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Elac Navis B51 Test: Aktivlautsprecher mit Bash-Verstärker und Air-X2-Streaming

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Elac Navis B51 Test: Aktivlautsprecher mit Air-X2-Wireless-Streaming

Die Elac Navis B51 gehören zur neuen Aktivlautsprecherserie des Kieler Herstellers, die sich mit analogen Frequenzweichen und Class-A/B-Verstärkung auf die Wurzeln klassischer Lautsprecherentwicklung zurückbesinnt. Mitverantwortlich ist der umtriebige Entwickler Andrew Jones, der sich bewusst gegen Class-D-Verstärker und digitale Signalprozessoren entschied. Dabei herausgekommen ist ein rein analoger Aktivlautsprecher, der mit Elacs Air-X2-Protokoll auch kabellos kommuniziert und Musik über Airplay 2, Bluetooth, Roon und Spotify Connect empfängt. Der nächste Coup des Starentwicklers?

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Elac Navis B51 Test

Elac Navis B51 Testbericht Aktivlautsprecher

Neben den passiven Concentro M, den Vela-Lautsprechern und dem Plattenspieler Elac Miracord 50 (Test) erregte der Kieler Hersteller auf der diesjährigen High-End-Messe mit neuen Aktivlautsprechern Aufmerksamkeit. Ursprünglich unter dem Namen Argo angekündigt, kombiniert Elac in der Navis-Serie etablierte Lautsprechertechnik mit Verstärkertechnologien aus eigenem Haus. Stellvertretend haben wir die Regallautsprecher Elac Navis B51 im Test.

Passend dazu die Standlautsprecher Elac Navis ARF-51 im Test.

Nach der Air-X-Serie sollen die Navis-Speaker potenzielle Vorteile von aktiven Systemen in das Produktportfolio von Elac bringen. Vorteile, die in Tonstudios schon seit Jahren zum Tragen kommen.

Im Gegensatz zu passiven Lautsprechern ermöglicht die aktive Bauweise den Anschluss von Zuspielgeräten ohne separate Verstärker, denn die sind bereits in den Gehäusen verbaut. So gelangt Musik auf kürzestem Weg in die Lautsprecher und wird keinem Signalübersprechen ausgesetzt.

Weitere Vergleiche und Anwendungsmöglichkeiten gibts hier zu Lesen: Aktivlautsprecher oder Passivlautsprecher.

Design und Aufbau

Elac Navis B51 Logo auf der Bodenplatte

Bei den Elac Navis B51 setzt der Lautsprecherhersteller aus Kiel auf ein trapezförmiges Gehäuse mit abgerundeten Kanten. Im Vergleich zu Elacs Aktivlautsprecher Air-X 403 wirkt das neue Designkonzept frischer und jugendlicher, ohne an Hochwertigkeit einzubüßen.

Abgeschlossen wird das 345 mm große Gehäuse von einer gummierten Bodenplatte aus Aluminiumdruckguss. Diese sorgt für einen festen Stand der Aktivlautsprecher und für eine Kühlung des Systems. In der Tiefe erstrecken sich die Lautsprecher über 240 mm, sie sind 189 mm breit und bringen pro Stück 8,1 kg Gewicht auf die Waage. Das sorgt im Zusammenspiel mit der hohen Verarbeitungsqualität für einen robusten Eindruck des Lautsprechers. An Farbvarianten bietet Elac Hochglanz-Schwarz, Weiß und Emara-Furnierholz an.

Auffälligstes Merkmal des Elac Navis B51 ist das Koax-Lautsprechersystem. Dabei sitzt eine 25 mm Hochtonkalotte zentral auf der 100 mm Mitteltonmembran. Beide Chassis sind in einer separaten Kammer vom darunter liegenden 150 mm Tieftöner entkoppelt. Hinsichtlich des Membranmaterials schwört der Hersteller hauptsächlich auf Aluminium.

