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Bluesound Soundbar und Subwoofer neu im Multiroom-System BluOS

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Bluesound Pulse Soundbar Test: MQA im Heimkino

Sonos nennt sie Playbar, Heos Homecinema und Raumfeld einfach nur Soundbar, jetzt zieht auch Bluesound nach und erweitert sein Multiroom-System um zwei vernetzte Heimkino-Lautsprecher. Die Bluesound Pulse Soundbar und der Pulse Subwoofer sollen schlanken Smart-TVs mehr Klangfarben verleihen. Ob das gelingt, klärt der Soundbar-Test.

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Bluesound Pulse Soundbar Test

Bluesound Pulse Soundbar Test

Mit Netzwerkplayern und -verstärkern, WLAN-Lautsprechern und dem Ripping-Server Bluesound Vault 2 ist das Multiroom-System von Bluesound bereits bestens bestückt. Eines fehlte der Tochtermarke von NAD und PSB allerdings noch im Portfolio, um die Lücke zur Konkurrenz zu füllen.

Die Bluesound Pulse Soundbar empfängt natürlich den Ton vom Smart-TV und gibt ihn auf Wunsch an andere Streaming-Geräte weiter. Bislang einmalig ist jedoch die Integration des Datei-Systems MQA in einem externen TV-Lautsprecher.

Eines wird nach dem Auspacken des Bluesound Pulse Soundbar sofort klar: der Lautsprecher ist nicht wirklich für den Betrieb am Zweit-TV gemacht. Mit einer breite von 107 Zentimetern (cm) und einem Gewicht von 7 Kilogramm, braucht es schon einen Fernseher mit einer Mindestgröße von 50 Zoll, damit der Klangbalken nicht übersteht.

Statt Kunststoff wie bei günstigeren Modellen setzt Bluesound auf einen Aluminium-Mantel, den nicht einmal die Netzwerkplayer und WLAN-Lautsprecher des Anbieters besitzen. Das macht natürlich Eindruck und vermittelt ein wertiges Gefühl. Die sauber gerundeten Kanten und die mattschwarze Gehäuselegierung tuen ihr Übriges dazu.

Aufstellung

Bluesound Pulse Soundbar Aufstellung mit Füßen auf einem Sideboard oder mit Wandaufhängung

Zwei Aufstellfüße sind mit im Gepäck, um die Soundbar direkt vorm Smart-TV zu platzieren. Aber Achtung: Ihre Höhe von 14 cm ist nicht unerheblich und verdeckte im Test den Infrarot-Empfänger des verbundenen Fernsehers von Samsung. Alternativ lässt sich die Soundbar auch an der Wand anbringen.

Je nach Konfiguration und Platzierung der weiteren Geräte lässt man die rückseitigen Anschlüsse an die Decke oder in Richtung Boden schauen. Die Soundbar erkennt ihre Ausrichtung von selbst und passt die Stereo-Seiten entsprechend an. Beim Blick auf die Front fällt das nicht auf – statt Display gibt’s einen mittig platzierten LED-Ring.

Anschlüsse

Bluesound Pulse Soundbar Anschlüsse mit TOSLINK, Cinch und USB

Die Verbindung zwischen der Bluesound Pulse Soundbar und dem Smart-TV wird über ein optisches Kabel gelegt oder bei älteren Modellen per analoger Cinch-Verbindung hergestellt. Einen HDMI-Anschluss gibt es hier nicht und Dolby-Digital-Signale werden aktuel auf Stereo-Ton heruntergerechnet. Schade eigentlich, angesichts des Preises. Aber wer weiß, was sich Bluesound noch einfallen lässt. Eine 5.1-Konfiguration mit weiteren WLAN-Lautsprechern, wie den Bluesound Pulse Flex, wäre in der Zukunft denkbar.

Funktionen

Bluesound Pulse Soundbar Front-Ansicht

Ihren Funktionsumfang hat die Soundbar von den weiteren Bluesound-Komponenten übernommen. Das bedeutet, sie empfängt Audiodateien mit einer Auflösung von bis 24 Bit und 192 kHz in allen erdenklichen Formaten und verbindet sich per Bluetooth mit Smartphones, Tablets und Computern.

Weiterhin empfängt sie Audiostreams von anderen Playern mit BluOS-System – dazu zählt unter anderem auch der NAD C 390DD2-Verstärker – und spielt Musik als gemeinsame Wiedergabegruppe mit ihnen ab.

