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Elac FS 247.4 Test: Standlautsprecher ohne Grenzen

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Elac FS 247.4 Test: Standlautsprecher ohne Grenzen

Elac legt seine 247er Lautsprecher neu auf. V4 Carina kommt mit neuer Technik und setzt auf Globalisierung statt „Made in Germany“. Entwicklungsleiter war der US-Amerikaner Andrew Jones. Wie klingen die Elac FS 247.4 – mit amerikanisch betonten Bässen oder nach deutscher Präzision?

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Elac FS 247.4 Test

Elac FS 247.4 Testbericht der Lautsprecher von Andrew Jones

Die Lautsprecher vom Typ FS 247 gehören seit Jahren zum Brot- und Butter-Geschäft von Elac. Diese wurden über drei Generationen hinweg kontinuierlich verbessert. In Version Vier ist alles etwas anders.

Die Elac FS 247.4, die auch unter dem Decknamen Carina laufen, sind ein US-amerikanisch-deutsch-chinesisches Joint Venture.

  • USA, weil die Lautsprecher dieses Mal nicht direkt aus der Feder von Elac Deutschland stammen. Verantwortlich für die Carinas zeichnet sich dieses Mal Mr. Andrew Jones, der bereits die Serien Debut (F5 Test), Uni-Fi (FS U5 Test), Adante und Navis (ARF-51 Test) projektierte. Andere dürften ihn noch aus seinen Zeiten bei KEF, Pioneer und TAD kennen.

  • China, weil die Elac FS 247.4 dieses Mal nicht aus Deutschland, sondern aus Asien kommen. Die komplette Fertigung findet in Fernost statt, was wohl wirtschaftliche Gründe hat.

  • Deutschland, weil auf den Carina-Speakern immer noch Elac steht, das deutsche Entwicklerteam punktuell seine Finger mit im Spiel hat und eine selektive Qualitätskontrolle hierzulande stattfindet.

Die Gretchenfrage, die wir uns nun stellen: Merkt man den Lautsprechern ihre Globalisierung an oder ist doch irgendwie alles beim Alten?

Mit JET-Hochtöner?

Elac Carina FS 247.4 Aluminium-Membranen

Mein Testmodell der Elac FS 247.4 kommt statt in Hochglanz im modernen matten Weiß, das mir richtig gut gefällt. Alternativ ist noch eine mattschwarze Ausführung erhältlich. Technisch haben wir es hier nach alter Tradition mit einem 2,5-Wege-Standlautsprecher nach Bassreflex-Prinzip zu tun.

Zwei 15-cm-Treiber teilen sich die tiefen und mittleren Frequenzen auf. Die typischen Kristallmembranen aus Papier-Aluminium-Verbund der Vorgänger weichen hier glattgebügelten Aluminium-Treibern mit Konusform.

Auch bei den Übernahmefrequenzen hat sich etwas getan. Durch das geschwungene Membrandesign sollen die Bässe noch höher spielen. Der untere der beiden Treiber verdoppelt seinen Spielbereich auf 1.000 Hertz (Hz), der obere steigt bei 2,7 Kilohertz (kHz) aus.

Eine große Schwingspule und ein übergroßer, belüfteter Polstückmagnet sollen für bemerkenswerte Bassdynamik und kraftvolle Leistung sorgen – so beschreibt es der Hersteller.

Ergänzt werden die beiden Treiber durch einen AMT-Hochtöner (Air Motion Transformer), der allerdings nicht der berüchtigte und noch in Kiel per Hand gefaltete JET5er ist.

Stattdessen sitzt in den Elac FS 247.4 ein nach Kieler Vorgaben und in China gefertigter Folienhochtöner, der dem JET5 jedoch recht nahekommt.

Der Name JET bleibt übrigens erhalten. Laut Hersteller überzeugt der Neue durch ein blitzschnelles Ansprechverhalten, einen großen Dynamikumfang, viel Headroom und einen weiten Frequenzbereich. Also doch irgendwie alles beim Alten.

Elac Carina FS 247.4 JET-Hochtöner

Elac Carina FS 247.4

Elac Carina FS 247.4 Bassreflexöffnung am Boden

Bassreflexöffnungen gibt es nach wie vor zwei Stück – eine auf dem Rücken der Elac FS 247.4 und eine am Boden über dem Standfuß mit variabler Spike-Einstellung. So wird auf dem Papier eine untere Grenzfrequenz von 34 Hz erreicht.

Die Öffnung nach unten soll außerdem hörbare Strömungsgeräusche ausschließen und die Aufstellung der Lautsprecher in Wandnähe erlauben. Das lässt sich mit dem Verschluss des hinteren Reflexkanals noch weiter optimieren, was (auf Kosten des Basses) auch zu einer kontrollierten Abstrahlung führt.

Die fetten Bi-Wiring-Terminals stammen aus der großen Adante-Serie und nehmen jede Verbindungsart an. Eine Frontabdeckung gibt es zwar nicht, allerdings brauchen sich die Lautsprecher auch nicht zu verstecken. Die Verarbeitungsqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Die einzelnen Treiber sitzen sauber in den sehr resonanzarmen Gehäusen.

Elac Carina FS 247.4 Bi-Wiring-Terminal

Hörtest

Elac FS 247.4 Review Loudspeaker

Klanglich überzeugen die Elac FS 247.4 mit einer sehr guten dynamischen Kontrolle der Musik. Einzelne Dynamikstufen arbeiten die Lautsprecher anschaulich heraus. Energetische Bassimpulse kommen kontrolliert mit einem kernigen Druck.

Auch mit ihrer Spielfreude gefallen die FS 247.4. Jedes kleine Detail, vom verhaltenen Pizzicato bis zum Bogen, der ein Notenpult touchiert, geht nichts verloren. Der neue JET hat Potential.

Analytisch werden die Elac-Produkte hin und wieder mal genannt. Hier erlebe ich eine hohe Klangneutralität, die keineswegs steril daherkommt, mitunter sogar etwas direkter als ein JET5 aufspielt.

Das führt zu einem frontalen und Live-haften Klangcharakter. Trotzdem wirkt das nicht überzogen – Gesang und Sprache gefallen mit einer nahezu perfekten S-Laut- und Konsonantenkontrolle.

Die Bühne ist weit geöffnet und erlaubt einen tiefen Blick in die Musik hinein. Das liefert in großen Orchesterwerken schöne Entfernungsperspektiven. Dabei löst sich der Klang spürbar von den Lautsprechern los..

Pop- und Rockmusik gefällt durch die Direktheit der FS 247.4 mit griffigen E-Gitarren, knorrigen Bässen, plastischen Drums und detailreichen Schlagzeug-Becken. Was will man noch mehr?

Elac FS 247.4 Spikes am Boden

Zusammengefasst

Die Globalisierung macht auch vor der High Fidelity nicht halt. Elac reißt mit den Carina FS 247.4 Grenzen ein. Kompetenz trifft auf Erfahrung, trifft auch Kostenreduktion. Skeptiker werden eines Besseren belehrt und Neuankömmlinge freuen sich über einen erstklassigen Lautsprecher zum schlanken Kurs. Gerne mehr davon!

Elac FS 247.4 Preis: EUR 999,00 (Stück)

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Elac FS 247.4 Review

9.4 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9.5
Funktion / Zubehör9
Klang9.5
Preis / Leistung9.5

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