Elacs Bash-Verstärker

Elac Navis B51 Koax-Hochtöner Elac Navis B51 Bass Tiefton-Lautsprecher

Während der Hochtöner im Elac Navis B51 von einem 40 Watt Class-AB-Verstärker betrieben wird, arbeitet im Mittel- und Tieftonsegment pro Membran eine hauseigene Elac-Bash-Schaltung mit 100 Watt und 160 Watt Leistung. Jeder Treiber wird also separat verstärkt. Die Gesamtleistung eines einzelnen Lautsprechers beträgt 300 Watt und wird über eine rein analoge Verstärkung ermöglicht.

Beim Elac-Bash-System handelt es sich um eine Hybrid-Schaltung aus analogen und digitalen Elementen, in der ein Class-D-Verstärker die Versorgungsspannung des Systems nach Bedarf regelt, jedoch nicht das Audiosignal verstärkt – dies geschieht nach wie vor über einen Class-A/B-Verstärker. Dieses Zusammenspiel soll die Effizienz des Systems erhöhen und die Musikalität einer analogen Verstärkung beibehalten.

An der Entwicklung der Elac Navis B51 war wieder einmal der britische Ingenieur Andrew Jones beteiligt, der auch schon an Elacs Lautsprecherserien Adante, Debut und Uni-Fi Hand anlegte.

Siehe auch: Elac Uni-Fi FS U5 Test

Anschlüsse und Verwendungsmöglichkeiten

Elac Navis B51 Lautsprecher-Rückseite mit Bassreflex-Öffnung Elac Navis B51 Anschlüsse

Die Rückseiten der Elac Navis B51 dienen der Anbindung von externen Geräten sowie für Klang- und Verbindungseinstellungen – eine Bassreflexöffnung pro Lautsprecher ist ebenfalls vorhanden.

Eingangssignale finden ihren Weg sowohl per Kabel über den symmetrischen XLR-Eingang oder die Cinch-Buchse in die Lautsprecher als auch kabellos über den Wireless Transmitter oder einen Elac Discovery Connect. Letzteres Gerät besitzt zudem eine Bluetooth-Schnittstelle und unterstützt zusätzlich WLAN-Streaming per AirPlay 2, Roon (Test) oder Spotify Connect.

Mit dem Elac Discovery Connect lassen sich außerdem bis zu drei Geräte gleichzeitig verbinden – hierzu einfach die Pair-Taste verwenden. In der Praxis ermöglicht dies die Nutzung der Elac Navis B51 in Kombination mit dem Elac Sub 3070 als Ergänzung im tieffrequenten Bereich.

Alternativ dazu: Auch der hauseigene Elac Discovery Music Server DS-S101-G (Test) lässt sich per Cinch an die Lautsprecher andocken oder per Toslink-Verbindung mit dem Wireless-Transmitter koppeln.

Schalter für Equalizer-Einstellungen im Hoch-, Mittel- und Tieftonbereich sind ebenfalls an den Lautsprechern verbaut. Je Frequenzbereich kann um 1 Dezibel gesenkt oder angehoben werden, um so den Gesamtfrequenzgang nach persönlichem Belieben und Aufstellungsort anzupassen.

Im Betrieb mit einem Subwoofer ermöglicht ein weiterer Schalter die Einbindung eines Hochpassfilters bei wahlweise 60 Hz oder 80 Hz. Je nach verwendetem Wiedergabemedium lässt sich auch die Eingangsempfindlichkeit des Lautsprechers anpassen.

Testaufbau und Anwendung

Elac Navis B51 mit Air-X2-Wireless-Streaming im Tonstudio

Im Test habe ich die Elac Navis B51 sowohl in täglichem Wohnzimmerkontext als auch in einem professionellen Tonstudio getestet und verglichen. Dabei kam der A/D-Wandler Ferrofish Pulse 16 zum Einsatz, um externe Frequenz- und Dynamikbeeinflussungen so gering wie möglich zu halten und klangliche Ausprägungen der Lautsprecher auszumachen.

