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Aperion Audio Bravus II 12D Test: Subwoofer mit Treiber-Trio

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Aperion Audio Bravus II 12D Test: Subwoofer mit Treiber-Trio

Aktiv oder passiv, Dipol oder Downfiring? Gegensätze ziehen sich beim Aperion Audio Bravus II 12D an. Der Subwoofer kommt mit drei 12-Zoll-Membranen, die nicht alltäglich angeordnet sind. So spielt der Sub bei uns im Test.

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Aperion Audio Bravus II 12D Test

Aperion Audio Bravus II 12D Testbericht

Egal ob im Heimkino als LFE oder zur Erweiterung des Stereo-Systems – irgendwann stellt sich immer die Frage, ob ein Subwoofer nicht doch das letzte Quäntchen aus der Anlage herauskitzeln kann.

Gerade moderne Aktivlautsprecher, wie die KEF LSX oder Dali Rubicon C (Test) kommen häufig mit einem „Sub Out“ und digitalem Bassmanagement. Hier geht man quasi davon aus, dass früher oder später um einen Sub erweitert wird.

Eine passende und nicht alltägliche Lösung kommt aus den USA über den deutschen Direktvertrieb HifiPilot eingeflogen. Im Aperion Audio Bravus II 12D Subwoofer stecken drei dicke Treiber, von denen allerdings nur einer aktiv läuft. Doch der Reihe nach…

Aktiv, passiv oder beides?

Aperion Audio Bravus II 12D Passivmembranen

Gehen wir kurz durch die harten Fakten: Der Aperion Audio Bravus II 12D gehört zur eher seltenen Kategorie der Dipol-Downfiring-Subwoofer. Downfiring, weil die namensgebende 12-Zoll-Membran (30 cm) für eine gleichmäßige Schallausbreitung in Richtung Boden strahlt. Das Chassis besteht aus steifem Aluminium mit großzügiger Sicke, was einen langen Hub verspricht.

Den Antrieb übernimmt ein Class-D-Verstärker mit einer Dauerleistung von 650 Watt (850 W max.). Daher auch das „D“ im Namen. Erstaunlich, dass so ein potenter Amp keine Kühlrippen braucht. Hier wird effizient geschuftet, ohne spürbare Wärmeentwicklung.

Dipol, weil sich links und rechts am geschlossenen Gehäuse zwei weitere 12-Zöller gegenübersitzen. Diese sind passiv, ohne Zugang zur Endstufe, und werden vom rückgeworfenen Druck des Aktivtreibers angestoßen. Das ist aufwendiger und kostenintensiver als herkömmliche Bassreflexkonstruktionen, merkt man dem Endpreis aber irgendwie nicht an.

Besonderheit: Die beiden Treiber schwingen phasenverschoben und bewegen sich gegenläufig zueinander. Das verringert die Kraftauswirkung auf das Gehäuse deutlich, stabilisiert den Stand und auch den Klang – spürbar sowie hörbar.

Das ist im Prinzip keine Raketenwissenschaft und lässt sich ohne aufwendige Technikspielereien umsetzen. Doch allein durch den konstruktiven Gebrauch dieser physikalischen Effekte reicht dem Aperion Audio Bravus II 12D ein recht kompaktes, jedoch tiefbasstaugliches Gehäuse mit 43,5 x 39,5 x 39,5 cm aus.

Und trotz all der Theorie staune ich nicht schlecht, wenn der schlanke Quasi-Würfel Frequenzen bis runter zu 25 Hertz in den Raum reindrückt – der kräftigen Endstufe und den eingerückten Passivmembranen sei dank.

Eine elegante Erscheinung

Aperion Audio Bravus II 12D Settings

Rein äußerlich macht der Aperion-Subwoofer einiges her. Die weiße Hochglanzlackierung ist sauber aufgetragen, die abnehmbaren Membranabdeckungen schließen bündig mit dem Gehäuse ab und die gerundeten Kanten geben dem Sub einen frischen Look.

Auch die treiberlose Front verleiht dem Bravus II 12D eine gewisse Eleganz, die wohnraumtauglich ist und keine brachiale Lautsprechertechnik zum Ausdruck bringt. Zweifellos einer der schickeren Vertreter der U-1000-Euro-Klasse.

Auf der Rückseite sitzt das Anschlusspanel mit einem je Cinch- und LFE-Eingang und einem Paar Lautsprecherbuchsen. An Einstellmöglichkeiten bietet der AperionAudio-Sub die gewohnten Standards mit stufenlosem Phasensteller (0 – 180 Grad), Crossoverregler (40 Hz – 160 Hz) und Lautstärkesteuerung.

Bei Bedarf schaltet sich der Subwoofer mit eingehendem Signal automatisch an und wechselt nach getaner Arbeit zurück in den Ruhezustand. Das Konzept lautet Back-to-Basics, ohne viel Extra-Schnickschnack und damit verbundenen Zusatzkosten.

Hörtest

AperionAudio Bravus II 12D Downfiring Review

Klanglich macht der Aperion Audio Bravus II 12D genau das, was ich von einem guten Subwoofer erwarte: den Frequenzgang des Lautsprechersystems erweitern, ohne dabei „hörbar“ zu sein.

Beim Aufbau suche ich nach dem idealen Abstand zu den Begrenzungsflächen und experimentiere mit den mitgelieferten Spikes und Gummifüßen. Beachte: Der Sub strahlt enormen Druck nach unten ab.

Sind Phase, Pegel und Trennfrequenz korrekt eingestellt, fügt sich der Sub nahtlos, fast unbemerkt im Übergang, in den Gesamtklang ein. Er packt Impulse dynamisch an, bringt Bässe auf den Punkt in den Raum und spielt bei überschaubarer Größe erstaunlich tief.

Das gelingt ihm sowohl bei niedriger Lautstärkestellung als auch bei hohen Pegeln. Und er kann wirklich laut, womit er sich selbst für den Einsatz in mittleren bis großen Räumen eignet.

Für kleinere Mietwohnungen könnte sich das kompaktere Schwestermodell AperionAudio Bravus II 10D empfehlen – der kann nach Datenblatt auch enorm laut, reduziert mit seinen 10-Zoll-Treibern allerdings etwas den Tiefbass.

Lediglich in Filmsequenzen mit abgrundtiefen Bassanteilen merkt man dem Bravus II 12D hin und wieder an, wenn er seinen Frequenzendpunkt erreicht. 12 Zoll bleiben nun einmal 12 Zoll, auch bei drei Membranen.

Wer noch tiefer will, muss auch größer gehen. Aperion Audio verzichtet darauf, künstlich „mehr“ aus den Treibern zu blasen. Das gefällt.

Musik reicht dagegen gefühlt bis ins Bodenlose. Egal ob gedehnte Bassnoten oder knackig kurze Kicks und Kesselpauken – der Bravus II 12D steht zur Stelle, wenn gebraucht. Nicht mehr und nicht weniger, so soll es sein.

Zusammengefasst

Mit dem Bravus II 12D hat AperionAudio den Subwoofer nicht neu erfunden, aber in seinem Preissegment wohl das Maximum herausgeholt. Der Sub gefällt in seinem schicken Mantel mit raffinierter Treibertechnik, gefälligen Abmaßen und packendem Klang für Stereo und Mehrkanal. Preis-Leistung auf den Punkt gebracht.

AperionAudio Bravus II 12D Preis: 999 Euro

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AperionAudio Bravus II 12D Review

9 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör8
Klang9
Preis / Leistung9.5

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