Denon DRA-100 Test: Netzwerk-Stereo-Verstärker

Die Denon Design Serie ist genau nach unserem Geschmack: Jung, modern, sehr minimalistisch aufgebaut und steckt doch voller Funktionen. Bereits der Denon PMA-50 – ein Verstärker mit USB-DAC – hatte es in sich. Jetzt folgt der Denon DRA-100 – wieder ein Stereo-Verstärker, jedoch dieses Mal mit umfangreichen Netzwerkfunktionen. Auf geht’s zum Denon DRA-100 Test.



Verarbeitung

Denon-DRA-100 Streaming-Verstärker mit Spotify Connect

Look und Feel des Denon DRA-100 sind exzellent. Die Schalen auf der Ober- und Unterseite bestehen aus feinem Aluminium. Ok, an den Seitenteilen wurde etwas gespart. Dennoch fügen sich die schwarzen Wangen optisch perfekt in das Gesamtbild ein. Alle Übergänge verlaufen sehr sauber. Hier wurde Maßarbeit geleistet.

Die Front des Denon DRA-100 beherbergt wie für die Design-Serie typisch ein gut lesbares 3-Zeilen-Display. Links sind berührungsempfindliche Cursor-Tasten angebracht. Auf der rechten Seite befindet sich ein großer Lautstärke-Regler.

Was wir etwas vermissen, ist die Möglichkeit, den Verstärker auch vertikal aufzustellen. Diese Funktion hat ihm der Denon PMA-50 voraus, der im Vergleich aber auch etwas kleiner ausfällt. Mit 28 x 10,4 x 33,7 Zentimetern (B x T x H) passt der neue Netzwerk-Verstärker aber noch bequem in ein Ikea Expedit bzw. Kallas-Regal.


Arcam Solo Music


Funktion

Denon-DRA-100 Test Stereo-Netzwerk-Receiver Anschlüsse auf der Rückseite

Kommen wir zu den Funktionen des Netzwerk-Stereo-Receivers, fällt uns zunächst die etwas magere Ausbeute an analogen Eingängen auf. Mit zwei Anschlüssen hängt er großen Stereo-Vollverstärkern etwas nach. Aber mal ehrlich, wie viele analoge Zuspieler verwendest Du heute wirklich noch? Bis auf Phono-Vorverstärker sind die meisten Verbindungen heute digital. Und dafür bringt der Denon-DRA-100-Verstärker zwei optische und einen koaxialen Eingang mit.

Auf der Front befindet sich noch ein USB-Typ-A-Anschluss, der Musik von iOS-Geräten und Festplatten wiedergibt. Externe Speichermedien dürfen Hi-Res-Audiofiles bis 24 Bit / 192 kHz und DSD mit 2,8 MHz und 5,6 MHz übertragen. Die Verbindung zum PC unterstützt der Stereo-Verstärker leider nicht. Dafür musst Du auf den Denon PMA-50 zurückgreifen.

Die Spezialität des Denon DRA-100 liegt im Servieren verschiedener Netzwerkfunktionen. Dazu musst Du nur Deinen Internet-Router per WLAN oder Kabel mit dem Denon-Verstärker verbinden. Die Einrichtung gelingt fast von allein.

Einmal im Heimnetzwerk angekommen streamt der Denon DRA-100 via DLNA 1.5 von Netzwerkfestplatten aus. Weiterhin hat er noch Internetradio, Apple AirPlay und den Musik-Streaming-Dienst Spotify Connect integriert. Fällt Dein Router einmal aus: auch kein Problem, denn der Verstärker nimmt auch Bluetooth-Signale auf. Verbunden wird er im Idealfall via NFC.



Sound

Denon-DRA-100 HiFi-Verstärker Test mit passiven Regallautsprechern

Für den Hörtest des Denon DRA-100 zogen wir die Regallautsprecher Definitive Technology Studio Monitor SM 45 heran. Wer es noch etwas fülliger mag, kann die Kombination noch um einen Subwoofer ergänzen. Den passenden Vorverstärker-Ausgang bringt der Netzwerk-Receiver nämlich gleich mit.

Auch ohne Sub bekamen wir bereits ein sehr ausgeglichenes Ergebnis, das Bässe recht druckvoll präsentierte. Details wurden fein aufgelöst. Besonders Hi-Res-Audiofiles – zugespielt von einer Netzwerkfestplatte – profitierten von Denons AL32-Processing und der jitterarmen Signalaufbereitung.

Das natürliche Klangverhalten zahlte sich vor allem bei Gesangsstimmen und Solo-Instrumentierungen aus. Aber auch in kompletter Band-Besetzung ließ sich jedes Instrument einwandfrei verorten.

Im oberen Bassbereich solltest Du nicht zu viel vom Denon DRA-100 erwarten. Aber diese Klangentscheidung scheint von Denon ganz bewusst gewählt. Dadurch setzen sich Details besser durch und sorgen im Gesamten für ein sehr luftiges Klangbild.

Selbst bei lauteren Pegeln hielt der Denon-Verstärker seinen Klangcharakter bei, ohne dass ihm zu voreilig die Luft ausging. Eine Ausgangsleistung von zweimal 70 Watt trieb unsere Definitive-Technology-Lautsprecher sehr gut an. Auch Standlautsprecher mit nicht zu anspruchsvollem Wirkungsgrad funktionierten mit dem Denon DRA-100 bestens.

Im Zusammenspiel mit einem Paar Nubert nuVero 10 wuchs das Klangvolumen nochmals hörbar an. Straffe Bässe und eine breite Klangbühne waren das Ergebnis. Ähnliches erzielten wir auch mit einer 2.1-Konfiguration, die sich vor allem für kleinere Hörräume eignet. Unsere Def-Tech-Lautsprecher zusammen mit einem Polk-Audio-Subwoofer und eben dem Denon DRA-100 lieferten ein ebenso harmonisches Ergebnis mit kräftigem Bass, sauberen Mitten und vielen Details.

Für die ruhigeren Stunden bringt der Denon DRA-100 gleich noch einen Kopfhörerverstärker mit. Mit seiner 3-fach-Impedanzanpassung kommt der Verstärker mit so ziemlich jedem Widerstand zurecht. Wir haben ihn in Kombination mit dem 32-Ohm-Kopfhörer Denon AH-MM400 gehört und waren mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Zusammengefasst

Mit dem Denon DRA-100 bietet uns der Unterhaltungselektronik-Hersteller einen weiteren hervorragenden Verstärker aus der neuen Design-Serie an. Seine Funktionen sind vielfältig, das Design hat es uns angetan und auch der Klang überzeugt in verschiedenen Konstellationen. Einziger Wermutstropfen ist der fehlende USB-Computer-Anschluss, den der Denon PMA-50 bietet. Ein All-in-One-Design-Gerät fehlt uns bisher noch.



Denon DRA-100 Test

8.9 Punkte
Vorteile
- modernes Design

- HD-Audio und DSD-Wiedergabe

- sauberer Klang

- per App bedienbar
Nachteile
- kein USB-B-Anschluss
Preis
Der Denon DRA-100 ist für einen Preis von 999,- Euro erhältlich.
Verarbeitung9.5
Einrichtung9
Funktion9
Sound8.5
Preis8.5


Veröffentlicht am: 21. September 2015 / Autor: Torsten Pless / Fotos: MODERNHIFI
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