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Dynaudio Xeo 2 Test Aktivlautsprecher mit Bluetooth

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Dynaudio Xeo 2 Test: Aktiv gegen Kabelsalat

Zwei Boxen, ein Smartphone: Fertig ist die HiFi-Kette. Die Dynaudio Xeo 2 sehen mit ihren mattschwarzen Gehäusen nicht nur schick aus, sondern spielen auch noch kabellos: vom Smartphone, von links nach rechts und innerhalb Dynaudios Multiroom-System. Welche Technik da dahinter steckt und was die Xeos in der Praxis bringen, erfährst Du im folgenden Testbericht.

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Die Xeo-Familie

Dynaudio-Xeo-2 auf dem Schreibtisch am MacBook

Aktivlautsprecher sind für Dynaudio kein neues Feld. Schaut man sich das Pro-Audio-Programm des Herstellers an, findet man eine ganze Reihe an Studio-Monitoren – klassisch analog oder selbst mit Digitaltechnik.

Den Sprung in aktive Gefilde hat die Consumer-Sparte von Dynaudio bereits vor einigen Jahren gewagt und seit dem erfolgreich die Dynaudio-Xeo-Serie am Markt etabliert. Die Lautsprecher spielen aber nicht nur aktiv – also ohne zusätzlichen Stereo-Verstärker – sondern auch noch Wireless und das sowohl bei der Kommunikation untereinander als auch beim Musikempfang.

Dynaudio Xeo 2

Dynaudio-Xeo-2 Wireless-Lautsprecher

So richtig minimalistisch und kompakt geht’s mit den Dynaudio Xeo 2 zur Sache: Das Aktivlautsprecher-Pärchen ist gerade einmal 25,5 Zentimeter Hoch und braucht nur noch Strom und ein Quellgerät, um loszulegen. Externe Verstärker, Lautsprecher- oder Verbindungskabel: Fehlanzeige!

Die Dynaudio Xeo 2 bringen erstmals auch Bluetooth für die Xeo-Familie mit. Das macht das System gleich noch viel Anwenderfreundlicher. Schließlich dürfte sich heutzutage in jedem Haushalt mindestens ein Smartphone, Tablet oder Laptop befinden.

Wer es noch audiophiler mag greift auf die Hardware-Anschlüsse zurück. Folgende drei Kombinationen wurden vom Autor ausprobiert und für gut befunden.

Macbook –> Audioquest DragonFly –> 3,5-Millimeter-Klinkeneingang

Mit dem Computer als Zuspieler hat man die maximale Freiheit bei der Musikauswahl und kann mit verschiedenen D/A-Wandlern und Audio-Softwares experimentieren. Ob Streams via Tidal oder Netflix, per Direktzugriff aufs Heimnetzwerk oder schick aufbereitet mit der Roon-Software: die Xeo 2 überzeugen nicht nur im Musikzimmer, sondern machen auch am Computer auf dem Schreibtisch eine gute Figur.

Statt der Direktverbindung empfiehlt sich die Investition in einen zusätzlichen DAC, wie den Audioquest DragonFly Black (Test) oder Red.

TV –> TOSLINK-Eingang

Klanglich noch etwas ausgereifter als Bluetooth ist Apples AirPlay-Schnittstelle. Die bietet eine Übertragungsqualität auf CD-Niveau (16 Bit / 44,1 kHz) und lässt sich einfach über ein Apple TV ergänzen. Das ATV3 kostet nicht mehr die Welt und ist aufgrund seines TOSLINK-Ausgangs dem ATV4 vorzuziehen. Musik lässt sich dann ganz einfach von Apple-Geräten oder mit geeigneter Android-App an die Dynaudio Xeo 2 streamen. Fast so wie Bluetooth nur klanglich noch etwas sauberer.

Der optische Eingang eignet sich aber auch für Smart-TVs und hochwertige Netzwerkplayer. Zweitere können den Aktivlautsprechern Audiosignale mit einer Auflösung bis 24 Bit und 192 Kilohertz zuspielen.

