich stören oder fehlen, eine schwierige Aufgabe, die Marantz mit Bravour meistert.

Das leichte Laid-back-Verhalten im Normalbetrieb eignet sich für fast jede Musikrichtung. Werden dagegen aggressive Töne eingeschlagen, mit tiefen Bässe und schnellen Impulsen, empfehlen wir ein ordentliches Paar Lautsprecher und den Wechsel in den PBTL-Modus. Hier stellt Marantz mehr Leistung bereit, die sich in einem kontrollierteren Umgang mit schneller Ansprache äußert und mehr Definition bringt.

Selbst große Standlautsprecher wie die Polk Audio S50e treibt der kleine Verstärker mühelos an, bricht auch bei gehobener Lautstärke nicht zusammen und macht keine Anstalten sich in Verzerrungen zu verlieren.

Vorbildlich ist auch die konstante Klangqualität mit verschiedenen Wiedergabequellen. Ob von CD, per Stream aus unterschiedlichen Musikdiensten oder der Playliste auf einer (Netzwerk-)Festplatte – der Marantz Melody X klingt stets entspannt und unaufdringlich.

Zusammengefasst

Der M-CR612 von Marantz, ist das was man gemeinhin unter „Convenience“ versteht – ein Produkt, das zweckmäßig gebaut ist, sich bequem bedienen lässt und jede Menge Funktionskomfort bietet. Beim Filmabend gefallen die Auto-Sensing-Funktion, bei der sich der Melody X zusammen mit dem TV einschaltet und über dessen Fernbedienung steuern lässt. Im Musikbetrieb überzeugen die schier unendlichen Abspielarten von Airplay 2 und Bluetooth, über (Multiroom-)Streaming bis hin zur Wiedergabe von Radio und CDs. Der parallele Brückenbetrieb ist ein weiteres starkes Argument für den Melody-X-Receiver, der die gesamte Leistung des Verstärkers bündelt und große Standlautsprecher standesgemäß anfeuert. Mehr geht meines Erachtens zu diesem Preis nicht.

Marantz Melody X Preis: 699 Euro
Polk Audio S50e Preis: 349 Euro (Stück)

Marantz Melody X Review

9 Punkte
Design / Verarbeitung8.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang8.5
Preis / Leistung9.5

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