Das heißt im Umkehrschluss, dass sie den Ton von angeschlossenen Zuspielern auch an andere Geräte weitergibt. Das ist praktisch, wenn gerade ein Fußballspiel läuft und man beim Bier holen in der Küche nichts verpassen will. Einfach den Bluesound Pulse Soundbar mit weiteren WLAN-Lautsprechern in der App gruppieren und im ganzen Haus dem Spielstand folgen.

Dazu wird letztendlich nur eine Kabelverbindung zum Router gebraucht. Steht der in einem anderen Raum, funktioniert auch die WLAN-Verbindung bestens. Die Einrichtung wird bequem per App vorgenommen.

Gesteuert wird per App

Bluesound Pulse Soundbar mit BluOS Controller App

Die BluOS-Controller-App gibt’s gratis für Geräte mit iOS- und Android-Betriebssystem und ist die erste Anlaufstelle, um Eingänge auszuwählen, die Lautstärke anzupassen oder die vordefinierten Klang-Presets zu aktivieren.

Hardware-Tasten am Gerät gibt es nicht und eine Fernbedienung liegt dem Lautsprecher auch nicht bei. Wer doch lieber echte Knöpfe drückt, schnappt sich seine TV-Fernbedienung und bringt der Soundbar die wichtigsten Steuer-Kommandos über ihren verbauten Infrarot-Sensor bei.

Bis zu 200.000 Titel kann das BluOS-System verwalten, die sich auf Computern mit Netzwerkfreigaben, NAS-Systemen oder einer angeschlossenen USB-Festplatte befinden. Was das eigene Musikarchiv nicht hergibt, holt man sich bequem über die 13 integrierten Musik-Streamingdienste herein, zu denen unter anderem Tidal, Spotify Connect, Deezer, Qobuz und die Internetradio-Datenbanken von TuneIn, Calm Radio, Slacker und Radio Paradise gehören.

Hörtest

Bluesound Pulse Soundbar Review Hörtest

Im Hörtest tritt der Bluesound Pulse Soundbar alleine an, da der passende Bluesound Pulse Subwoofer separat erhältlich ist. Dieser sei extrem kompakt und soll sich automatisch und kabellos mit der Soundbar verbinden.

Die angegebene Leistung von 120 Watt teilt die Soundbar über sechs integrierte Verstärker auf acht Lautsprecher inklusive zwei Passivstrahlern auf. Das sorgt allein schon für eine kräftige Klangabstimmung und eine gute Sprachverständlichkeit. Die beiden Passivmembranen liefern Bässe mit ordentlichem Druck – das macht sich vor allem bei Action-reichen Film-Sequenzen bemerkt. Wer es noch etwas tiefer und straffer mag, greift zum optionalen Subwoofer.

Die Höhen klingen sauber und lebendig mit einer guten Detailauflösung, könnten an manchen Stellen aber noch eine Spur plastischer sein.

Den Stereo-Aufbau untermalt die Soundbar mit einer breiten Abstrahlung, die sich über die physischen Grenzen der Klangzeile hinaus erstreckt. Dabei verzichtet sie im deaktivierten Abbildungs-Modus auf virtuelle Klangtricksereien und hebt sich den Surround-Effekt für das kommende Software-Update auf.

Breiter geht es dann aber doch noch mit zwei Klangmodi, die sich im App-Menü befinden und den räumlichen Eindruck zusätzlich verstärken. Die Funktion „Abbildung Maximal“ gibt es individuell einstellbar für die TV,- Musik- und Film-Wiedergabe und klingt entsprechend ihren Namen nach noch weiträumiger, verliert dabei allerdings etwas den Fokus im akustischen Zentrum.

Außerdem befindet sich im Einstellungs-Menü ein Dialog-Enhancer, der die Sprachverständlichkeit in zwei Stufen weiter verbessern soll. Die brauchte ich im Test mit Nachrichten-Sendungen, Fußball-Kommentatoren und Dialog-lastigen Serien allerdings nicht. Hier entscheidet das individuelle Hörempfinden.

Zusammengefasst

Die Bluesound Pulse Soundbar überzeugt vor allem mit ihrem neutralen und kräftigen Klang sowie der umfangreichen Liste an Streaming-Funktionen. Fernseh-Ton empfangen und an andere Lautsprecher weitergeben – kein Problem, sofern sich noch weitere BluOS-Geräte im Netzwerk befinden. Mit der Unterstützung für das MQA-Dateisystem hat die Soundbar zudem ein Alleinstellungsmerkmal, das bislang sogar weltweit einzigartig ist.

Bluesound Pulse Soundbar Preis: 1.200 Euro

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Bluesound Pulse Soundbar

9 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9
Preis / Leistung8

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