Netzwerkplayer –> Cinch-Eingang

Den besten Klang habe ich mit einem externen Netzwerkplayer erzielt, der die Musikverwaltung und Konvertierung übernimmt und ein sauberes Analogsignal an die Cinch-Buchsen der Dynaudio Xeo 2 weitergibt. Im Test kam dabei der Bluesound Node 2 zum Einsatz, der zahlreiche Musikdienste mitbringt und sich mit HighResolution-Audioformaten wie PCM (24/192), DSD und MQA versteht.

Aufstellung

Dynaudio-Xeo-2 mit VESA-Halterung

Direkt an der Wand, auf dem Schreibtisch oder Sideboard, im Regal oder frei im Raum platziert – die Dynaudio Xeo 2 können auf jeder Position überzeugen. Während andere Lautsprecher oft nur auf einen einzelnen Spielort abgestimmt sind, bringen die Xeo 2 digitale Raum- und Bass-Equalizer mit, um sie akustisch an ihren Aufstellort anzupassen.

Für die Entkopplung vom Boden und einen sicheren Stand sorgen die gummierten Auflageflächen. Alternativ hat Dynaudio die kompakten Lautsprecherständer Xeo 2 Desk Stands im Programm, welche die Lautsprecher um weitere 9 Zentimeter erhöhen und die Stromleitungen in einem integrierten Kabelkanal verbergen.

Wer will, kann die beiden Aktiven auch direkt an der Wand anbringen. Passende VESA-Vorrichtungen befinden sich auf den Rückwänden der Lautsprecher.

Technik

Dynaudio-Xeo-2 Anschlüsse auf der Rückseite der Aktivlautsprecher

Technisch betrachtet handelt es sich bei den Dynaudio Xeo 2 um 2-Wege-Aktivlautsprecher mit je einer versteckten Bassreflexöffnung hinter den Rückwänden der Gehäuse. Die Tieftöner sind 14 cm groß und bestehen aus einem Magnesium-Silikat-Polymer (MSP). Dazu kommt je ein 27-mm-Soft-Dome-Tweeter pro Box. Zusammen sollen die Chassis einen Frequenzumfang von 40 Hertz bis zu 24 Kilohertz abdecken: die Frequenzaufteilung wird von einer zweikanaligen DSP-basierten Frequenzweiche übernommen.

Jeder Treiber greift auf seinen eigenen 65-Watt-starken Verstärker zurück. D/A-Wandler gibt es hingegen nicht, denn die Dynaudio Xeo 2 arbeiten nach dem Prinzip der Pulsweitenmodulation (PWM). In der Praxis geschieht dabei Folgendes: Alle Eingangssignale werden in das PCM-Format konvertiert, via digitalem Signalprozessor zu PWM gewandelt, anschließend digital verstärkt und dann direkt an die Lautsprechertreiber übergeben.

Vom Master-Lautsprecher zum Slave geschieht die Übertragung in 24 Bit / 96 kHz. Dabei kommt ein eigens entwickeltes Übertragungsprotokoll (Xeo Transmitter) zum Einsatz. Der Master lässt sich je nach Wunsch links oder rechts aufstellen, die Zuweisung geschieht über Kippschalter direkt an den Gehäusen. Direkt daneben befindet sich ein weiterer Wahlschalter mit einer dreifachen Zonenauswahl, denn die Dynaudio Xeo 2 lassen sich mit den Geräten Xeo Hub (16/48) und Dynaudio Connect (24/96) synchronisieren. Mit den genannten Modulen baut man sich ganz einfach ein Dynaudio-basiertes Multiroom-System auf.

Zu guter Letzt bringen die Lautsprecher noch umschaltbare Equalizer-Kurven für verschiedene Aufstellungen mit. Stehen sie direkt in der Ecke oder nah an einer Wand, lässt sich der sogenannte Druckstaueffekt damit kompensieren. Mit der Neutral-Stellung starte ich in den Hörtest.