Angeschlossen über XLR wurden zum Test verschiedene WAV-Dateien in höchstmöglicher Auflösung und aus unterschiedlichen musikalischen Genres wiedergegeben. Die Equalizer-Schaltungen blieben linear und der Hochpassfilter deaktiviert.

Hörtest

Elac Navis B51 Review

Die ersten Klänge aus den Elac Navis B51 kommen von der amerikanischen Synthwave-Kombo The Midnight. Synthetische Bassdrums werden von den Aluminium-Tieftönern sehr präzise umgesetzt, ohne auch nur im Geringsten zu verwaschen. McEwan‘s ohnehin schon sehr präsente Stimme in „Shadows“ wird von den Lautsprechern deutlich hervorgehoben und in seinen luftigen Obertönen gut präsentiert. Grundtöne der Stimme treten im Verhältnis zu den ausgeprägten oberen Mitten etwas in den Hintergrund.

Essenzielle Bestandteile des Duos sind oft Synthesizer- und Saxophonlinien im Stil der achtziger Jahre. Diese können oft sehr schneiden und zu präsent wirken. Für Elacs neue Aktivlautsprecher ist das allerdings kein Problem: Leicht zurückhaltende Frequenzen der Lautsprecher oberhalb von 13 kHz – 15 kHz kommen hier zu Gute und wirken natürlich weichzeichnend, ohne künstlich zu beschneiden.

Auch der musikalische Sprung nach Island gelingt den Elac Navis B51 anstandslos. Olafur Arnalds’ neoklassische Musik wirkt in der Räumlichkeit angenehm gestaffelt und die Ansprache der Membranen gelingt dynamisch und phasentreu.

Nur mit zwei Raummikrofonen in Stereophonie aufgenommen, ist „Jesus gonnna be here“ von Tom Waits ein anspruchsvoller Test für die räumliche Wiedergabe eines jeden Lautsprechers. Hier punkten die Elac-Aktivlautsprecher mit einer hohen Reaktionsgeschwindigkeit und eröffnen eine natürliche Räumlichkeit.

Hip-Hop- und Pop-Musik wirkt auf den Lautsprechern im Bassbereich grundlegend sehr kräftig, während die oft sehr heftig komprimierten Stimmen der Sänger in den oberen Mitten teilweise zu stark betont werden.

Bei Gitarrenmusik a la Red Hot Chilli Peppers oder Queens Of The Stone Age fehlt den Lautsprechern zeitweise der Druck in den unteren Mitten. Die oberen Mitten wirken im Zusammenspiel mit dem Obertonspektrum präsent.

Schon nach kurzem Hören lässt sich Andrew Jones’ Fingerabdruck unabhängig des musikalischen Genres nicht leugnen. Ein ausgeprägter oberer Mitteltonbereich fügt sich einem leicht zurückgenommenen Hochtonspektrum und sorgt für ein natürliches, räumliches Klangbild. Der Tieftonbereich wirkt insbesondere im Verhältnis zur Größe der Lautsprecher druckvoll und präzise – klangliche Ausprägungen und Vorlieben, die in Teilen auch bei den Uni-Fi und Adante-Lautsprechern aus seiner Feder hörbar sind.

Zusammengefasst

Die Elac Navis B51 sind druckvolle Aktivlautsprecher mit einer schnellen und klaren Ansprache in angenehmen Dynamikverhältnissen. Die vollanaloge Verstärkung sorgt für ein warmes und wohliges Klangbild. Der aktive Aufbau ermöglicht eine hohe Anschlussvielfalt bei geringerem Geräteaufwand. Für Fans von Aktivlautsprechern ein angenehmer Hörgenuss in frischem Gewand.

Elac Navis B51 Preis: 1.999 Euro (Paar)

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Elac Navis B51 Review

9.3 Punkte
Design / Verarbeitung9.5
Aufbau / Einrichtung9
Funktion / Zubehör9.5
Klang9.5
Preis / Leistung9

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