Fernbedienung der Dynaudio Xeo 2

Hörtest

Dynaudio-Xeo-2 wandnahe Aufstellung

Die ersten Töne entlocke ich den Dynaudio Xeo 2 via Bluetooth. Die Verbindung zum Smartphone gelingt denkbar einfach: die berührungsempfindlichen Lautstärketasten auf den aus einem Verbundwerkstoff gefertigten Gehäusen drücken und kurz warten, bis die Status-LED blinkt. Schon kann das Pairing beginnen und die Lautsprecher tauchen im Bluetooth-Menü auf dem Smartphone auf.

Die Steuerung gelingt im Bluetooth-Modus über das Mobiltelefon, direkt an den Lautsprechern oder mit der beigelegten Fernbedienung. Im Vergleich zu den Dali Zensor 1 AX und den Yamaha NX-N500 fällt diese deutlich größter aus, liegt sehr angenehm in der Hand und kommt wie die Lautsprecher selbst mit matter Oberfläche.

Bereits die ersten Titel wissen zu gefallen: Die Aktivlautsprecher klingen ausgeglichen, spritzig und für ihre Größe sogar recht voluminös. Trotzdem rücke ich die Xeo 2 noch ein paar Zentimeter in Richtung Wand, um noch etwas mehr Kraft nachzutanken. Und siehe da: etwas Wandnähe tut den kleinen Speakern ausgesprochen gut und selbst der Neigungswinkel muss nicht exakt auf die Spitze des Stereo-Dreiecks ausgerichtet sein. Damit sind die Xeo 2 auch familientauglich.

Die Xeo 2 am Smart-TV

Beim Umstecken auf den TOSLINK-Eingang ist mir gleich noch etwas aufgefallen: Die Lautsprecher schalten in den Schlafmodus, wenn sie keine Musik mehr „hören“. Liegt wieder ein Signal an, wachen die Dynaudios auf und dürfen nun den Ton von einem Samsung-Smart-TV wiedergeben.

Stimmen klingen deutlich kräftiger als über die flachen TV-Speaker, Dialoge sind verständlicher und die Bühne öffnet sich. Eigentlich ist das keine Kunst: Dennoch hören viel zu viele immer noch über die eingebauten TV-Lautsprecher. Wenn das noch nicht überzeugt, sei noch einmal erwähnt, dass man mit Aktivlautsprechern echtes Stereo erhält. Links kommt von links und rechts von rechts: Die Mitte muss nicht alles wiedergeben!

Einzig bei effektlastigen Filmen hätte ich mir noch mehr Tiefgang gewünscht. Zwar klingen die Kleinen bei geschickter Aufstellung schon recht groß, Explosionseffekte verlangen jedoch nach einem Subwoofer. Dafür haben die Dynaudio Xeo 2 allerdings keinen Ausgang vorgesehen, weshalb ich mir mit einem zusätzlichen AV-Receiver aushelfe.

Für die Wiedergabe von Musik braucht man den dritten Lautsprecher nicht unbedingt. Die Xeos klingen dank der Adaptive-Bass-Technologie, die den Tiefgang optimiert, schon recht groß. Mit Standlautsprechern sind die beiden Kleinen natürlich nicht zu vergleichen.

Positiv fällt auf, dass kein Frequenzbereich aus der Reihe tanzt: Alles klingt schön homogen, nicht zu spitz oder übertrieben warm. Dank ihrer Größe eignen sie sich sowohl als eigenständiges Stereo-System als auch direkt auf dem Schreibtisch. Dabei darf man auch die Equalizer-Presets aktivieren, um störende Resonanzen auf der Tischplatte zu vermeiden.

Zusammengefasst

„Zwei Boxen, ein Smartphone: Fertig ist die HiFi-Kette.“ Die Dynaudio Xeo 2 überzeugen mit ihrem minimalistischen Aufbau, dem modernen Aussehen und ihrem Klang auf gutem HiFi-Niveau. Wer nach einem All-in-One-System für den Schreibtisch, Smart-TV oder das Sideboard sucht, ist mit den Xeos gut beraten.

Dynaudio Xeo 2 Preis: 1300 Euro (Paar)

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Dynaudio Xeo 2

8.8 Punkte
Design / Verarbeitung9
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang8.5
Preis / Leistung8

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